Rassismus? Sender entfernt “Fawlty Towers”-Episode “The Germans”

  • Die Rassismus-Debatte macht auch vor Satire-Denkmälern wie der Kultserie “Fawlty Towers” nicht Halt.
  • Der Streamingdienst UKTV will die 1975 gedrehte Episode „The Germans“ vorerst nicht zeigen.
  • Hauptdarsteller John Cleese findet allerdings, die Kritik an der Folge sei dämlich.
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London. Im Zusammenhang mit der Rassismus-Debatte hat der britische Streamingdienst UKTV eine der populärsten Folgen der Kultserie "Fawlty Towers" aus dem Programm genommen. Die 1975 gedrehte Episode "The Germans", in der Hauptdarsteller John Cleese als Hotelbesitzer Basil Fawlty an seinem Vorsatz scheitert, gegenüber deutschen Gästen niemals den Zweiten Weltkrieg zu erwähnen, werde vorübergehend nicht gezeigt, teilte UKTV mit, das der BBC gehört, die die Serie gedreht hat. Grund seien rassistische Beleidigungen.

Stein des Anstoßes sind allerdings nicht Fawltys Stechschritt-Einlagen vor Reisenden aus Deutschland, sondern unter anderem eine Szene, in der er in einem Krankenhaus vor einem Schwarzen zurückschreckt, der sich dann als der Arzt entpuppt, der seine Frau behandeln soll. An einer anderen Stelle beleidigt ein Dauergast des Hotels, ein zerstreuter Major, die Cricket-Mannschaften Indiens und der Karibik.

Netflix zeigt “The Germans” weiter

Ein UKTV-Sprecher sagte, der Sender werde die Serie jetzt erst einmal neu einschätzen und sehen, wie er damit umgehe. Andere Sendungen älteren Datums hat der Sender mit Warnhinweisen versehen oder redigiert. Die Streamingdienste Netflix und Britbox zeigen "The Germans" dagegen weiter ohne Einschränkungen.

Der 80-jährige Cleese sagte, wer nicht erkenne, dass die fraglichen Szenen eine satirische Kritik an Rassismus seien, sei schlicht dämlich. Die Auffassungen des betagten Majors würden nach Strich und Faden durch den Kakao gezogen. Cleese ist als Mitglied der legendären Komikertruppe Monty Python weltbekannt und äußerte seine Solidarität mit den Protesten gegen rassistische Polizeigewalt. “Momentan gibt es ein großes Crescendo des Zorns und ein wirklich bewundernswertes Gefühl, dass wir unsere Gesellschaft weniger diskriminierend machen müssen”, sagte Cleese der australischen Zeitung “The Age”. “Ich glaube, dieser Teil davon ist sehr gut.”

RND/AP

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