Rapper brechen mit Putin-Lobeshymne Negativrekord auf Youtube
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Schon 2012 ließ sich Rapper Timati mit Putin fotografieren.
© Quelle: picture alliance / dpa
Es ist kein Geheimnis, dass der 36-jährige Timur Junussow, bekannt unter seinem Künstlernamen Timati, eine gute Beziehung zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin pflegt. 2015 beschrieb er Putin in seinem Song „Mein bester Freund“ als Superheld. Der Song „Moskau“, den er zusammen mit dem Künstler Guf am 7. September auf Youtube veröffentlichte, machte seine Unterstützung noch mal deutlich.
Da rappen die beiden Musiker auf russisch Textzeilen wie „Ich geh nicht auf Demos, und ich verbreite auch keinen Scheiß“ oder preisen Moskau als die „Stadt, wo es keine Schwulenparaden gibt“ an, wie „Spiegel Online“ berichtet. Statt Lob hagelt es Dislikes: Laut der BBC wurde das Originalvideo mit über 1,4 Millionen Daumen nach unten zur meistgehassten russischsprachigen Single, die je auf Youtube hochgeladen wurde. Die Rapper haben das Ursprungsvideo nach drei Tagen aber wieder von Youtube gelöscht, trotzdem findet sich das Lied noch auf anderen Kanälen.
Kritik für Pro-Putin-Rapper Timati
Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung warf Fragen auf. Der Song wurde einen Tag vor den Regionalwahlen in Moskau hochgeladen. Laut der BBC wurde das Rapperduo daraufhin in den sozialen Netzwerken beschuldigt, von der Regierung für das Lied bezahlt worden zu sein. Timati reagierte auf die Anschuldigungen mit der Aussage, dass er sich nicht für Moskau schäme und nicht dafür bezahlt worden sei. Wie das britische Newsportal berichtet, habe Timati den Kommentar mittlerweile gelöscht und eingeräumt, dass der Text „etwas zu viel“ gewesen sei.
Bitte lächeln für Putin: Timati lässt sich mit dem Präsidenten fotografieren
Der russische Hip-Hop-Künstler hatte sich schon öfter mit Putin fotografieren lassen und ihm vor den Präsidentschaftswahlen zwischen 2012 und 2018 seine Unterstützung zugesichert, wie die „FAZ“ berichtet. Bei der jetzigen Regionalwahl hat seine Lobeshymne auf den Präsidenten übrigens nicht geholfen: Viele Kandidaten aus der Kremlpartei räumten eine Niederlage ein.
Gastkünstler Guf suchte sich ebenfalls eine Plattform, um sich zum Video zu äußern. Über Instagram behauptete er, reingelegt worden zu sein. Von den anstehenden Wahlen habe er angeblich nichts gewusst.
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RND/al