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  • Radio Leipzig: Radiomoderator vergleicht Flüchtlingslager Moria mit “Gästezimmer” und erntet Shitstorm

Radiomoderator vergleicht Flüchtlingslager Moria mit “Gästezimmer”

  • Ein Moderator von Radio Leipzig sorgt mit einer Äußerung zum Flüchtlingslager Moria für Empörung.
  • Er vergleicht das überfüllte Lager mit einem “Gästezimmer”, das der Gast angezündet habe.
  • Inzwischen hat sich auch der Sender zur Kritik geäußert.
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Leipzig. Die Bilder aus dem brennenden Flüchtlingslager Moria haben weltweit für Entsetzen gesorgt, noch immer sind auf Lesbos rund 11.000 Migranten obdachlos. Mit einer abfälligen Bemerkung zur Debatte über die Aufnahme der Flüchtlinge sorgt jetzt ein Leipziger Radiomoderator für Empörung: André Hardt verglich das zerstörte Lager in der Morgensendung von Radio Leipzig mit einem “Gästezimmer”, wie zunächst die Facebookseite “Hooligans gegen Satzbau” berichtete.

Wortwörtlich sagte Hardt in der Sendung am Dienstagmorgen: “Die Debatte über die Aufnahme von Flüchtlingen geht weiter, das ist ein schwieriges Thema. Stellen Sie sich vor, bei Ihnen zu Hause klingelt’s, jemand steht vor der Tür und fleht sie an, ihm zu helfen. Erstmal in Sicherheit sein und ein Dach über dem Kopf. Sie sind natürlich hilfsbereit und bieten dem Fremden ihr Gästezimmer an und sagen: Dort kann er erstmal wohnen. Aber der sagt dann auf einmal: Nö, das Gästezimmer reicht mir nicht, ich will dein Schlafzimmer und dein Wohnzimmer. Und als sie daraufhin sagen, dass es nicht geht, er müsse sich mit dem Gästezimmer begnügen, da zündet der ihnen das Gästezimmer einfach an. Wie soll man sich jetzt richtig verhalten? Das ist die Frage, die diskutiert wird. Die Debatte darüber wird sich heute fortsetzen.”

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Sender verteidigt Moderator

Die Facebookseite “Hooligans gegen Satzbau” veröffentlichte am Dienstag einen Mitschnitt der Aussagen, der bereits fast 1000 Mal kommentiert wurde. Die Kritik an dem Moderator geht dabei so weit, dass die Betreiber der Seite selbst noch einen Hinweis veröffentlichten. Es gehe ihnen nicht darum, “André Hardt als ‘rechtsradikal’ zu outen, was er sicher nicht ist. Es geht darum, dass er bereits in der Ankündigung auf maximal blauäugige, um nicht zu sagen dumme Art und Weise, das Framing vorgibt, in dem dann diese ‘schwierige Frage’ besprochen werden soll”, heißt es in dem Kommentar. Dieses Framing ziehe sich durch viele Köpfe und es werde durch die Moderation gefestigt und bestätigt. Das sei nicht rechtsradikal und vielleicht noch nicht mal böswillig, schreibt “Hooligans gegen Satzbau”, “aber es ist unfassbar dumm und verantwortungslos”.

Gegenüber der “Bild”-Zeitung verteidigte Radio-Leipzig-Geschäftsführer Tino Utassy den Moderator: “Das Gesagte fällt in den Bereich der freien Meinungsäußerung. Ob die Metapher angebracht war, möchte ich nicht beurteilen.” Die Kritik in sozialen Medien will Utassy offensichtlich nicht sonderlich hoch bewerten: Der Sender habe immer wieder mit “sogenannten Shitstorms aus verschiedenen politischen Richtungen” zu tun, sagte er.

RND/seb

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