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Queere Verbände starten Petition für mehr Diversität in den Medien

Ein Schild mit zwei sich küssenden Menschen während einer CSD-Fahrraddemo in Potsdam. (Symbolbild)

Ein Schild mit zwei sich küssenden Menschen während einer CSD-Fahrraddemo in Potsdam. (Symbolbild)

München. Mit einer Petition wollen queere Menschen mehr Vielfalt in Bayerns Radio- und TV-Sendern erreichen. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Bayern und die Queer Media Society (QMS) suchen seit Mittwoch Unterstützung für eine Eingabe beim Landtag.

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Das Ziel: 10.000 Unterschriften

Sie fordern je einen Sitz in den beiden 50-köpfigen Aufsichtsgremien des öffentlich-rechtlichen Bayerischen Rundfunks (BR) und der für private Medien zuständigen Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). Die Zusammensetzungen des BR-Rundfunkrates und des Medienrates der BLM regeln das Rundfunkgesetz und das Mediengesetz im Freistaat. Die Mitglieder in den zwei Aufsichtsgremien vertreten Parteien und andere nach Ansicht des Landtags relevante Gruppen - etwa Kirchen, Kommunen und Berufsverbände. Am Mix gab es wiederholt Kritik nicht berücksichtigter Gruppen.

Das Ziel seien 10.000 Unterschriften zur Unterstützung, sagte Markus Apel, Vorstandsmitglied im LSVD Bayern. Dann werde die Petition eingereicht. Grundsätzlich hat jeder in Bayern das Recht, sich mit einer Petition an den Landtag zu wenden - einzeln oder mit anderen.

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„Eine demokratische Notwendigkeit“

„Es ist kein Gefallen, mehr Menschen an der Gestaltung der bayerischen Medienlandschaft zu beteiligen, sondern eigentlich eine demokratische Notwendigkeit“, sagte Apel. „Wir wollen, dass sich unsere vielfältige Gesellschaft in den Medien widerspiegelt.“ Die FDP-Fraktion im Landtag unterstützt den Vorstoß.

Als queer bezeichnen sich Menschen, die nicht dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau entsprechen beziehungsweise dieses kritisieren. Manche benutzen die aus dem Englischen stammende Vokabel auch als Sammelbegriff für die gesamte Community.

Rundfunkrat des BR seit Jahrzehnten schief zusammengesetzt

Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2014 zur Vielfalt der Rundfunk-Aufsichtsgremien hat sich der Mix in einigen geändert. Beim ZDF etwa gibt es im Fernsehrat ein LSVD-Mitglied. Für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) ist gesetzlich geplant, dass auch queere Verbände im Rundfunkrat vertreten sein sollen.

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Die QMS ist ein ehrenamtliches Netzwerk queerer Medienleute. Es setzt sich nach eigenen Angaben gegen Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans und inter* sowie nichtbinären Menschen (LSBTIQ*) in den Medien ein.

„Es kommt nicht nur darauf an, dass wir als LSBTIQ* gesehen werden, sondern auch wie wir dargestellt werden und wer unsere Geschichten erzählt und umsetzt“, sagt QMS-Initiator Kai Pieck. Darum sei es von enormer Bedeutung, auch in Entscheidungsebenen mitreden zu können.

Der medienpolitische Sprecher der FDP-Fraktion und BR-Rundfunkrat Helmut Markwort sagte laut einer Mitteilung: „Der Rundfunkrat des BR ist seit Jahrzehnten schief zusammengesetzt. Die Vertreter der Kirchen dominieren, obwohl ihre Mitgliedschaft ständig schrumpft.“ Zugleich seien andere gesellschaftlich relevante Gruppen nicht vertreten.

RND/dpa

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