Queere Serien: Bei diesen Formaten stehen LGBTQ-Charaktere im Fokus

  • Die LGBTQ-Gemeinschaft kämpft bis heute für gesellschaftliche Anerkennung.
  • Viele Serienformate haben die Thematik in den vergangenen Jahren aufgriffen und setzen im Umgang mit queeren Inhalten Zeichen.
  • Von „Queer as Folk“ bis „All You Need“: Das sind bekannte Serien mit LGBTQ-Charakteren.
Alicia Lippke
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Lange musste die LGBTQ-Gemeinschaft für gesellschaftliche Anerkennung kämpfen – und tut es noch bis heute. Jüngste Proteste, wie etwa in Ungarn, zeigen, dass queere Menschen noch immer Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren. Längst werden diese Erfahrungen auch in die Film- und Fernsehwelt übertragen. Ob von Streamingdiensten oder öffentlich-rechtlichen Sendern produziert – in diesen Serien stehen queere Charaktere im Fokus:

„It’s a Sin“: Serie über Aidskrise in Großbritannien

Mit der TV-Serie „Queer as Folk“ schrieb Produzent Russell T. Davies Ende der 90er- und Anfang der 2000er-Jahre Fernsehgeschichte. „Queer as Folk“ gilt als erste Serie, die in bis zu einstündigen Folgen das Leben homosexueller Männer und Frauen in Amerika porträtierte. Am 20. Juni erscheint eine weitere Produktion des Regisseurs: In der Miniserie „It’s a Sin“ wird eine Gruppe schwuler Männer während der Aidskrise im Großbritannien der 1980er-Jahre begleitet. Zu sehen ist die TV-Show mit „Years & Years“-Sänger Oliver Alexander Thornton und Neil Patrick Harris in den Hauptrollen beim Streamingdienst „Starzplay“.

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Queere „Stadtgeschichten“ im San Francisco der 1980er-Jahre

Die erste Verfilmung von Armistead Maupins Romanreihe „Stadtgeschichten“ (Englisch: Tales of the City) wurde bereits 1993 in den USA und zwei Jahre später auch in Deutschland ausgestrahlt. Seit 2019 gibt es ein Revival des LGBT-Klassikers auf Netflix zu sehen. Mary Ann, gespielt von Laura Linney, kehrt darin über 20 Jahre nach dem Ende der Ereignisse der ersten Serien nach San Francisco in die Barbary Lane 28 zurück. Auch in der Neuverfilmung werden Fragen nach sexueller Orientierung, Gender und Transsexualität in die Handlung eingebunden. Die Miniserie erhielt positive Kritiken und wurde mit dem GLAAD Award ausgezeichnet.

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„Modern Family“: Comedyserie über verschiedene Familienkonzepte

Die amerikanische Comedyserie „Modern Family“ gilt als eine der erfolgreichsten Sitcoms aller Zeiten. In elf Staffeln werden die Leben dreier miteinander verbundener Familien in Los Angeles behandelt. Die Darsteller Eric Stonestreet und Jesse Tyler Ferguson wurden für ihre Rollen als das schwule Paar Cameron Tucker und Mitchell Pritchett mit dem Emmy Award ausgezeichnet. Nach elf Jahren wurde die letzte Folge der Serie im vergangenen Jahr ausgestrahlt. Alle Staffeln sind auf Netflix verfügbar.

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Die Hauptdarsteller von „Modern Family“ (v. l. Sarah Hyland, Aubrey Anderson-Emmons, Sofia Vergara, Ty Burrell, Ariel Winter, Jesse Tyler Ferguson, Nolan Gould, Rico Rodriguez, Eric Stonestreet, Julie Bowen, Ed O’Neill) bei den Emmys 2013, als die Serie den Preis für die beste TV-Komödie gewann.

„Glee“: Musicalserie über Ausgrenzung und Diskriminierung

„Loser wie ich“, singt der Highschool-Showchor „Glee“ immer wieder in der gleichnamigen Serie. In dem Chor finden sich hauptsächlich Schüler und Schülerinnen, die im Schulalltag diskriminiert und ausgegrenzt werden. Die Serie fokussiert dabei eine Vielzahl von Themen wie etwa Mobbing, sexuelle Orientierung, Behinderung, Teenagerschwangerschaft, psychische Erkrankungen und Rassismus. Die vielfach ausgezeichnete Musicaldramaserie wurde über sechs Staffeln und jahrelang von 2009 bis 2015 produziert und verkaufte Millionen Alben ihrer gecoverten Songs. Sie gewann zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere Golden Globe Awards und Emmy Awards in den Jahren 2010 und 2011.

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„Orange is the New Black“: Vielfach ausgezeichnetes Gefängnis­drama

In der amerikanischen Netflix-Produktion „Orange is the New Black“ wird die bisexuelle Protagonistin Piper Chapman wegen eines vor zehn Jahren vergangenen Verbrechens zu 15 Monaten Haft verurteilt und erlebt daraufhin den Gefängnisalltag im Frauenknast. Die Verfilmung basiert auf den Memoiren der Autorin Piper Kerman. „Orange is the New Black“ erhielt herausragende Kritiken und wurde für zahlreiche Awards nominiert. Bereits nach Ausstrahlung der ersten Staffel wurden die Serie und ihre Darsteller und Darstellerinnen mit drei Critics’ Choice Awards, drei Emmys und vier Satellite Awards ausgezeichnet. Neben der sexuellen Orientierung wie Homo- und Bisexualität werden außerdem Themen wie Gewalt, Rassismus, sexuelle Nötigung und Autoritätsmissbrauch in der Verfilmung aufgegriffen.

„How to Get Away with Murder“: Eine Anwältin zwischen Mord, Beziehungen und Anklagebank

Ebenfalls sehr positive Kritiken erhielt die Thrillerserie „How to Get Away with Murder“ rund um die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin Viola Davis. In ihrer Rolle als bisexuelle Anwältin Annalise Keating unterrichtet sie Studierende an der Universität, wird aber bald selbst in einige kriminelle Straftaten verstrickt, als eine Studentin ihres Ehemannes verschwindet. Neben Rassismus und Diskriminierung werden in der Serie auch die Themen Homophobie, Alkoholismus sowie psychische Erkrankungen aufgegriffen. „How to Get Away with Murder“ wurde mehrfach mit Preisen honoriert, unter anderem mit dem Emmy Award für Viola Davis’ herausragende schauspielerische Leistung sowie mit dem Screen Actors Guild Award. Die sechs Staffeln der Serie sind auf Netflix verfügbar.

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„The Bold Type“: Lesbische Protagonistin in Zeiten von Social Media

Angelehnt an die amerikanische „Cosmopolitan“ wird in der Serie „The Bold Type“ der (Berufs-)Alltag von drei Freundinnen, die für das fiktive Magazin „Scarlet“ arbeiten, begleitet. Im Laufe der Serie setzen sich die Protagonistinnen mit Themen wie Feminismus, Sexualität und Gleichberechtigung auseinander. Vor allem Onlineredakteurin Kat Edison hadert mit ihrer sexuellen Orientierung und wird im Laufe der Serie mit Hass im Internet, Mobbing und Homophobie konfrontiert. Der produzierende Sender „Freeform“ hat eine fünfte und letzte Staffel von „The Bold Type“ für das Jahr 2021 angekündigt. Die ersten vier Staffeln sind bei Amazon Prime verfügbar.

„Dear White People“: Serie über Radiosendung gegen Rassismus

Die Netflix-Serie „Dear White People“ basiert auf dem gleichnamigen Film von 2014 und ist in drei Staffeln bei dem Streaminganbieter zu sehen. Der Titel bezieht sich auf eine fiktive Radiosendung der afroamerikanischen Studentin Sam White, in der sie über Rassismus an ihrer Universität aufklärt. In „Dear White People“ werden neben Diskriminierung und Hass auch Themen wie Homo- und Transsexualität aufgriffen.

„All You Need“: Erste deutsche TV-Produktion mit ausschließlich schwulen Protagonisten

Die ARD-Produktion „All You Need“ handelt von vier schwulen Männern im Berlin der Gegenwart. Levos und seine Freunde müssen sich zwischen Beziehungen, One-Night-Stands und Familienleben zurechtfinden und gehen der Frage nach, was sie eigentlich vom Leben wollen. Damit ist „All You Need“ die erste deutsche TV-Serie, die ausschließlich queere Protagonisten hat, und feierte einen großen Erfolg: Allein innerhalb der ersten zehn Tage wurde die Miniserie über eine Million Mal in der ARD-Mediathek abgerufen.

Die Zahl von Serienproduktionen mit queeren Protagonisten und Protagonistinnen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Eine Studie der GLAAD-Vereinigung aus dem Jahr 2020 zur Repräsentation von LGBTQ-Charakteren im amerikanischen Fernsehen hat ergeben, dass im Jahr 2020 knapp 9 Prozent der im Abendprogramm vorkommenden Seriencharaktere zur LGBTQ-Gemeinschaft gehörten.

RND/al

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