Prozess um Journalistenmord in der Slowakei beginnt

  • Der Mord an einem Journalisten und seiner Verlobten in der Slowakei hat im Februar 2018 für Aufsehen gesorgt.
  • Das 27-jährige Opfer hatte zuvor über die Verfilzung von Politik und Geschäftemacherei recherchiert.
  • Am Donnerstag hat unter großer medialer Aufmerksamkeit der Prozess gegen einen Unternehmer und drei mutmaßliche Mittäter begonnen.
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Bratislava. Unter großer Aufmerksamkeit internationaler Medien und strengen Sicherheitsmaßnahmen hat am Donnerstag der Gerichtsprozess im Mordfall Jan Kuciak begonnen. Der Mord an dem Investigativ-Journalisten und seiner Verlobten im Februar 2018 überschattet bis heute die Politik der Slowakei.

Vor einem Sondergericht für Organisierte Kriminalität in Pezinok bei Bratislava müssen sich der Unternehmer Marian K. als mutmaßlicher Auftraggeber und drei mutmaßliche Organisatoren und Ausführende des Doppelmordes verantworten.

Zurückweisung der Anklage abgewiesen

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Die Verteidiger des als Auftraggeber des Mordes angeklagten Unternehmers und der mutmaßlichen Täter hatten verlangt, die Anklage vorerst zur Überarbeitung zurückzuweisen. Die Anklagebegründung weise mehrere formale und technische Mängel auf.

So habe es Fehler in der Erstellung von Gutachten und Sammlung von Beweisen gegeben. Auch hätten die Angeklagten keine ausreichende und rechtzeitige Informationsmöglichkeit zu einzelnen Aspekten der Anklage und Beweisführung gehabt. Hätte das Gericht den Antrag der Verteidigung akzeptiert, wäre es zu einer mehrmonatigen Verzögerung des weiteren Gerichtsprozesses gekommen. Zugleich legte das Gericht als Beginn der eigentlichen Hauptverhandlung den 13. Januar fest.

Reportage löste Massendemonstrationen aus

Jan Kuciak und Martina Kusnirova waren am 21. Februar 2018 in ihrem Haus im westslowakischen Dorf Velka Maca erschossen worden. Der 27-jährige Kuciak hatte zuvor über die Verfilzung von Politik und Geschäftemacherei recherchiert.

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Seine erst nach dem Mord veröffentlichte Reportage über mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Regierungsmitarbeitern löste Massendemonstrationen gegen Korruption und den Missbrauch von EU-Förderungen aus. Daraufhin traten Langzeit-Regierungschef Robert Fico sowie mehrere Minister und der Polizeipräsident zurück.

Mutmaßlicher Täter beeinflusste Justiz und Politiker

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Kuciak hatte vor seiner Ermordung auch ausführlich über die undurchsichtigen Geschäfte des Millionärs Marian K. geschrieben. Im Zuge der Ermittlungen des Mordfalls wurde inzwischen enthüllt, dass K. offenbar ein Korruptionsnetz geknüpft hatte, über das er Richter, Staatsanwälte und Politiker beeinflusste. Dadurch konnte er seit Jahren erreichen, dass seine Betrugsfälle ungesühnt blieben.

Zudem ließ K. Journalisten bespitzeln, die kritisch über ihn berichteten. Zu den bespitzelten Journalisten gehörte auch Jan Kuciak. Die Informationen, die K. über ihn vermutlich auch von bestochenen Polizisten sammeln ließ, könnten am Ende auch bei der Vorbereitung des Mordplans verwendet worden sein.

RND/dpa

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