ProSiebenSat.1-Chef lehnt weitere Sparmaßnahmen im Programm ab

  • Die Corona-Pandemie ist auch am Medienkonzern ProSiebenSat.1 nicht spurlos vorbei gegangen.
  • Chef Rainer Beaujean hat sich jetzt zur Frage nach weiteren Sparmaßnahmen geäußert.
  • Radikale Kürzungen werde es ebenso wenig geben wie Personalabbau, sagt Beaujean dem „Handelsblatt“.
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München. Trotz eines Umsatzrückgangs lehnt der neue ProSiebenSat.1-Chef Rainer Beaujean weitere Sparmaßnahmen ab: „Wir haben uns dagegen entschieden, radikal im Programm zu kürzen“, sagte der Manager dem „Handelsblatt“. Es werde auch keinen Personalabbau geben. Zudem sei die Kurzarbeit in der TV-Sparte so gut wie beendet. Eine Einschränkung machte er allerdings: „Falls es noch mal zu einem Mega-Lockdown wie im Frühjahr kommen sollte, müssten wir die Situation natürlich noch einmal neu bewerten.“

Bei vier Milliarden Euro Umsatz hatte Deutschlands größte private Senderkette laut "Handelsblatt" zuletzt 50 Millionen Euro beim Programm gestrichen. Man spüre die Folgen der Corona-Pandemie nach wie vor in der TV-Werbung. Allerdings sei die Lage nicht mehr so dramatisch wie im Frühjahr, sagte Beaujean. "Ich rechne im September mit einem Minus bei den Werbeerlösen von weniger als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit stehen wir gegenüber dem Wettbewerb gut da. Der Oktober wird ähnlich starten." Wie sich das Geschäft im Rest des Jahres entwickle, lasse sich noch nicht vorhersagen.

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ProSiebenSat.1 will sich von Beteiligungen trennen

Um die Kennziffern zu verbessern, werde sich der Medienkonzern von Beteiligungen trennen. "Wir fokussieren uns auf die Beteiligungen, die klare Synergien mit unserem Kerngeschäft haben", sagte der Manager. Ein Verkauf der E-Commerce-Sparte NuCom als Ganzes stehe aber nicht auf der Agenda. "Wir haben ein klares Bekenntnis zum deutschsprachigen Raum abgegeben. Insgesamt investieren wir eine Milliarde Euro pro Jahr in unser Programm, über die Hälfte geht in lokale Formate", sagte er. "Damit machen wir Entertainment stark und schaffen eine profitable Basis, mit der wir andere Geschäfte wie NuCom möglich machen."

Der Diplom-Kaufmann kam im Sommer 2019 als Finanzvorstand zum MDAX-Konzern. Im März dieses Jahres ernannte ihn der Aufsichtsrat als Nachfolger von Max Conze zum Vorstandssprecher. Während Conzes Amtszeit sank der Kurs laut "Handelsblatt" von gut 25 Euro im Juni 2018 auf knapp sieben Euro im März dieses Jahres.

RND/epd

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