“Promis unter Palmen”: Mobbingfolge darf nicht mehr in die Sat.1-Mediathek

  • Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) hat die umstrittene Mobbingfolge von “Promis unter Palmen” geprüft.
  • Ergebnis des Expertenausschusses: Nicht geeignet für Zwölfjährige, die Sendung darf nicht zurück in die Sat.1-Mediathek.
  • Die Joko-&-Klaas-Sendung über sexuelle Gewalt gegen Frauen passe wegen der klaren, positiven Botschaft dagegen durchaus ins Hauptprogramm.
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Durchgecheckt und für problematisch befunden: Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) hat die Mobbingfolge der Reality-Show “Promis unter Palmen” am Mittwoch einer Prüfung unterzogen. Der Ausschuss sei, so FSF-Geschäftsführerin Claudia Mikat am Donnerstag gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sendung so nicht im Sat.1-Hauptprogramm hätte gezeigt werden dürfen. Sie überfordere das junge Publikum der Zwölfjährigen.

In der Folge der Show hatten drei Kandidaten der Show – Bastian Yotta, Carina Spack und Matthias Mangiapane – ihre Mitbewohnerin Claudia Obert massiv gemobbt. Beschwerden führten zu dem FSF-Prüfverfahren, die Folge wurde aus der Sat.1-Mediathek genommen. Der Sender wies darauf hin, dass während der gesamten Produktion in Thailand Betreuer und Psychologen vor Ort gewesen seien, die zu jeder Zeit von den Protagonisten hätten kontaktiert werden können. Wolfgang Link, neuer Vorstand Entertainment bei ProSiebenSat.1, hatte sich dahingehend geäußert, dass das unmögliche Benehmen einiger Promis doch auch auf diese zurückfalle: “Die Zuschauer entwickeln sehr wohl ein Gefühl dafür, wer sich anständig verhält und wer nicht.”

Das Inszenierte war für 12-Jährige nicht erkennbar

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Das habe der FSF-Prüfausschuss anders eingeschätzt, sagt Mikat. Zwar setzten Sendungen wie “Promis unter Palmen” bewusst auf Konfrontation und Konflikte, aber das Formattypische, das Inszenierte, sei zumindest für Zwölfjährige, die zur Prime Time auch vor dem Fernseher säßen, in dieser Folge nicht erkennbar gewesen: “Besonders problematisch hat unser Ausschuss beurteilt, dass die Mobbingattacke letztlich erfolgreich ist.” Mobbing erscheine hier als übliches Sozialverhalten und werde nicht hinreichend kritisch eingeordnet.

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Würde Sat.1 die Folge noch einmal zeigen wollen, dürfte sie laut Stand der Dinge erst ab 22 Uhr ausgestrahlt werden: “16-Jährige haben gefestigtere eigene Wertvorstellungen und eine ausgeprägtere Medienkompetenz – sie sind klarer in ihrem Urteil, erkennen eher, dass die Mobber bei ihrem Tun nicht gut aussehen”, sagt Mikat. Die Sendung wird nun auch weiterhin in der Mediathek des Senders fehlen. Sat.1 hat gegen die Entscheidung der FSF Berufung eingelegt.

Bei Joko & Klaas kam die positive Anti-Gewalt-Botschaft klar rüber

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Die 15 Minuten gewonnene Sendezeit, die die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf am Dienstagabend bei ProSieben dem Thema “Sexuelle Gewalt gegen Frauen” widmeten, sieht Mikat nicht als problematisch an: “Ich habe mir das angeschaut. Klar, das waren Penisbilder, aber die waren mit Balken und Pixeln versehen. Hier kam auch für Zwölfjährige die sehr positive Anti-Gewalt-Botschaft ganz klar und deutlich rüber.”

Sowieso aber werde die FSF nicht aus eigenem Antrieb tätig: “Wir fordern nichts an”, sagt Mikat. “Wir agieren, wenn Beschwerden eingehen.”

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