Privatsender fordern weitere Corona-Unterstützung

  • Private Radiosender und kleinere Fernsehsender leiden enorm unter der Corona-Krise.
  • Der Verband Vaunet bittet die Politik nun um erneute Unterstützung.
  • Im schlimmsten Fall drohe ein nachhaltiger Schaden für die Medienvielfalt.
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Berlin. Schon im Frühjahr waren private Radio- und Fernsehsender enorm von der Corona-Krise betroffen. Werbekunden brachen weg und viele Radiosender kämpften ums Überleben. Ein Hilfspaket flachte die schlimmsten Einbußen schließlich ab. Nun fordert der Privatsenderverband Vaunet weitere Unterstützung von der Politik.

„Die Branche ist auf eine nachhaltige Unterstützung durch die Politik angewiesen. Das bedeutet konkret eine Fortführung der Infrastrukturkostenförderung für die Radiobranche sowie ihre Erweiterung auf die betroffenen privaten TV-Sender“, wird die Vaunet-Vorstandsvorsitzende Annette Kümmel in einer Mitteilung zitiert. „Anderenfalls ist die Anbieter- und Angebotsvielfalt in Deutschland durch die wieder sehr dynamische Infektionsentwicklung und die Nachwirkungen der ersten Corona-Welle gefährdet.“

„Maßnahmen fortsetzen“

Anfang des Jahres hatte es eine Förderung für private Radioprogramme gegeben. Diese hätte nach Angaben des Verbandes geholfen, das Schlimmste zu verhindern. Doch die Maßnahmen müssten jetzt fortgesetzt werden.

„Wir sind existenziell darauf angewiesen, dass die Infrastrukturkostenförderungen weitergeführt und ins nächste Jahr verlängert werden“, so Marco Maier, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des Vaunet und Geschäftsführer der Radio/Tele FFH. Außerdem brauche es „klare Regeln im Wettbewerb mit eigenen Audioangeboten der großen internationalen Plattformen sowie limitierende Einschnitte bei den ARD-Radioangeboten, wenn die heutige Anbieter- und Angebotsvielfalt im Radio erhalten werden soll“, so Maier.

„Schieflage im Wettbewerb“

Geht es nach dem Verband, so bleibt es jedoch nicht nur bei der Förderung fürs Radio. Auch auf den TV-Bereich sollten die Hilfen ausgeweitet werden – insbesondere kleinere Fernsehsender könnten laut dem Verband von der Krise betroffen sein.

„In der Konsequenz droht der Medienvielfalt in Deutschland durch die Verstärkung der Schieflage im Wettbewerb ein nachhaltiger Schaden: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk bleibt durch den Beitrag weiter stabil finanziert und globale Tech-Plattformen profitieren von der Krise“, so Claus Grewenig, Vorsitzender des Fachbereichs TV und Multimedia und Bereichsleiter Medienpolitik der Mediengruppe RTL Deutschland.

RND/msc

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