Praktikanten und der Shitstorm: Twitter-Ärger für die Deutsche Bahn

  • Mit einem flapsigen Tweet über Praktikanten hat sich die Deutsche Bahn einen Shitstorm bei Twitter eingehandelt.
  • Dabei wollte das Unternehmen eigentlich nur augenzwinkernd auf einen pampigen Tweet eines Kollegen reagieren.
  • Das ging allerdings völlig daneben.
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Erst eine pampige Antwort, dann ein weiterer Tweet, der alles nur noch schlimmer machte: Die Deutsche Bahn hat sich am Donnerstag bei Twitter einen Shitstorm eingehandelt – vor allem eine flapsige Bemerkung über Praktikanten kam gar nicht gut an.

Doch der Reihe nach, alles begann mit einem Tweet eines verärgerten Kunden am 12. Januar (!). Der beklagte sich darüber, dass er seine Bahncard 50 auf eine Bahncard 25 reduziert habe, dann aber auf einmal zwei Bahncards zugeschickt bekommen habe. Dann folgte – lange nichts.

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Erst als der Twitter-Nutzer am Donnerstagnachmittag in sarkastischem Ton erneut auf das Problem hinwies („Das zu 100 Prozent dem Staat gehörende Unternehmen @DB_Bahn ist so seriös wie ein Jamba-Sparabo“) und dazu Fotos der beiden Bahncards postete, reagierte die Bahn, oder genauer gesagt der Twitter-Account des Deutsche-Bahn-Personenverkehrs – mit Hinweisen auf die Bahncard-Servicestelle und den Kundendialog.

„Alles längst versucht“, entgegnete der Twitter-Nutzer und kritisierte, das Unternehmen wisse „ganz genau, was es da macht. Gibt es eine Erklärung dafür, dass man jederzeit von Bahncard 25 auf 50 wechseln kann, aber nicht umgekehrt? Das solltet ihr ändern“, schrieb er weiter. Auf die Frage, warum das so sei, folgte die pampig klingende Antwort des Bahnmitarbeiters: „Unternehmerische Entscheidung.“

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Eine Reaktion, die zahlreiche, häufig sarkastische Reaktionen hervorrief. So weit, so schlecht.

Wer meinte, der Fall sei damit abgeschlossen, hatte sich allerdings getäuscht. Der offizielle Account der Deutsche Bahn AG stürzte sich auch noch in das Social-Media-Getümmel und zitierte den Tweet der Kollegen des Deutsche-Bahn-Personenverkehr-Accounts mit den Worten: „Warum kommt der Shitstorm immer, wenn nur noch der Prakti da ist …“

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Das wiederum löste nicht vornehmlich Spott aus, sondern scharfe Kritik an der vermeintlich mangelnden Wertschätzung von Praktikanten, die darin zum Ausdruck komme. „Offenbar hat die DB ein gestörtes Verhältnis zu PraktikantInnen. Wow!“, „Wir brauchen 2021 keine dümmlichen Prakti-Witze mehr!“ oder „Wie mich dieser Praktikant*innen-Satz wütend macht. Ich kenne so so so großartige und engagierte Praktikant*innen, die auch an dieser Stelle souverän reagiert hätten“, kritisierten Nutzer.

Wer auf eine Entschuldigung der Deutschen Bahn hoffte, der musste fast drei Stunden warten – am späten Abend kam sie schließlich doch noch.

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„Wir hätten besser wissen müssen, dass der ‚alte‘ Prakti-Spruch nicht angemessen ist. Dafür möchten wir um Entschuldigung bitten. Insbesondere bei allen Praktikant:innen“, twitterte der Bahn-Account.

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