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„Plötzlich arm, plötzlich reich“: Zwölf Beschwerden über Sat.1-Reality-Format

  • Nach schweren Vorwürfen gegen das Reality-TV-Format „Plötzlich arm, plötzlich reich“ hatte Sat.1 die Sendung abgesetzt.
  • Bei der Landesmedienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein sind inzwischen trotzdem ein Dutzend Beschwerden über die nicht fertig gestellte Episode eingegangen.
  • Auch in der Politik ist „Plötzlich arm, plötzlich reich“ Thema.
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Norderstedt. Bei der Landesmedienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein sind bisher zwölf Beschwerden über eine Episode des inzwischen abgesetzten Sat.1-Reality-Formats „Plötzlich arm, plötzlich reich“ eingegangen. „Da die Sendung nicht ausgestrahlt wurde, kann die Sendung selbst nicht durch die Programmaufsicht bewertet werden“, teilte die Medienanstalt auf Anfrage am Mittwoch in Norderstedt mit. Man nehme jedoch den Vorfall und – „jenseits des Einzelfalls – die dahinter liegenden strukturellen Fragen sehr ernst“. Deshalb wollte sich der Medienrat in der Sitzung am Mittwoch mit dem Thema beschäftigen.

In der Episode, die den Anstoß für die Kritik gab, hätte Matthias Distel – bekannt als Schlagersänger Ikke Hüftgold – mit einer Mutter und ihren Kindern Wohnung und Alltag tauschen sollen. Er brach jedoch die Dreharbeiten ab und warf dem Sender vor, das Wohl der beiden Kinder, die schwer traumatisiert seien und sich in psychologischer Behandlung befänden, mit Füßen zu treten. Dies geschehe, um „aufgrund von möglichst hohen Quoten und einer menschenverachtenden Herangehensweise die Sensationsgier der breiten Masse“ zu befriedigen. Die Produktion habe über die Behandlung der Kinder Bescheid gewusst.

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Sat.1 hat „Plötzlich arm, plötzlich reich“ eingestellt

Inzwischen hat Sat.1 das Format „Plötzlich arm, plötzlich reich“ beendet und sich bei den Betroffenen entschuldigt. In dem seit 2018 laufenden Reality-Format tauschten eine reiche und eine arme Familie für eine Woche ihre Lebensumstände.

Am Dienstag hatten zudem die Grünen-Bundestagsabgeordneten Margit Stumpp (Sprecherin für Medienpolitik) und Tabea Rößner (Sprecherin für Digitalpolitik) die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein aufgefordert, Stellung zum Fall der abgesetzten Sendung zu beziehen. In einem Schreiben an den Direktor der Medienanstalt, Thomas Fuchs, fragten sie nach eigenen Angaben, ob und wann die für die Aufsicht von Sat.1 zuständige Anstalt von den mittlerweile öffentlich bekannt gewordenen mutmaßlichen Verstößen gegen den Kinder- und Jugendschutz während der Dreharbeiten zur Reality-TV-Sendung erfahren habe. Die Grünen-Politikerinnen fordern von der Medienanstalt eine lückenlose Aufklärung des Falls.

RND/epd

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