Influencer-Fiasko beim „Perfekten Dinner“: „Ich hoffe, du machst nie ein Restaurant auf“

  • Fotos schießen können sie – aber sind sie auch gute Köche? Beim VOX-Klassiker „Das perfekte Dinner“ war die „Promi-Influencer“-Woche ausgerufen.
  • Die begann ruhmreich, aber endete mit Lachtränen und ganz viel für die Restmülltonne.
  • Schuld daran war auch ein Corona-Fall.
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Mehr Handy-Gefummel war wahrscheinlich nie zwischen Backofen und Kühlschrank beim „Perfekten Dinner“. Aber das Arbeitsgerät kann man einer Influencerin natürlich auch dann nicht verwehren, wenn sie im Fernsehen auftritt. Die „Promi Influencer“-Woche war ausgerufen bei der am VOX-Vorabend dauerköchelnden Reihe „Das perfekte Dinner“.

Für den vermutlich nur noch selten auftretenden Fall, dass der digitalste aller Broterwerbe beim TV-Publikum Erklärungsbedarf weckt, gab sich Teilnehmerin Carmen (eine Million Follower beim Insta-Kanal „Carmushka“) alle Mühe: „Im Grunde ist das, was wir machen, eine Art Realityshow, in der wir aber alles selber in der Hand haben. Das heißt, wir filmen die Dinge, die wir zeigen möchten.“

Ersatz-Kandidatin kocht ohne Plan

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Das läuft beim klassischen Reality-TV natürlich eine Spur anders. Was beim „Perfekten Dinner“ im Topf und auf dem Teller landet, ist nur bedingt mit Photoshop zu retten. Vier Abende machten „Deutschlands schönste Internet-Benutzer“ ihrem Berufsstand alle Ehre. Mademoiselle Nicolette, Carmen Kroll, Louis Kuhlmannund Michi Brandl glänzten in der „Social-Media-Metropole Köln“ nicht nur durch schicke Loftwohnungen und Nachtischteller aus der Designabteilung. Nein, allen Beteuerungen zufolge, war ihnen auch geschmacklich das allermeiste zur vollsten Zufriedenheit ihrer Mitstreiter gelungen. Dann kam der Finalabend.

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An dem hatte Justine Schlütter – 149.000 Instagram-Follower – ungünstige Startbedingungen. Eigentlich hätte Mode- und Mama-Bloggerin Karo Kauer teilnehmen sollen, doch die erkrankte kurz vor Beginn der Dreharbeiten am Coronavirus. Die Ersatzkandidatin stapelte, wie sich zeigen sollte, nicht grundlos tief: „Ich habe mir keine Sekunde darüber Gedanken gemacht, dass ich wirklich einspringen muss. Jetzt stehe ich hier und habe keine Ahnung, was ich machen soll.“

Zum Glück hatte sie ihren guten Freund Srira engagiert, einen mehr als ambitionierten Hobbykoch, der die Brühe nicht gekörnt aus dem Glas holt, sondern selbst einkocht. Man will sich nicht ausmalen, wie es ohne den Helfer gelaufen wäre. Als der zum Eintreffen der Gäste schon wieder in den Kölner Abend entschwunden war, machte sich bei der Zurückgelassenen Panik breit. Sie ließ sich kaum verbergen. „Super nervös war Justine heute bei der Ankunft“, war Nicolette aufgefallen. „Man hat gemerkt, dass es ihr schon fast unangenehm war.“

„Wir lachen dich nicht aus“

Als Hommage an ihre westmünsterländische Heimatstadt hatte sich die Wahl-Kölnerin ein „Bocholter Menü“ vorgenommen. Motto: Hauptsache Ei dabei. Das führte bei der Vorspeise „Hochzeitssuppe“ noch zu einem verblüffend runden Ergebnis – auch weil Freund Srira per Videotelefonat wertvolle Kommandos gab: „Power auf vier, jetzt Gemüse rein!“

Alles retten konnte der fernmündliche Ratgeber aber nicht. Dass zu viel Pasta in einem zu kleinen Topf Platz suchte, führte zum vermeidbaren Küchen-GAU. „Ach, kumma! Sind die Nudeln angebrannt“, konstatierte die Influencerin matt. Kollektive Auto-Suggestion („Hmmmm ...“) half da bei Tisch nur noch bedingt. „Das ist so sch...“, nahm die Köchin den Gästen das Fazit vorweg. „Was heißt denn ‚drüsch‘ in Bocholt?“, gackerte Michi. Carmen relativierte: „Wir lachen dich nicht aus, wir lachen mit dir. Komm, lach mal ne Runde!“

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Im Nebenraum rang „Hahn im Korb“ Louis um nicht allzu verletzende Worte. „Der erste Gedanke bei der Hauptspeise war: Wie verpacke ich gleich die Bewertung?“ Michi hatte weniger Skrupel, aber umso mehr Fragen: „Was hat die eigentlich den ganzen Tag gemacht?“ Carmen sah’s nüchtern: „Am Ende waren es einfach nur Nudeln mit Ei.“

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Nachtisch kommt nur bei einer Person gut an

Bei der dreiteiligen Nachspeise fand die „Herrencreme“ immerhin der einzige Herr der Runde „richtig lecker“. Carmen hingegen streckte frühzeitig das Besteck: „Hätt‘ ich drei Löffel mehr gegessen, wär‘ mir schlecht geworden.“ Es wurde nicht besser, aber durchaus noch lustiger. Als Absacker reichte Justine die gefürchtete Alk-in-Alk-Variante, die als „U-Boot“ geläufig ist (offenes Jägermeisterfläschchen im Bierglas). „Hart asozial“, wie Louis in einer Mischung aus Erschütterung und Respekt kundtat.

Dass Justine solide 30 Punkte aus dem Abend mitnahm, dürfte der Stimmung geschuldet sein. „Du hast es gerockt“, lobte Michi. „Aber ich hoffe, du machst nie ein Restaurant auf.“ Fand auch Nicolette: „Aber eine Kneipe wäre gut!“

Siegerin der „Promi-Influencer“-Woche beim „Perfekten Dinner“ wurde Michi Brandl, mit der fast maximalen Ausbeute von 39 Punkten – dicht gefolgt von Carmen mit 38 Zählern. Die Gewinnsumme teilte die Siegerin schwesterlich mit der ganzen Runde, zu verwenden jeweils für den guten Spendenzweck.

Happy End also in Köln, nur Nicolette fand, dass sie alles Recht habe, über den vierten Platz (36 Punkte) enttäuscht zu sein: „Ich fahre jetzt gleich ins Hotel und blockiere erst mal alle.“ Ein Spaß nur, nehmen wir zumindest schwer an.

RND/Teleschau

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