“Paw Patrol”: Kinderserie wegen unkritischer Polizeidarstellung absetzen?

  • Im Zuge der aktuellen Rassismusdebatte wurde auch Kritik an zahlreichen Serien und Kinofilmen laut.
  • Inzwischen erreicht die Diskussion sogar eine der beliebtesten Kinderserien der Welt: “Paw Patrol”.
  • Kritiker werfen die Frage auf, ob die Animationsserie wegen der unkritischen Darstellung des Polizeihundes Chase abgesetzt werden sollte.
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Die Debatte um Rassismus trifft mit voller Wucht auch Medieninhalte: Der Streamingdienst HBO Max hat den Filmklassiker “Vom Winde verweht” wegen der Darstellung von Sklaverei vorläufig aus dem Programm genommen, ebenso erging es der BBC-Comedy-Serie „Little Britain“ – die weißen Comedians machten darin auch Schwarze lächerlich. Die amerikanische Polizei-Reality-Serie “Cops” wurde gar komplett eingestampft, eine bereits abgedrehte Staffel wird nicht mehr gezeigt. Jetzt kommt auch Kritik an einer Serie auf, die weltweit zum Standardprogramm in Millionen Kinderzimmern gehört: “Paw Patrol”.

Die Animationsserie, die in Deutschland bei Nickelodeon und Super-RTL läuft, handelt vom zehnjährigen Ryder und der “Paw Patrol”, seinen sechs mutigen Hundefreunden. In den mittlerweile sieben veröffentlichten Staffeln meistert die “Paw Patrol” zahlreiche Abenteuer und Aufgaben, doch jetzt sehen sich der Polizeischäferhund Chase und seine tierischen Freunde ihrer vielleicht größten Herausforderung gegenüber: den lauter werdenden Stimmen nach einer Absetzung der Serie.

Die Diskussion nahm ihren Anfang mit einem Tweet des offiziellen Accounts von “Paw Patrol”. Darin drückten die Serienmacher ihre Solidarität mit der “Black Lifes Matter”-Bewegung aus.

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Darunter fanden sich allerdings schnell Kommentare wie “Schafft Chase ab”, “Entmachtet die Paw Patrol” oder “Alle Hunde kommen in den Himmel, nur die der Paw Patrol nicht”.

“‘Paw Patrol’ scheint harmlos zu sein, und genau das ist der Punkt”

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So weit, so überschaubar war zunächst noch die Kritik an “Paw Patrol”. Am vergangenen Mittwoch veröffentlichte die “New York Times” dann allerdings einen Beitrag unter der Überschrift “The Protests Come for ‘Paw Patrol’” (deutsch: “Die Proteste erreichen Paw Patrol”). Darin schreibt die Autorin unter anderem: “Die Bemühungen, Polizeigewalt öffentlich zu machen, bedeuten auch, den Archetyp des guten Polizisten zu verbannen" – auch und gerade aus dem Fernsehen. “‘Paw Patrol’ scheint harmlos zu sein, und genau das ist der Punkt: Die Protestbewegung beruht auf dem Verständnis, dass Polizisten viel Schaden anrichten”, schreibt die Autorin weiter.

Ob der aktuellen Kritik an fiktiven Polizeicharakteren in Fernsehen und Kino kommt sie zu dem Schluss: “Sogar großherzige Comic-Polizeihunde – oder vielleicht speziell großherzige Comic-Polizeihunde – sind gewarnt.”

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“Die Absurdität kennt keine Grenzen”

Der “New York Times”-Artikel wiederum rief in sozialen Medien neben Zustimmung auch zahlreiche kritische Reaktionen hervor. Sogar der texanische Senator Ted Cruz äußerte sich bei Twitter und schrieb: “Die Absurdität kennt keine Grenzen.”

Die “Paw Patrol”-Macher und der Sender Nickelodeon haben sich bislang nicht zu der Diskussion geäußert.

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