Oprah Winfrey spricht mit Lyrikerin Amanda Gorman über inspirierende Frauen

  • Als jüngste Lyrikerin, die auf der Vereidigung eines Präsidenten gesprochen hat, wurde Amanda Gorman weltberühmt.
  • Nun war die 23-Jährige zu Gast bei Talkshow-Queen Oprah Winfrey.
  • In dem Gespräch ging es vor allem um Frauen, die die junge Poetin inspiriert haben.
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Mit dem Gedicht „The Hill We Climb“ wurde Amanda Gorman bei der Amtseinführung von Präsident Joe Biden weltbekannt – und das im Alter von damals gerade einmal 22 Jahren. Nach dem 20. Januar 2021 hat sich das Leben der jüngsten Dichterin, die je bei einer Amtseinführung sprach, verändert: Sie zierte das Cover des „Time Magazine“, schloss Buchdeals ab, unterschrieb einen Modelvertrag und trug ein Gedicht beim Super Bowl vor.

Nun traf die junge Amanda Gorman auf die ältere Oprah Winfrey. In „The Oprah Conversation“, einer Talkshow auf Apple TV+, spricht Gorman anlässlich des Women’s History Month, der im März in den USA, Großbritannien und Australien gefeiert wird, über Frauen, die sie inspiriert haben. Eine davon ist ihre Interviewerin selbst, wie „USA Today“ berichtet.

Amanda Gorman: Inspiriert von Dichterin Maya Angelou

Oprah Winfrey sei zusammen mit Maya Angelou, einer schwarzen Lyrikerin und Menschenrechtsaktivistin, und der schwarzen US-amerikanischen Schriftstellerin Toni Morrison Vorbild für sie gewesen, so Gorman. Das Lob gibt die Talkqueen zurück: „Amanda Gorman ist eine junge Frau, die mit enormer Anmut und Würde in einem historischen Moment aufgetreten ist“, sagte Oprah Winfrey in einer Pressemitteilung. „Ich war vom ersten Moment unseres Treffens an von ihrem jugendlichen Geist angetan und habe mich sehr darüber gefreut zuzuhören, was sie in den letzten Monaten alles erlebt hat.“

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Eine besondere Rolle nimmt dabei Maya Angelou ein, so Gorman. Angelou sprach 1993 bei der Amtseinführung von Präsident Bill Clinton ihr Gedicht „On the Pulse of Morning“. Das habe Gorman sehr beeinflusst. „In meinem letzten Studienjahr habe ich mich jeden Morgen mit ‚On the Pulse of Morning‘ geerdet.“ Sie habe darüber eine tiefe Verbundenheit mit der 2014 verstorbenen Angelou gespürt.

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Die Bücher von Toni Morrison seien „befreiend“ für sie gewesen, so Gorman

So sei sie auch erstaunt gewesen, als sie beim Lesen von Angelous Biografie eine weitere Gemeinsamkeit entdeckte: Beide hatten Sprachfehler. „Nachdem ich Angelous Buch gelesen habe, war ich wütend auf meine Pädagogen, weil sie mich nicht auf die Ähnlichkeit mit ihr aufmerksam gemacht hatten“, so Gorman. „Ich dachte: Ich bin ein schwarzes Mädchen mit einem Sprachfehler, und niemand hielt es für wichtig, mir zu sagen, dass diese große Rednerin, die ich gerade lese, einen ähnlichen Kampf hatte?“ Heute betrachte sie diese Verbindung als „einen Leuchtturm“ in ihrem Leben.

Video
Amanda Gorman: Poetin wird zur Stimme der Amtseinführung
1:53 min
Während bei seiner Amtseinführung die 23-jährige Dichterin Amanda Gorman Hoffnung macht, zerschlagen Linksextreme in Portland das Parteibüro der Demokraten.  © Reuters
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Die Romane von US-Schriftstellerin Toni Morrison, die 1993 als erste schwarze US-Amerikanerin den Literaturnobelpreis erhielt, hätten sie befreit, so Gorman. Die Romane, die sie in ihrer Jugend selbst geschrieben habe, hätten immer weiße Charaktere abgebildet. „Als ich ‚The Bluest Eye‘ gelesen habe, hat es alles, was ich dachte, was Literatur ist und sein könnte, komplett durcheinandergebracht, und von diesem Moment an wurden meine Charaktere viel dunkler, sie wurden mir viel ähnlicher, und ich war einfach so befreit, Geschichten über meine Leute und meine Gemeinschaft zu schreiben.“

Talk zwischen Oprah Winfrey und Amanda Gorman auf Apple TV+

Auch über die Beziehung zu ihrer Mutter und was sie zu dem Gedicht „The Hill We Climb“ inspiriert hat, erzählt Gorman in dem Interview. Das ist seit Freitag, 26. März, auf Apple TV+ abrufbar.

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Das Gedichtbuch „The Hill We Climb“ erscheint am 30. März, in Deutschland auch als zweisprachige Ausgabe auf Englisch und Deutsch. Im September sollen zwei weitere Werke veröffentlicht werden, ein Kinderbuch sowie eine Gedichtsammlung rund um „The Hill We Climb“.

RND/msk

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