• Startseite
  • Medien & TV
  • „Oe24“ gestürmt: Aktivistinnen protestieren gegen Bericht­erstattung im Fall Leonie

Protest gegen Berichterstattung im Fall Leonie: Aktivistinnen dringen in Büros von Oe24 ein

  • Mitglieder einer feministischen Aktivistinnen­gruppe haben die Büroräume des österreichischen Mediums Oe24 gestürmt.
  • Per Megafon beklagten sie die aus ihrer Sicht „unglaublich grausame Bericht­erstattung“ über Femizide.
  • Die Geschäfts­führung spricht von einem Angriff auf die Pressefreiheit.
Anzeige
Anzeige

Wien. Eine Aktivistinnen­gruppe hat Büroräume des österreichischen Mediums Oe24 gestürmt. Wie „Die Presse“ berichtet, drang die sogenannte „Feministische Alarmabteilung“ offenbar über den Müllraum in Werbe- und Verkaufsräume des Pressehauses ein, jedoch nicht in die Redaktion.

Anlass der Protest­aktion war offenbar die Wien-Berichterstattung des Mediums. In der österreichischen Hauptstadt war Ende Juni die 13 Jahre alte Leonie tot aufgefunden worden, nach aktuellem Ermittlungs­stand wurde das Kind unter Drogen gesetzt, sexuell missbraucht und dann erstickt. Die Polizei nahm drei tatverdächtige Männer aus Afghanistan fest – das Boulevard­medium stieg groß in die Bericht­erstattung ein und nannte die Nationalität der Tatverdächtigen.

Das Stream-Team Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix & Co. ‒ jeden Monat neu.
Anzeige

„Wir sind hier, weil wir auf die unglaublich grausame Bericht­erstattung von Oe24, was Femizide betrifft, aufmerksam machen. Das kann doch gar nicht sein. Eure Arbeit ist Scheiße, absolut Scheiße!“, ruft eine Aktivistin durch ein Megafon. Die Szenen sind auf einem Twitter-Video zu sehen. Das Video verbreitete die Gruppe unter der Überschrift „Keine Profite mit unsensibler Femizid­bericht­erstattung!“.

Anzeige

„Angriff auf Medien­freiheit“

In dem Video ist auch eine Auseinander­setzung mit einem Mitarbeiter des Hauses zu sehen. „Ihr seids zu feige, eure scheiß Gesichter zu zeigen“, ruft der Mann etwa. Die Gesichter der jungen Frauen waren vermummt, zudem trugen sie Sonnenbrillen.

Anzeige

Die Polizei beendete die Aktion schließlich. Mehrere Aktivistinnen wurden nach Medien­berichten vorübergehend von der Polizei festgehalten, danach jedoch wieder freigelassen. Oe24 selbst berichtet von, „vermummten linksextremen Aktivisten“, die die Verkaufs­büros des Mediums erreicht hätten. „Von den Anarchos“ seien mehrere Mitarbeiterinnen „persönlich und körperlich attackiert“ worden. Verletzte habe es nicht gegeben.

Oe24-Geschäftsführer Niki Fellner wird in einer Stellungnahme zitiert: „Wir verurteilen dieses gewaltsame Eindringen von vermummten Extremisten auf die Medienfreiheit auf das Schärfste. Wir werden uns von niemanden – und schon gar nicht von solchen Aktionen – an unserer kritischen Bericht­erstattung behindern lassen.“

RND/msc

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen