Nils Glagau: Das ist der neue Juror bei „Höhle der Löwen“

Nils Glagau verstärkt die Juroren-Runde von „Höhle der Löwen“. In der kommenden Staffel wird er Gründern finanziell unter die Arme greifen. Woher kommt der neue Investor und welche Themen liegen dem 42-Jährigen besonders am Herzen?

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Köln. Das Löwenrudel wächst: Unternehmer Nils Glagau ist bei der "Höhle der Löwen" als Juror für die kommende Staffel eingestiegen. Der Sender Vox verkündet den Zuwachs in ihrer Gründershow medienwirksam kurz vor der Ausstrahlung der letzten Folge am Dienstag, 20. November. Mit Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Georg Kofler, Dagmar Wöhrl, Frank Thelen und Ralf Dümmel konkurriert der 42-jährige Unternehmer 2019 um Investitionen in neue Start-Ups.

Doch wer ist der junge Unternehmer? Bei Vox und die "Höhle der Löwen" stellt er sich mit ein paar Sätzen vor. Als Geschäftsführer des 400-Mitarbeiter-Unternehmens Orthomol aus Langenfeld bei Düsseldorf, das Nahrungsergänzungsmittel vertreibt, habe er langjährige Erfahrung rund um die Welt der Gesundheit. "Ich bin ganz authentisch", versichert Glagau. Er versuche Gründer sowohl mit Charme als auch mit Argumenten zu überzeugen.

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Was bringt er mit? Das Unternehmen Orthomol, das sein Vater Kristian Glagau vor 27 Jahren gegründet hat, hat Nils Glagau aus der Garage im Elternhaus mit aufgebaut. Doch dann tut sich ein anderer Weg vor ihm auf: Nils Glagau studierte in Bonn Ethnologie mit dem Schwerpunkt Alt-Amerikanistik. Sein Forschungsschwerpunkt: die Kultur der Maya. Laut einem Zeitungsbericht ist sein Faible für alte Kulturen auch im Konferenzraum seiner Firma zu sehen: Ägyptische Hieroglyphen schmücken dort die Wände.

Nils Glagau: Unternehmer wider Willen?

Nils Glagau zog sich zunächst aus der Firma zurück. Doch 2009 verstarb sein Vater, der Unternehmensgründer Kristian Glagau, unerwartet – und Nils Glagau übernahm die Geschäfte. „Ich glaube, dass wir im Unternehmen tatsächlich sehr flache Hierarchien haben. Entsprechend kurz sind die Wege – bis zur Führungskraft, aber auch auf die Geschäftsführungsebene. Das Verhältnis untereinander ist unkompliziert und kommunikativ, die Führungskultur kooperativ“, sagte er in einem Interview mit dem Magazin „Karriereführer.

Der Firmenname Orthomol steht für „orthomolekulare Medizin“ – ein Trend aus den USA, den Kristian Glagau einst nach Deutschland geholt hat. Diese alternativmedizinische Methode ergänzt präventiv die Nahrung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Die Schulmedizin steht der orthomolekularen Medizin skeptisch gegenüber. Auf Kritik reagierte Glagau: Er verkaufe seine Produkte nicht als Allheil- oder Wundermittel.

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Verbraucherschutz Hamburg wird auf Orthomol aufmerksam

Doch auch der Verbraucherschutz Hamburg ist auf Orthomol aufmerksam geworden. Bei einem Produkt für Kinder seien unter anderem die vom Bundesinstitut für Risikobewertung empfohlenen Höchstmengen für Vitamin A, Vitamin E und Mangan überschritten. Eine Überdosierung von Vitamin A könne sich mit Kopfschmerzen, Übelkeit oder Müdigkeit negativ auf die Gesundheit auswirken.

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Das Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftswoche“ sieht das Geheimnis von Orthomol vor allem im Vertrieb, etwa 100 der 400 Mitarbeiter arbeiteten dort. Die Vitaminpräparate gäbe es weder im Supermarkt noch in Drogerieketten zu kaufen– sondern in der Apotheke. Eine Box koste 50 bis 60 Euro, der Apotheker verdiene etwa 30 Prozent des Packungspreises. Das Ziel des Unternehmens für 2018: 100 Millionen Euro Umsatz.

In welche Gründer und Ideen Glagau investieren will, wird erst in der nächsten Staffel zu sehen sein. Auch welchen Löwen der 42-Jährige ersetzten wird, ist noch nicht bekannt.

Von Geraldine Oetken/RND

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