Nach umstrittenen Gastkommentar: “New York Times” tauscht Verantwortlichen für Meinungsseite aus

  • Donald Trump hatte damit gedroht, Militär in Städte zu schicken, die mit den aktuellen Demonstrationen nicht allein zurecht kommen.
  • Ein Gastkommentator in der “New York Times” hatte das gefeiert.
  • Das hat nun Folgen für den Verantwortlichen.
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New York. Der einflussreiche Chef der Meinungsseite der "New York Times", James Bennet, hat nach einem sehr umstrittenen Gastkommentar mit sofortiger Wirkung gekündigt. Die Forderung eines republikanischen Senators nach dem Einsatz des Militärs bei den Protesten in den USA hatte innerhalb der Zeitung zu einer Revolte geführt und das Blatt in Erklärungsnot gebracht.

Der Verleger der “New York Times”, A.G. Sulzberger, erklärte am Sonntag, die Zeitung sei Bennet für seine Leistung seit Mai 2016 “dankbar”. Nun werde die Journalistin Katie Kingsbury die Meinungsseite kommissarisch führen.

Die “New York Times” hatte am Donnerstag bereits mitgeteilt, der Gastbeitrag von Senator Tom Cotton mit der Überschrift “Schickt die Truppen rein” (“Send In The Troops”) entspreche nicht den Standards der Zeitung. Ein “überstürzter redaktioneller Prozess” habe zur Veröffentlichung des Meinungsbeitrags geführt. Die Zeitung berichtete zudem, dass Bennet den Beitrag nicht vor der Veröffentlichung gelesen hatte.

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In Washington gehen die Proteste nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd in die nächste Runde. RND-Korrespondent Karl Doemens berichtet aus der US-Hauptstadt.  © RND
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Cotton hatte unter anderem geschrieben: “Vor allem eines wird die Ordnung auf unseren Straßen wieder herstellen: eine überwältigende Machtdemonstration, um Gesetzesbrecher zu vertreiben, festzunehmen und schließlich abzuschrecken.”

Seit fast zwei Wochen kommt es in vielen US-Städten zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Auslöser war der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am 25. Mai. Die Proteste arteten anfangs zum Teil in Ausschreitungen und Plünderungen aus.

Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump angeordnet, die Nationalsgarde aus Washington D.C. abzuziehen.

RND/dpa/pach

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