Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Neujahrs-„Tatort“: Geistreiche Ermittlungen in Weimar

Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen).

Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen).

Weimar. Die schlechte Nachricht zu Beginn: Mira Thiels „Der feine Geist“ ist der einzige Weimarer „Tatort“ im Jahre 2021. Als Grund dafür nennt die MDR-Pressestelle coronabedingte Drehverschiebungen. 2022 soll es aber mit der Reihe weitergehen. Ob es aber tatsächlich eine Fortsetzung mit dem witzig-kalauernden Ehepaar Kira Dorn (Nora Tschirner) und dem hibbeligen Klugscheißer Lessing (Christian Ulmen) gibt, das scheint jedoch nach dem aktuellen Fall zumindest fraglich.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Zurück nach Weimar: Dorn und Lessing sind scherzend in der Stadt unterwegs und werden vor einem Juwelierladen Zeuge eines Überfalls. Dabei wird ein Geldbote kaltblütig ermordet. Die beiden Ermittler verfolgen den Täter bis in die bekannte Weimarer Parkhöhle hinein, dabei wird Lessing dann durch einen Streifschuss außer Gefecht gesetzt. Eigentlich eine Lappalie, die aber große Folgen haben wird. Nicht nur auf den Fortgang der Geschichte, sondern womöglich auch auf den gesamten Weimarer „Tatort“.

Während sich Lessing in einer witzigen Szene von der Gerichtsmedizinerin verarzten lässt, ermittelt von jetzt an Dorn ohne ihren Partner. Das macht die nassforsche Kommissarin zwar recht gut, allerdings fehlen die komischen Dialoge mit Lessing.

Ziemlich uninspirierte Krimihandlung

Genau die sind nun einmal das Markenzeichen ihrer „Tatorte“ gewesen und machen wohl auch die Beliebtheit dieses Ermittlerduos aus. Dieser Verzicht ist eine Drehbuchentscheidung, die umso überraschender ist, da auch diesmal wieder der Comedyspezialist und Kalauer-König Murmel Clausen als Autor fungiert. Und dass sich Clausen dann im letzten Drittel des Films auch noch als Fan der abgedrehten Ulrich-Tukur-„Tatorte“ outet, überrascht sogar noch mehr.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bis es dazu kommt, entwickelt sich allerdings erst mal ein ganz gewöhnlicher Whodunit-Fall. Die Spur des Verbrechens führt Dorn zu der Firma, bei der der ermordete Geldbote beschäftigt gewesen ist. Und Verdächtige gibt es dort genügend, als nur einen Tag später erneut ein ähnlicher Überfall geschieht.

Das Stream-Team

Was läuft bei den Streamingdiensten? Was lohnt sich wirklich? Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix & Co. gibt‘s jetzt im RND-Newsletter „Stream-Team“ – jeden Monat neu.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Bei den Befragungen entpuppt sich die zuständige Sicherheitsfirma als sektenähnliche Gemeinschaft aus Ex-Knackis, die geführt wird von John Geist (Ronald Zehrfeld), einem muskelbepackten Typen, der offenbar auch noch krumme Geschäfte mit seltenen Vogelarten betreibt und dabei unterstützt wird von einer hohen Verwaltungsangestellten (Inga Busch).

Die ziemlich uninspirierte Krimihandlung plätschert allerdings recht müde dahin, aufregend ist sie beileibe nicht. Bemerkenswert an diesem Film sind andere Dinge. So kündigt beispielsweise Dorns und Lessings Chef Kurt Stich (Thorsten Merten) seinen Abschied an, und Hoffnung auf seine Nachfolge macht sich ausgerechnet Lupo (Arndt Schwering-Sohnrey), das komische Faktotum dieser Reihe. Der Zuschauer lernt endlich den Zwergen (Jona Truschkowski) kennen, also den Sohn von Dorn und Lessing, dessen Erwähnung bisher als Running Gag der Reihe gedient hat.

Lessing ermittelt geisterhaft

Dann jedoch geschieht Unfassbares. Der Film verwandelt sich plötzlich in eine recht wilde surreale Mischung aus Träumen, Wünschen und auch Ängsten. Nichts scheint so, wie es ist. Im Verlauf der Handlung zeichnet sich ab, dass dieser Fall den „Tatort“ aus Thüringen grundlegend verändern wird. In diesem Krimi spukt es. Und überhaupt spielt der Abschied in diesem „Tatort“ eine weit größere Rolle als der Zuschauer zunächst denken mag.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nur so viel: Lessing ermittelt geisterhaft. Eine ziemlich versponnene Idee, die angeblich von Christian Ulmen höchstpersönlich stammt. Ob er im Jahr 2022 als Geisterkommissar tatsächlich weitermacht oder lieber mit seinem Vorgesetzten Stich in den „Tatort“-Ruhestand geht, das bleibt nebulös.

„Tatort – Der feine Geist“, ARD, mit Nora Tschirner, Christian Ulmen, Freitag, 1. Januar 2021, 20.15 Uhr

Mehr aus Medien

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken