Neue Corona-Standards für Dreharbeiten: Fünf Tage Quarantäne vor Kussszene

  • Es wurden neue Empfehlungen für Filmdrehs in Zeiten von Corona veröffentlicht.
  • Demnach sollen Schauspieler unter anderem, bevor sie eine Kussszene drehen, fünf Tage in Quarantäne gehen.
  • Generell soll der direkte Kontakt zu anderen Personen vor der Kamera auf ein Minimum reduziert werden.
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Berlin. Schauspieler, die sich beim Dreh etwa beim Küssen ganz nahe kommen, sollen sich wegen der Corona-Krise zuvor fünf Tage in Quarantäne begeben. Diese und mehr Empfehlungen für Filmproduktionen gab die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse heraus. Der Vorsitzende der Produzentenallianz, Alexander Thies, sagte am Mittwoch über die Richtschnur insgesamt: "Obgleich der neue Standard erhebliche Herausforderungen für die Branche mit sich bringt, haben wir nun von autorisierter Stelle einen Handlungsrahmen an die Hand bekommen, der es ermöglicht, dass Film- und Fernsehproduktionen deutschlandweit in allen Genres neu starten oder fortgeführt werden können."

Die Fernseh- und Filmwirtschaft beschäftigt sich intensiv mit der Wiederaufnahme von Produktionen mit den einhergehenden schrittweisen Lockerungen in Deutschland. Im Mai hatten sich öffentlich-rechtliche und private Sender mit Produzenten an einem "Runden Tisch" getroffen. Die Branche beklagt hohe Ausfälle durch Drehabbrüche, -unterbrechungen und -verschiebungen.

Kontakt vor Kamera auf Minimum reduzieren

Die Genossenschaft erarbeitete die Empfehlungen auf Basis der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards des Bundesarbeitsministeriums. Vor der Kamera soll der direkte Kontakt zu anderen Personen auf ein Minimum reduziert werden. Es gelte ein Mindestabstand von1,5 Metern. Nur in Ausnahmefällen soll es möglich sein, sich näher zu kommen. Als Ersatzschutzmaßnahme müsse eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Wenn das nicht möglich ist, greife die Quarantäne-Regel.

Laut Genossenschaft sind die Empfehlungen verbindlich und auch eine Richtschnur für Behörden, wenn es etwa um Sanktionen geht. Zugleich könne eine Produzentenfirma auch alternative Wege gehen, wenn diese dem Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums entsprechen.

RND/dpa

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