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Netflix: Streamingdienst testet neue Zeitraffer-Funktion und verärgert Hollywood

  • In regelmäßigen Abständen testet Netflix neue Funktionen, um den eigenen Streamingdienst zu verbessern.
  • Aktuell handelt es sich hierbei um ein Zeitraffer-Feature für Filme und Serien.
  • Das Test-Feature sorgt nun jedoch für Ärger, vor allem unter Filmschaffenden.
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Konkret geht es um eine mögliche Anpassung der Geschwindigkeit von Filmen und Serien, die es Binge-Watchern ermöglicht, in Zukunft noch mehr und noch schneller Inhalte zu konsumieren. Statt der Standardgeschwindigkeit können Kunden einen Film dann ganz nach Belieben in bis zu 1,5-facher Geschwindigkeit anschauen oder diesen verlangsamen auf gerade einmal 0,5-fache Geschwindigkeit. Der Ton wird währenddessen entsprechend angepasst.

Netflix für Faule? Das steckt hinter der Zeitrafferfunktion

Derzeit befindet sich der Zeitraffer allerdings noch in der Testphase und ist lediglich über die Netflix-Android-App verfügbar – und das auch nur in den USA. Hierzulande werden User also voraussichtlich erst einmal nichts von der Neuerung mitbekommen. Aber was hat Netflix eigentlich davon? Ganz einfach: Noch mehr Videoinhalte können in noch kürzerer Zeit an den Kunden gebracht werden. Nach Angaben des Streaminganbieters haben sich Nutzer die Funktion allerdings auch seit langer Zeit gewünscht.

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Für Entsetzen sorgte die Bestätigung des Netflix-Tests hingegen bei Kreativen, etwa Filmproduzenten und Schauspielern, die sich vor allem via Twitter lautstark zu Wort meldeten.

Filmbranche protestiert – Netflix veröffentlicht Stellungnahme nach Shitstorm

Zahlreiche große Namen der Filmbranche, darunter bekannte Regisseure, haben sich bereits zu der Neuerung von Netflix geäußert. Unter anderem kritisieren sie, dass die Filmkunst so nicht mehr auf die Weise genossen werden könne, wie die Künstler sie gemeint hätten, oder das Timing bestimmter Szenen und Momente zerstört werden würde.

Judd Apatow („Superbad“, „Beim ersten Mal“, “Jungfrau (40), männlich, sucht …“):

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Brad Bird („Die Unglaublichen – The Incredibles“, „Ratatouille“):

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Peyton Reed („Ant-Man“):

Peter Ramsey („Spider-Man: A New Universe“, „Die Hüter des Lichts“):

Aufgrund des Protestes hat Netflix bereits mit einer Stellungnahme reagiert (hier einsehbar). Darin heißt es, dass der Streamingdienst in nächster Zeit nicht plant, die Funktion für alle User auszurollen. Zudem verwies Vizepräsidentin Keela Robison darauf, dass das Feature auch einen anderen Vorteil abseits des schnellen Vorspulens hätte: Denn immerhin könnten Nutzer so auch ihre Lieblingsszenen in aller Ruhe anschauen oder eine Sequenz verlangsamen, um beispielsweise eine Fremdsprache besser zu verstehen.