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Netflix-Psychothriller „Schwarze Insel“: eine Deutschlehrerin mit teuflischem Plan

  • Die deutsche Netflix-Produktion „Schwarze Insel“ (bereits streambar) hätte das Zeug für einen spannenden Krimi.
  • Ein vom Schicksal gebeutelter Abiturient fängt eine Affäre mit seiner Deutschlehrerin an, die jedoch Rachepläne verfolgt.
  • Doch die Umsetzung ist nicht gelungen, so RND-Kritiker Ernst Corinth: Er nennt den Psychothriller spannungsarm.
Ernst Corinth
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Eine deutsche Spielfilm­produktion von Netflix ist eher selten – und macht daher neugierig. Dennoch hat der Streaming­dienst den Psychothriller „Schwarze Insel“ vorab nicht wie üblich der Presse gezeigt. So hat man beim Betrachten von Miguel Alexandres Films den leisen Verdacht, dass dadurch negative Vorabkritiken vermieden werden sollten. Der Thriller entpuppt sich nämlich als filmisches Desaster, das nicht unfreiwillig komisch, sondern vor allem spannungsarm ist.

Aber erst einmal die Geschichte: Schauplatz ist das schöne Amrum. Dort muss der Schüler Jonas (Philip Froissant) in kürzester Zeit gleich mehrere Schicksals­schläge verkraften. Erst stirbt unter mysteriösen Umständen seine Großmutter, und dann verunglücken seine Eltern tödlich.

Jonas’ Deutschlehrerin verfolgt einen teuflischen Plan

Damit er weiter auf Amrum leben kann, zieht er bis zu seinem baldigen Abitur notgedrungen zu seinem ungeliebten Großvater (Hanns Zischler). Sein Umfeld unterstützt ihn gut in dieser für ihn schweren Zeit, besonders Nina (Mercedes Müller), mit der er seit seiner Kindheit eng befreundet ist. Auch in der Schule läuft alles bestens: Seine neue Deutschlehrerin Helena Jung (Alice Dwyer) fördert seine schriftstellerischen Ambitionen – und beginnt sogar eine Affäre mit Jonas. Doch dabei verfolgt sie einen teuflischen Plan.

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So weit, so gut. Es könnte der Stoff für einen packenden Krimi sein. Doch leider ist das einzig Aufregende an der Geschichte das Motiv der Psychopathin Jung, das bis kurz vor Schluss im Verborgenen bleibt. Doch wie sie bei ihrem mörderischen Racheplan vorgeht, ist ziemlich lächerlich und unglaubwürdig. Auf die Idee, ein frisch erwürgtes Opfer unter dem Bücherregal einer Bibliothek zu verstecken, muss man erst mal nach ein paar Gläsern Küstennebel kommen. Es ist nur einer von vielen hanebüchenen Einfällen dieses Films. Selbst Routinier Hanns Zischler passt sich dem an und spielt bei einer Herzattacke laienspieltauglich den sterbenden Schwan.

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„Schwarze Insel“ ist bereits auf Netflix streambar.

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