Nach antisemitischem Post

Twitter sperrt Konto von Kanye West - Kein Kauf von rechter Social-Media-Plattform Parler

Twitter-Konto von US-Rapper Kanye West gesperrt (Archivbild).

Twitter-Konto von US-Rapper Kanye West gesperrt (Archivbild).

New York. Twitter hat das Konto des ehemals als Kanye West bekannten Rappers Ye gesperrt. Zuvor hatte Ye das Foto eines mit einem Davidstern verschmolzenen Hakenkreuzes gepostet. Twitter-Chef Elon Musk bestätigte die Suspendierung des Kontos in einem Tweet, indem er auf einen Post Yes mit einem wenig schmeichelhaften Foto des Tech-Milliardärs antwortete. Diesen Post nannte Ye seinen „letzten Tweet“.

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„Ich habe mein Bestes gegeben. Trotzdem hat er wieder gegen unsere Regel gegen Aufstachelung zu Gewalt verstoßen. Konto wird suspendiert“, twitterte Musk. Wenig später fügte er noch hinzu, dass die Sperre nicht wegen des unvorteilhaften Fotos von ihm selbst erfolge, sondern wegen Aufwiegelung zu Gewalt.

Zudem sorgten Sympathiebekundungen für Adolf Hitler für Kritik, die West laut Medienberichten in einer Show auf der rechten Webseite Infowars geäußert haben soll. Im Netz ist das Video der Sendung von US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones zu sehen - angeblich mit Kanye West. Angeblich, denn das Gesicht ist wegen einer strumpfartigen Maske nicht zu erkennen.

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Die Vereinigung Republican Jewish Coalition sprach auf Twitter nach der Show von „einer schrecklichen Jauchegrube gefährlichen, bigotten Judenhasses“.

Die aktuellen Fälle stehen in einer Reihe ähnlicher Vorfälle um den Rapper. So hatte jüngst der Sportartikelhersteller Adidas die Partnerschaft mit West wegen dessen antisemitischen Äußerungen beendet. Auch bei Twitter war West schon einmal gesperrt worden. Musk schrieb damals, er habe mit West gesprochen „und meine Besorgnis über seinen jüngsten Tweet ausgedrückt - die er, glaube ich, sich zu Herzen genommen hat“.

Ye wird rechtslastige Online-Plattform „Parler“ doch nicht kaufen

Den bei rechten Amerikanern populären Kurznachrichtendienst Parler wird Ye nun doch nicht kaufen. Die Entscheidung sei in beiderseitigem Interesse bereits im November getroffen worden, teilte das Social-Media-Unternehmen am Donnerstag mit. Parler werde aber auch weiterhin Möglichkeiten für Wachstum und Entwicklung der Plattform „für unsere dynamische Community“ ausloten.

Noch im Oktober hatte Ye einen Aufkauf von Parler angeboten. West hatte seine Kaufabsicht für Parler damit begründet, dass er die „Meinungsfreiheit“ verteidigen wolle. Damals teilten der Rapper und das Mutterunternehmen Parlement Technologies mit, das geplante Geschäft solle in den letzten drei Monaten des ausklingenden Jahres unter Dach und Fach gebracht werden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Parler gehört zu jenen Online-Plattformen, die mit dem Versprechen, kaum gegen Hassrede, Rassismus und Desinformation vorzugehen, vor allem rechtskonservative, rechtsextreme und libertäre Nutzer locken. Die breite Masse haben diese Dienste nicht erreicht. An den Start ging Parler im August 2018, wurde in rechten Kreisen aber erst zwei Jahre später populär.

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Im Januar 2021 ging Parler wegen seiner Rolle rund um die Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger des früheren Präsidenten Donald Trump vorübergehend offline. Einen Monat nach dem Angriff auf den Sitz des Kongresses gab Parler einen Neustart bekannt. In den Play- und App-Store ist die Plattform kurzzeitig entfernt worden, da Parler nicht gegen Gewalt-Aufrufe von Trump-Anhängern vorgegangen sei. Erst im September dieses Jahres kehrte die App in die Stores zurück.

RND/ab/AP

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