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„Polizeiruf 110“ mit Semmelrogge als Bösewicht und einem neuen Kollegen für Brasch

  • Ein toter Zocker wird am Elbufer aufgefunden.
  • Bei den Mordermittlungen im „Polizeiruf 110: Totes Rennen“ hilft ein undurchsichtiger LKA-Mann der Magdeburger Kommissarin Brasch.
  • Die hat einen Albtraum, der sich auf unheimliche Weise in Wirklichkeit verwandelt.
Ernst Corinth
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Die Magdeburger Ermittlerin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) wird frühmorgens von einem fürchterlichen Albtraum geweckt. Schlimmer kann man kaum in den Tag starten, aber es kommt richtig unheimlich. Im Laufe des „Polizeirufs 110 – Totes Rennen“ stellen sich immer mehr Dinge, von denen Brasch anfangs geträumt hat, als erschreckend wahr heraus.

Eine Kommissarin fühlt sich allein auf der Welt

Dabei hat die Kommissarin eigentlich schon genug mit sich selbst zu tun. Seit Tagen quälen sie heftige Schulterschmerzen, die sie mit starken Tabletten zu lindern versucht. Zudem ist sie nach dem Weggang ihres Kollegen Dirk Köhler (Matthias Matschke), mit dem sie drei Jahre lang zusammengearbeitet hat, dienstlich völlig auf sich alleine gestellt. Da kann einen schon mal ein Zipperlein überfallen.

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Aber zu einem reinen Brasch-Solo wird diese Folge der Reihe dennoch nicht. So hilft ihr Chef, Kriminalrat Lemp (Felix Vörtler), gern im Außendienst aus. Was ihm offenbar so viel Spaß macht, dass er zwischendurch auf seiner alten Bürogitarre die wunderschöne Rockballade „Forever Young“ schmettert. Ein schöner Regieeinfall! Auch andere Kollegen, die bisher meist im Hintergrund agiert haben, unterstützen Brasch nach Kräften.

Erst Misstrauen, dann Gefallen - Brasch und der LKA-Kollege

Und dann ist da noch ein geheimnisvoller Kommissar vom LKA, Hannes Kehr, mit dem Brasch zunächst eher widerwillig zusammenarbeitet, ja dem sie, gemäß ihres Naturells, misstraut. Wobei sich die beiden im Verlauf des Films dann doch immer näherkommen und man als Zuschauer schon den Verdacht und die Hoffnung hat, dass dieser Kehr der kommende Partner von Brasch wird.

Gespielt wird Kehr sehr vielschichtig vom langjährigen Wiener Burgschauspieler Michael Maertens. Kehr gibt sich mal undurchschaubar, dann einnehmend sympathisch, ist ungemein selbstbewusst, dennoch auch selbstkritisch. Und allein den großen Maertens im Zusammenspiel mit der wieder mal überzeugenden Michelsen zu erleben, macht diese Folge schon sehenswert.

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Martin Semmelrogge gibt wieder den Bösewicht

Dagegen ist die eigentliche Krimigeschichte nur passabel – weder besonders aufregend noch über Gebühr originell. Aber immerhin hat sich Martin Semmelrogge nach all seinen Eskapaden mal wieder in einen Sonntagskrimi gemogelt. Es sei ihm mehr als gegönnt. Selbstverständlich gerät er als Bösewicht vom Dienst in den Verdacht, mit dem Tod jenes jungen Mannes zu tun zu haben, dessen Leiche am Krimianfang am Elbufer in der Nähe der traditionsreichen Pferderennbahn Herrenkrug gefunden wird.

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Wie sich bald herausstellt, war der Ermordete ein spielsüchtiger Zocker, der als V-Mann fürs LKA und dort für Kehr gearbeitet hat – im Rahmen von bundesweiten Ermittlungen gegen die Wettmafia.

Brasch taucht in die Zockerszene ein

Um einen Eindruck von diesem Milieu zu bekommen, taucht Brasch in diese Szene ein – unterstützt in Rat und Tat durch Kehr. In einem Wettbüro, einer echten Bilderbuchkaschemme mit dem dazu passenden Comicpersonal, erliegt sie so schnell der Faszination des Glücksspiels, dass schlagartig auch ihre Schmerzen verschwinden. Ein ganz neuer Therapieansatz!

So sehr ist Brasch vom Spielrausch narkotisiert, dass sie sich dümmer anstellt, als es die Polizei eigentlich erlaubt und zum Opfer eines Überfalls samt einer versuchten Vergewaltigung wird. Sichtlich geschockt, gönnt sie sich dennoch keine Auszeit. Sie ermittelt weiter, eine Spur führt schließlich in das Umfeld des Toten.

Braschs Albtraum wird beängstigend inszeniert

Das alles wurde von Regisseur Thorsten C. Fischer (Drehbuch: Stefan Dähnert, Lion H. Lau) solide inszeniert – mit einigen guten Einfällen. Schon der in Rot getauchte Albtraum zu Filmbeginn ist eine wirklich beängstigende Montage. Ebenso witzig ist die Idee, die letzten Stunden des Toten mit Hilfe seines Fitnesstrackers detailliert zu rekonstruieren. Angesichts solcher Ideen übersieht man geflissentlich ein paar logische Löcher in der Erzählung und vezeiht auch all die überflüssigen Klischees.

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„Polizeiruf 110: Totes Rennen“, Sonntag, 17. Februar, 20.15 Uhr, ARD, mit Claudia Michelsen, Michael Maertens

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