„Monty Python‘s Flying Circus“: TV-Kult in der dicken DVD-Kiste

  • Eine DVD-Box bringt alle Folgen der Kultserie „Monty Python‘s Flying Circus“.
  • 1971 waren die skurrilen Brit-Sketche erstmals im Deutschen Fernsehen zu sehen gewesen.
  • Dass die Abenteuer von Eric Idle, John Clees und Co. es überhaupt in die ARD schafften, war Alfred Biolek zu verdanken.
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Im Frühherbst 1971 ging „Monty Python’s Flying Circus“ (benannt nach der britischen Bezeichnung für das Luftgeschwader des „Roten Barons“ im Ersten Weltkrieg) auch in der ARD auf Sendung – zu verdanken war die Übernahme der britischen Kultserie der Weitsicht des späterem TV-Talkmasters und -Talkkochs Alfred Biolek gewesen. Der fand die englischen Sketche überragend, und die Brit-Comedians fanden ihr deutsches Publikum so gut, dass sie am Ende gar zwei „deutsche Folgen“ produzierten. Noch heute funktioniert der MP-Humor – etwa beim „Fußballspiel der Philosophen“.

Da liegt der Ball auf dem Anstoßpunkt – fast das ganze Spiel über. Weder die griechische noch die deutsche Nationalmannschaft zeigen Interesse an ihm, alle wandeln stattdessen nachdenklich und in aller Seelenruhe über den Platz. Schiedsrichter Konfuzius schaut immer mal wieder auf seine Sanduhr. Gelbe Karte für Nietzsche weil er den Schiri bezichtigt hat, keine freie Meinung zu haben. Sokrates bringt schließlich ein einziges Mal Tempo ins Spiel, erzielt somit Kopfball- und Siegestor in Monty Python’s bewegungsarmem, unvergesslichen „Fußballspiel der Philosophen“ (1972), für das auf deutscher Seite – neben Hegel, Marx und Wittgenstein – auch Franz Beckenbauer aufgestellt wurde. Sieht man die Spielvermeidung in dem Sketch, denkt man an das legendäre 1:0 der DDR im Zweideutschlandkick bei der WM 74 vorweggenommen. Und irgendwie ist Beckenbauer ja doch auch ein (Ball-)Philosoph geworden.

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„Monty Python’s Flying Circus“ (1969-1974) war hinreißende Comedy, geboren aus britischem (zuweilen derbem) Mutterwitz und den surreal-satirischen Fantasien in den Traditionen Jonathan Swifts, Lewis Carrolls und des damals in den MP-Anfängen im Auslaufen befindlichen psychedelischen Pop, etwa des Beatles-Trickfilms „Yellow Submarine“.

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Jetzt gibt es die ganze Serie, die versammelten TV-Abenteuer von John Cleese, Eric Idle, Michael Palin, Terry Gilliam (einziger Amerikaner im Team), Terry Jones und Graham Chapman auf sieben Blu-Ray-Discs (alternativ elf DVDs). Alles Britische wird aufs Korn genommen und durch die Spottmangel gedreht und was einst die Prüderie und der Geduldsfaden der BBC strapazierte, ist heute noch vorwiegend erheiternd. Im Übrigen auch für nicht Briten.

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Am Freitag (26. März) erscheint der Fernsehklassiker nun komplett – restauriert in HD, wahlweise mit deutscher Synchronisation (das Original ist zu bevorzugen) und Gilliams neu in HD gescannten Trickfilmsequenzen. Etwas verfrüht vielleicht, die Serie startete in Deutschland erst im September – andererseits kann man’s kaum erwarten, dabei zu sein, wenn beispielsweise John Cleese versucht, in der Tierhandlung seinen tot gekauften Papagei zurückzugeben.

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