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Mit Herz und Schnauze: Disney+ zeigt die Serienversion von „Scott und Huutsch“

  • Kennt noch wer die Tom-Hanks-Komödie „Scott & Huutsch“ von 1989?
  • In der gleichnamigen neuen Serie (ab 21. Juli) spielt Josh Peck den Sohn des Filmhelden, der von seinem verstorbenen Vater einen Nachfahren der sabbernden Bordeaux-Dogge geerbt hat.
  • Beide gehen für Disney+ auf Verbrecherjagd.
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Scott Turner ist gut drauf, der Mann, dem jeder Morgen ein unverzagtes Lächeln auf die Lippen schickt. Dann macht er sich Frühstück, treibt ein wenig Sport, begrüßt freundlich seinen Staubsaugroboter Ruby und geht ins Büro – der netteste Deputy-Marshal in ganz San Francisco.

Das endet, als er Huutsch erbt, die sabbernde, verhaltensradikale Bordeaux-Dogge seines Vaters, die zwar freundlich, aber auch zerstörerisch ist. Huutsch sei fast so, als sei der Geist seines Urururgroßvaters Huutsch in ihn gefahren, richtet ihm die Mutter, eine Tierärztin, die Gedanken seines (verstorbenen) Vaters Scott Turner Senior aus. Auch Dad habe sich trotz des Jobs prima um seine Hunde gekümmert, oder? Also!

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Wir erinnern uns. Daddy Scott wurde 1989 von dem jungen Tom Hanks gespielt, als der im Kino noch ausschließlich komödiantisch unterwegs war. Huutsch (von „huge“, englisch für überdimensional groß) war die Dogge des ermordeten Schrottplatzbesitzers von Cedar Beach, und der Kleinstadtcop Scott deckte mit Huutschs Hilfe, viel Geduld und Hundespucke den Mord samt eines größeren Komplotts auf. Damit man das Filmchen nicht allzu schnell ad acta legte, starb Huutsch am Ende, nicht ohne der Welt Welpen zu hinterlassen. Von denen Scott Senior einen bekam. Und so weiter.

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Aus Film mach Fernsehen – das ist ja nun schon länger mehr als ein Trend. Filmpsychos wie Norman Bates oder Hannibal Lecter haben mit „Bates Motel“ und „Hannibal“ Serien abbekommen, die Comicfiguren des Marvel Cinematic Universe werden derzeit eine nach der anderen zu Serienhelden, und jüngst haben sich auch die Animationsmonster Mike und Sully aus Pixars „Monster AG“ ins episodische Dasein begeben. Ein Film-zu-Serie-Klassiker ist „Lassie“, die Collie-Lady, die zuletzt in einem deutschen Film auch wieder ins Kino zurückfand. Aber „Scott & Huutsch“? Ehrlich jetzt?

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Die Bordeaux-Dogge lässt ihren Rabaukencharme spielen

Der Grund: Lustiger großer Hund geht immer – was vor kurzem erst wieder in der Happy-go-Lucky-Kinovariante des Jack-London-Romans „Der Ruf der Wildnis“ zu beobachten war. Der (animierte) Bernhardiner Buck spielte sich an der Seite von erst Omar Sy, dann Harrison Ford ins Herz aller Tierliebhaber.

Huutsch tut das auch. Er lässt seinen Rabaukencharme spielen. Verwüstet erst Scott Juniors Wohnung, dann rettet er ihm das Leben, in dem er ihn von einer Autobombe fortlockt. Außerdem bringt er den notorisch frauenscheuen Single in zukunftsträchtigen Kontakt mit der hübschem, etwas schusseligen Hundetrainerin Erika Mounier (Vanessa Lengies).

Scott mag Huutsch nicht. Er sei gewiss nicht sein „Für-immer-Hund“, versichert er seiner Schwester Laura (lyndsy Fonseca). „Du machst ihn traurig“, sagt die. „Oh nein, das ist nur sein Gesicht“, erwidert Scott. Aber natürlich ist auch der Zuschauer der Auffassung, dass Huutsch ein Herz aus Gold hat, ob der Abneigung des neuen Herrchens betrübt ist und besonderer Liebe bedarf.

Natürlich kann Huutsch Unrecht wittern

„Natürlich mag ich Hunde“, versichert Scott denn auch seinem Neffen, während dem Rüden wieder ein besonders üppiger Speichelflatsch von den Lefzen tropft. Und man schiebt die Schuld auf den Stress im Job. Scott und seine Kollegin Jessica (Carra Patterson) haben Larry, den Kronzeugen einer Bankräuberbande, in einem Safe House untergebracht, woraus der entführt wird. Scott hat die Sache versiebt, verdächtigt einen FBI-Agenten, auf dessen Hinwirken er von dem Fall abgezogen wurde und hat als Indiz die Antipathie seines Hundes gegenüber dem Mann.

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Natürlich kann Huutsch Unrecht wittern. Zu Instinkt und Nase des rostroten Riesenrüden kommt noch sein Mut – er stürmt die Szenerien der Verbrechen in schönster Zeitlupe, erst recht, wenn die Schurken ihre Pistolen schon entsichert haben.

So werden Scott, Jessica, Huutsch und Erica zu einer verschworenen Hundeeinheit. Scotts Schwester Laura gräbt dann noch in Daddy Scotts Nachlass Akten aus, die zeigen, dass Vater vor dem tödlichen Herzinfarkt an einer „großen Sache“ arbeitete. An der auch Huutsch beteiligt war. Wenn Hunde reden könnten …

Disney versteht sich noch auf harmlos-heitere Familienunterhaltung

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Huutsch sorgt für die Wohnungs-, Büro- oder Hotelverwüstung der Woche, lässt die Welt stets im Unklaren, wer wen an der Leine führt und Josh Peck spielt den „Dogman“, den die cooleren Marshals unterschätzen und unterbuttern, mit dem schüchternen Charme eines James Stewart in Komödien wie „Mein Freund Harvey“.

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Die Action ist dezent, die Krimispannung mittelprächtig, die Sprache ist maximal zart-derb, gestorben wird selbst nach Stürzen aus großen Höhen nicht, und nur Jessicas Schwangerschaft lässt auf die Existenz von Sex schließen. Disney versteht sich immer noch auf sein einstiges Kerngeschäft – die gute, alte harmlos-heitere Familienunterhaltung.

„Scott & Huutsch“ Staffel 1, zwölf Episoden, bei Disney+, Showrunner Matt Nix, mit Josh Peck, Vanessa Langies, CarraPatterson (streambar ab 21. Juli)

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