Provokanter Kabarettist: MDR überdenkt offenbar Zusammenarbeit mit Uwe Steimle

  • Er fällt immer wieder mit fragwürdigen Äußerungen auf – jetzt könnte genau das Konsequenzen haben.
  • Offenbar überdenkt der MDR seine Zusammenarbeit mit dem Kabarettisten Uwe Steimle.
  • Er selbst scheint von den Plänen allerdings nichts zu wissen.
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Leipzig. Uwe Steimle fällt immer wieder mit kontroversen Äußerungen auf. Jetzt scheint sein Arbeitgeber, der MDR, die Zusammenarbeit mit dem Kabarettisten zu überdenken. Wie der „Spiegel“ berichtet, gibt es beim Sender Überlegungen, sich von dem 56-Jährigen zu trennen.

„Die Redaktionen sind aktuell dabei, den Bereich Kabarett und Satire inhaltlich neu aufzustellen“, wird die Programmdirektion des MDR zitiert. Bereits im vergangenen Jahr hatte Intendantin Karola Wille Steimle in einem persönlichen Gespräch zur Mäßigung aufgerufen. „Es ist eine Grenze überschritten, wenn uns jemand in die Nähe des Staatsfernsehens rückt“, sagte Wille dem Magazin.

Staatsfunk und „Kraft durch Freunde“-Shirt

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In einem Interview mit der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ hatte Steimle Deutschland als „besetztes Land“ bezeichnet und einen staatsfernen Rundfunk bestritten. Nicht der einzige Fall dieser Art: In seiner Sendung „Steimles Welt“ hatte der Kabarettist unter anderem verleumderische Gerüchte über Flüchtlinge verbreitet, in seinem Bühnenprogramm verglich er die rechtsextreme Terrorzelle „Revolution Chemnitz“ mit der Olsenbande.

Im vergangenen Juni ließ sich Steimle mit einem „Kraft durch Freunde“-Shirt fotografieren – eine Anspielung auf die nationalsozialistische Freizeitorganisation.

Angeblich vier bestätigte Sendetermine

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Steimle selbst weiß von den Plänen des Senders bislang offenbar nichts. Auf eine Anfrage der „Bild“-Zeitung antwortete der Kabarettist: „Mit mir hat keiner geredet, im Gegenteil. Ich habe fürs kommende Jahr vier bestätigte Sendetermine. Dabei geht es unter anderem um die Druschba-Trasse.“

RND/msc