Disney+ will sich Hashtag #MayThe4th sichern – und erntet Kritik

  • Disney+ hat sich auf Twitter etwas ungeschickt ausgedrückt.
  • Es klingt, als würde der Konzern Copyright auf den Hashtag #MayThe4th wollen.
  • Nutzer reagieren mit Kritik, Spott und allerlei kreativen Ideen.
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Eigentlich wollte der Streamingdienst Disney+ nur dazu aufrufen, dass Star-Wars-Fans ihre schönsten Momente teilen. “Feiere die Saga! Teile deine schönste Star-Wars-Erinnerung mit uns und du siehst sie am #MayThe4th möglicherweise an einem speziellen Ort", hieß es da. Der 4. Mai ist quasi der Star-Wars-Feiertag, denn die beliebte Formel “May the Force Be with You” klingt wie die englische Datumsbezeichnung für den 4. Mai.

Doch dann hat Disney noch einen Tweet nachgelegt: Wer den Hashtag #MayThe4th verwende, willige den Nutzungsbedingungen von Disney+ ein – und damit, in allen Medien mit Account-Namen und Tweet-Inhalt genannt zu werden. Wollte Disney damit also Werbung machen? Unklar. Sicher hingegen ist: Einige verstanden das als Angriff auf den freien und beliebten Hashtag – und wollten es so nicht stehen lassen. Mehr als 7000 Antworten erhielt Disney+ alleine auf den zweiten Tweet.

Twitter-Nutzer prangern Abmahn-Wahnsinn des Disney-Konzerns an

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Wie zunächst das Portal “watson.de” berichtete, werfen nun viele Disney vor, Anspruch auf den Community-Hashtag zu erheben – und machen sich darüber lustig, indem sie mit der gleichen Dreistigkeit antworten und Ansprüche erheben – von privaten Zahlungen, der Freigabe aller Filme bis hin zum Abgeben aller Katzen.

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Andere reagieren mit lustigen Anspielungen – die Disney+ garantiert nicht in seinen Medien veröffentlicht haben möchte – zumindest nicht, solange es sich um keinen Porno handelt.

Auch die Frage, ob Disney nun seinen Geburtstag gekauft habe, taucht auf.

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Allerdings gibt es auch ernsthafte Kritik – die Disney imagetechnisch gerade in diesem Zusammenhang enorm weh tun dürfte. So nennen einige auf sarkastische Weise ihre schönsten Disney-Erinnerungen, etwa als Disney einen Vater verklagen wollte, der ein Superman-Bild auf den Grabstein seines dreijährigen Sohnes machen wollte – oder als eine Schule bezahlen musste, weil sie “König der Löwen” vorführte.

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Das Community-Management bekommt gleichsam viel Kopfschütteln – Disney+ habe weder die Fans noch die sozialen Medien verstanden.

Und eine weitere ernsthafte Debatte wird in den Antworten geführt – natürlich ohne Beteiligung des Konzerns. Einige Nutzer prangern die Arbeitssituation vieler Mitarbeiter an: Nicht nur, dass immer wieder Stimmen laut werden, dass vor allem die Mitarbeiter in Themenparks ausgebeutet würden – auch wurden Mitarbeiter aufgrund der Corona-Krise entlassen oder beurlaubt und müssen staatliche Hilfe beantragen, während die Bosse weiterhin Millionen an Dividenden bekommen.

Disney+ hatte sich übrigens in einem weiteren Tweet für die unkluge Wortwahl entschuldigt. Man wollte keine Copyright-Ansprüche geltend machen, sondern lediglich dafür sensibilisieren, dass Tweet-Inhalt und Twitter-Name veröffentlicht würden. Doch für viele Nutzer war das späte Einlenken – vor allem aufgrund des vorherigen Verhaltens des Filmkonzerns – uninteressant.

RND/msk

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