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Matthias Schweighöfer: „Zack Snyder ist jetzt einer meiner engsten Freunde“

  • Matthias Schweighöfer will Amerika erobern.
  • Ab dem 21. Mai ist er im Zombiefilm „Army of the Dead“ von Regielegende Zack Snyder zu sehen.
  • Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht er über seine Lebenserwartungen in einer Zombieapokalypse, seine Freundschaft zu Zack Snyder und die Aktion #allesdichtmachen.
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Matthias Schweighöfer ist einer, der nie lange Pause macht. Während die Welt aufgrund der Corona-Pandemie stillstand, hat der 40-Jährige bei seiner ersten Netflix-Produktion in den USA Regie geführt, bei der er auch selbst die Hauptrolle spielt. Doch erst einmal kommt am Freitag, 21. Mai, sein Film „Army of the Dead“ bei Netflix heraus. Darin spielt er an der Seite von Dave Bautista (52, „Guardians of the Galaxy“) den deutschen Tresorknacker Dieter Ludwig.

Als deutscher Tresorknacker Dieter Ludwig folgen Sie in einer Zombieapokalypse einem Team, das im ruinösen Las Vegas einen mit Geld gefüllten Safe in einem verlassenen Casino ausräumen will. Wenn Sie nun wirklich während einer Apokalypse vor Zombies fliehen müssten, wie lange würden Sie wohl überleben?

Ich bin ausdauermäßig ganz gut drauf. Es kommt natürlich auch drauf an, wie schnell die Zombies sind und wie lange sie durchhalten. Aber ganz ehrlich: In der Realität wäre es wahrscheinlich so, dass ich komplett geschockt wäre und denken würde: „Das kann doch jetzt nicht sein. Das ist doch unmöglich.“ Oder: „Wie sehen die denn aus?“ Und dann wäre es wahrscheinlich auch schon zu spät (lacht).

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Wie sind Sie eigentlich zur US-Produktion „Army of the Dead“ mit Regisseur Zack Snyder gekommen?

Ich habe 2017 die Serie „You are Wanted“ gedreht. Dadurch ist in Amerika ein sehr starkes Agententeam auf mich aufmerksam geworden. Eines Tages kam dann die Nachricht: Zack Snyder sucht einen Tresorknacker, nimm dich bitte auf Tape auf. Irgendwann hat mich Zack Snyder direkt angerufen und gesagt: „Du bist dabei! Willst du Teil meines Films sein?“ Ich meinte dann: „Ja, natürlich, Sir.“

Wie war die Zusammenarbeit mit Zack Synder?

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Zack Snyder ist zusammen mit Steven Spielberg und Martin Scorsese einer meiner absoluten Lieblingsregisseure – auch schon vor unserer Zusammenarbeit. Bei meinen eigenen Filmen, die ich als Regisseur gemacht habe, wollte ich immer, dass die Detailaufnahmen, die die Second Unit gedreht hat, so aussehen wie bei ihm. Ich habe immer zu meinen Leuten gesagt: „Guckt euch ‚Man of Steel‘ an. Guckt euch die Atmosphäre an, so will ich arbeiten.“

Ich liebe ihn wirklich über alles, und es war total krass, wirklich mit ihm zu arbeiten. Jetzt ist er einer meiner engsten Freunde. Ich telefoniere inzwischen fast täglich mit ihm. Und das ist total schön. Ich kann ihm einfach schreiben: „Ey, Zack, ich habe eine Idee. Rufst du mich kurz zurück?“ Und dann ruft er mich zurück.

Welche Ideen haben Sie aus der Zusammenarbeit entwickelt?

Schöne Ideen, viele Ideen. Wir haben das Prequel von „Army of the Dead: Army of Thieves“ zusammen entwickelt. Das macht richtig viel Spaß – außerdem hat er das gleiche Sternzeichen wie ich, genauso wie seine Frau Deborah, die auch Produzentin von diesem Film ist. Wir sind alle Fische.

Und das verbindet?

Ja, das ist wirklich so. Auch die Partner in meiner Produktionsfirma Pantaleon Films sind Fische.

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Alle, mit denen Sie arbeiten, müssen jetzt Fische sein?

Fische, Stiere (lacht). Nein, das ist natürlich totaler Zufall.

Matthias Schweighöfer (rechts) mit Omari Hardwick im Netflix-Streifen „Army of the Dead“. © Quelle: CLAY ENOS/NETFLIX

Wie haben Sie sich auf die Rolle des etwas nerdigen deutschen Tresorknackers Dieter Ludwig vorbereitet?

Wir haben uns erst einmal gefragt, was das Besondere an unserem Tresorknacker ist. Bei der Recherche sind wir auf Wettbewerbe zum Safeknacken gestoßen. Der Champion kann nur durchs Hören und Fühlen herausfinden, ob dieser Stab im Schloss richtig liegt, wenn man dort nur ein Blatt anbringt. Der fühlt sogar, wenn nur eine Feder auf dem Schließmechanismus liegt.

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Sie haben gerade das Prequel von „Army of the Dead“ abgedreht, bei dem Sie auch Regie geführt haben. Wie kam es dazu?

Netflix hat zu „Army of the Dead“ ein Testscreening gemacht. Da hat sich meine Rolle als sehr sympathisch herauskristallisiert. Dadurch kam Netflix auf die Idee, meiner Figur ein bisschen mehr Raum zu geben. Zack meinte dann zu mir: „Ey, ich habe ‚You Are Wanted‘ gesehen. Ich habe das voll gefeiert. Möchtest du Regie führen?“ Und ich meinte: „Naaa gut.“ (lacht) Nein, ich war natürlich sofort dabei.

Die anderen Protagonisten bei „Army of the Dead“, die in das Zombiegebiet Las Vegas eindringen, um einen Geldtresor zu knacken, wirken eher wie Elitesoldaten ...

Die anderen haben richtig viel trainiert. Und wenn Leute Sport machen, bin ich immer sofort dabei. Ich liebe Sport. Aber ich durfte das einfach nicht. Ich sollte nicht so aufpumpen wie zum Beispiel Dave Bautista. Dafür durfte ich immer alles anders machen als die anderen. Ich durfte leise sein, wenn die anderen laut waren. Ich durfte alles umhauen, wenn man ganz vorsichtig sein musste. Das war sehr dankbar.

Wie war das erste Zusammentreffen mit Ihren Kollegen?

Die erste Szene habe ich mit Dave Bautista gedreht, als mich die Crew in meiner Werkstatt aufgesucht hat, um mich zu rekrutieren, damit wir später zusammen den Tresor im Zombie-Las-Vegas ausräumen. Eigentlich sollte sie sieben Minuten lang sein, letztendlich ist sie ein bisschen kürzer geworden. Ich war wahnsinnig aufgeregt. Ich habe dann aber beim Drehen die Zeile gesagt: „Take your fingers away, Mr. Sausagefinger“ (zu Deutsch „Nimm deine Finger weg, Mr. Wurstfinger“, Anm. d. Red.). Dave Bautista hat dann so einen Lachflash bekommen, dass alle Dämme gebrochen waren. Dann konnte ich machen, was ich wollte.

Wie äußert sich das bei Ihnen, wenn Sie aufgeregt sind?

Ich schwitze sehr stark. Ich rede sehr, sehr schnell und versuche, viele Witze zu machen, um mir so einen sicheren Ort zu schaffen. Aber vor allem schwitze ich sehr viel. Bei mir sind es keine hektischen Flecken, sondern Schweiß.

Das hat sich nicht verändert, obwohl Sie inzwischen ein international erfolgreicher Schauspieler sind?

Nein, komischerweise nicht. Das ist immer noch da. Das Adrenalin schiebt an. Aber das ist großartig für mich, fantastisch.

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Was haben Sie gemacht, als die letzte Szene abgedreht war?

Da ging es direkt zurück nach Hause, nach Deutschland.

Zu Deutschland: Hier hat gerade die Aktion #allesdichtmachen hohe Wellen geschlagen, bei der sich über 50 Schauspieler*innen satirisch zur Corona-Krise geäußert haben. Wie stehen Sie dazu?

Es ist seit dem Ausbruch der Pandemie für viele eine absolut absurde Situation. Gleichzeitig melden sich so viele Leute dazu zu Wort und präsentieren ihre Meinung. Ich halte mich da lieber zurück. Es ist auch so schwierig: Man will raus, aber man kann nicht raus. Man will wieder leben, darf es aber nicht – und man will ja auch andere Leute schützen. Dieser Stoizismus, den man an den Tag legen muss, ist hart für alle Beteiligten. Ich hoffe, dass unsere Regierung einfach die richtigen Entscheidungen trifft.

Wurden Sie für diese Aktion angefragt?

Nein, da hat mich keiner gefragt.

Wie hat sich die Filmbranche durch die Corona-Pandemie verändert?

Das ist eine gute Frage. Ich habe genau während des Corona-Jahres das Prequel gedreht. Deswegen kann ich da eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Ich weiß aber, dass mehr gedreht wird denn je, weil die Leute zu Hause mehr Filme und Serien konsumieren. Deswegen bin ich dankbar, dass ich diesen Luxus hatte und arbeiten durfte.

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