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  • Markus Lanz am Mittwoch: FDP-Politikerin genervt von Unterbrechungen des Moderators

FDP-Politikerin genervt von Unterbrechungen durch Lanz: „Machen Sie das zu Hause auch?“

  • Nachhaken kann Markus Lanz zweifellos.
  • Dass der Moderator dabei gerne einmal seine Gäste unterbricht, ist ebenfalls bekannt.
  • FDP-Politikerin Strack-Zimmermann kritisierte dies am Mittwoch nonchalant – Lanz ließ das aber nicht auf sich sitzen.
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In den vergangenen Monaten erlebten Talkshow-Zuschauer einen vergleichsweise bissigen Markus Lanz, der dem einen oder anderen Politik-Gast mit seinen Fragen die Schweißperlen auf die Stirn trieb. Kritisiert wird hingegen des Öfteren, wie oft der Moderator seine Gäste unterbricht. Genau dies führte am Mittwoch im ZDF-Talk zu einem längeren Schlagabtausch mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann, der Sprecherin für Verteidigungs- und Kommunalpolitik der FDP.

Das große Thema der beiden war die Haltung der FDP zu neuen Steuern im Zuge der anstehenden Bundestagswahl: „Sie haben Angst vor Steuererhöhungen“, stellte Markus Lanz fest. Strack-Zimmermann bemängelte, wie schlecht Steuererhöhungen nach der Corona-Krise für den Mittelstand wären. Es sei „selten dämlich, eine Wirtschaft, die derart kämpfen muss“, noch weiter zu belasten. Lanz setzte erneut zur Frage an, während sich die FDP-Politikerin noch erklärte. Dies kam beim Gast überhaupt nicht gut an. „Sie unterbrechen wirklich immer, machen Sie das zu Hause auch bei Ihrer Frau?“, stänkerte Strack-Zimmermann.

Lanz: „Das ist jetzt ein sehr privates Thema“

„Das ist jetzt ein sehr privates Thema“ lächelte Lanz die Attacke zunächst weg. „Wenn sie abweichen und schwafeln, dann muss ich leider dazwischengehen“, stellte er noch klar. Allerdings ergab sich schon bald die Chance zur Revanche, die der Gastgeber beherzt ergriff. Denn unter umgekehrten Vorzeichen ging es wenige Minuten später weiter. Lanz wollte eine Frage stellen, doch Strack-Zimmermann führte ihre Erklärung weiter aus. „Sie unterbrechen mich ständig, Frau Strack-Zimmermann, das geht nicht. Machen Sie das zu Hause auch?“ Böses Blut kam allerdings nicht auf, auch die FDP-Frau nahm die Retourkutsche mit Humor: „Ich bin trotzdem 40 Jahre glücklich verheiratet.“ Um die Wogen zu glätten, schob Lanz noch ein „Nur Spaß!“ hinterher.

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Inhaltlich gab es schließlich genug Diskussionsstoff. Im Hinblick auf die Thematik Steuererhöhungen nach der Corona-Krise wollte Lanz wissen, ob die FDP wieder dem Credo „Lieber gar nicht regieren als falsch regieren“ folge. Strack-Zimmermann entgegnete: „Es läuft darauf raus: Gerne regieren und intelligent regieren.“ Dies würden die Menschen im Land erwarten. Am liebsten würde man in einer Zweier-, vielleicht auch einer Dreier-Koalition regieren, so die Sprecherin für Verteidigungs- und Kommunalpolitik der Liberalen.

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Gastgeber Lanz bleibt hartnäckig

Doch der Gastgeber blieb hartnäckig, schließlich hätten die potenziell möglichen Koalitionspartner Grüne, SPD und Linkspartei bereits Steuererhöhungen angekündigt. „Es geht um eine knallharte Ansage: Mit uns keine Steuererhöhung.“ Was heißt das?“ - Markus Lanz gab sich die Antwort schließlich selbst: „Ihnen bleibt die Union.“ Strack-Zimmermann führte aus, dass „das Wachstum nicht damit generiert wird, den Unternehmen, die jetzt die Arbeitsplätze schaffen, das Geld aus der Tasche zu ziehen“. Erst nach mehrmaligem Nachhaken - Lanz waren die Antworten zu schwammig - kam eine klare Ansage auf die Frage: „Wenn Sie regieren, gibt es keine Steuererhöhungen?“ „Ja, ja!“, so die FDP-Politikerin.

Kritisiert wurden die FDP-Pläne von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Er wollte wissen, wo das dringend benötigte Geld für Investitionen und Schulden-Abbau nach der Corona-Krise herkommen solle. „Weil die Sozialdemokratie nicht weiß, was es bedeutet, wenn der Mittelstand aus sich selbst wächst“, erwiderte Strack-Zimmermann etwas dünnhäutig.

Keine Steuererhöhungen bisher Alleinstellungsmerkmal

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Gegen Ende der Sendung griff Lanz dann noch mal das kleine Verbal-Scharmützel mit Strack-Zimmermann auf. Anne Hähnig, Journalistin bei der „Zeit“, stellte fest, es sei „kein dummer Schachzug“, vor der Wahl zu betonen, keine Steuererhöhungen zu wollen. Schließlich scheine es - zumindest bis die Union endlich auch ihr Programm veröffentlicht hat - ein Alleinstellungsmerkmal zu sein.

„Die FDP ist ja auch deswegen in einer schwierigen Lage, weil sie vor vier Jahren schon einmal diesen merkwürdigen Move gemacht hat“, spielte Hähnig auf die von den Liberalen beendeten „Jamaika“-Koalitionsverhandlungen 2017 an. Gerade setzte die FDP-Politikerin an, gegen das Wording „merkwürdiger Move“ zu argumentieren, da ging der Moderator wieder lachend dazwischen: „Frau Strack-Zimmermann nicht immer unterbrechen, das macht man hier in der Sendung nicht!“

RND/Teleschau

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