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Marisa Burger: „Die ‚Rosenheim-Cops‘ sind ein modernes Märchen“

"Ich hatte wohl eine akute Räucherstäbchen-Vergiftung", erzählt Marisa Burger von einem der wohl denkwürdigsten Drehtage in 20 Jahren "Rosenheim-Cops".

Nach fast 20 Jahren auf Sendung sind „Die Rosenheim-Cops“ längst Kult - und Frau Stockl gleich mit dazu. Kein Wunder, so charmant wie sie kann immerhin kein anderer den Fund sterblicher Überreste verkünden. Mit ihren magischen vier Worten („Es gabat a Leich“) gibt Marisa Burger (48) in ihrer Paraderolle als Polizeisekretärin regelmäßig den Startschuss für 45 Minuten Wohlfühl-Krimi.

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Auch im winterlichen Primetime-Special „Mörderische Gesellschaft“, das am Mittwoch, 29. Dezember, 20.15 Uhr, im ZDF zu sehen ist, ist „Stocki“ wieder eifrig dabei. Im Interview erklärt Burger, was die Serie so beliebt macht und warum Frau Stockl für sie wie Schneewittchen ist.

Am 9. Januar 2022 feiern die „Rosenheim-Cops“ ihr 20-Jahre-Jubiläum - und Frau Stockl ebenso. Gibt es einen Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

So einige! Ein Beispiel: Ganz am Anfang waren wir in einem TV-Studio, in dem man die Fenster nur schwer öffnen konnte. An diesem Set haben wir eine Folge gedreht, in der die Stockl Yoga machte und auf einem Esoterik-Trip war - inklusive Räucherstäbchen. Das komplette Studio war also eingenebelt. Wir haben gedreht und gedreht und gedreht, und es wurde immer stickiger. Die Aufnahme ging bis in die Puppen - und dann bin ich einfach umgekippt. Ich hatte wohl eine akute Räucherstäbchen-Vergiftung (lacht).

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Wie ging der Dreh weiter?

Erst mal musste ich natürlich wieder auf die Beine kommen. Nachdem ordentlich gelüftet wurde, konnten wir dann auch weitermachen.

„Die Polizisten sind die sieben Zwerge“

Auch nach zwei Jahrzehnten sind die „Rosenheim-Cops“ ein wahrer Dauerbrenner. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Darüber habe ich auch schon oft nachgedacht. Ich glaube, die „Rosenheim-Cops“ funktionieren so gut, weil jede Folge wie ein Märchen ist.

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Ein Märchen?

Ja! Das beginnt schon mit dem ersten Satz: „Es gabat a Leich.“ Das ist wie „Es war einmal“ ... - Am Schluss heißt es immer: „Wenn Sie bitte mitkommen würden!“ Das funktioniert genauso wie „Und wenn sie nicht gestorben sind ...“.

Was ist mit den Märchenfiguren?

Die Stockl könnte zum Beispiel das Schneewittchen sein. Die Polizisten sind die sieben Zwerge, die draußen arbeiten und sich dann bei der Stockl Speis und Trank holen. Dann gibt es noch die Nebenschauplätze mit den Bufforollen, das sind die Frau Grasegger und die Frau Lange.

Auch die Geschichten funktionieren nach einem ähnlichen Schema wie Märchen.

Genau. Am Schluss siegt das Gute, und der Täter hat immer eine schlechte Tugend, zum Beispiel Habgier oder Neid. Ganz klar: „Die Rosenheim-Cops“ sind ein modernes Märchen.

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Und deshalb kommt die Serie so gut an?

Vielleicht, ja. Obwohl wir einen Krimi machen, ist jede Sendung eine bunte, 45-minütige sagenhafte Erzählung. Und man muss auch nicht zwangsläufig jede Folge sehen, um zu wissen, wie die Geschichten aufgebaut sind.

Das ist eine schöne Analogie.

Nicht wahr? Auch die Frau Stockl ist eine richtige Märchenfigur.

„Unfassbar, wie sehr die Kultur zu Beginn der Pandemie hinten runtergefallen ist“

Und oft ermittelt sie ja auch ein wenig mit. Wäre eine Rolle als Fernsehkommissarin etwas für Sie?

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Ich bin einfach gerne Schauspielerin. Wenn die Rolle passt und ich die Möglichkeit habe, einer Figur Leben einzuhauchen, dann bin ich für vieles offen - ob es nun eine Kommissarin ist oder eine Mörderin oder eine Frau Stockl.

Wie viele Ihrer Kolleginnen und Kollegen haben Sie Ihre Karriere als Theaterschauspielerin begonnen. Wie war es für Sie, als die Theater aufgrund der Corona-Pandemie für lange Zeit schließen mussten?

Besonders im Hinblick auf freie Schauspielerinnen und Schauspieler schluckt man schon schwer. Menschen brauchen Kultur. Gerade in solchen Zeiten sehnt man sich doch nach etwas anderem als immer weiteren Schreckensmeldungen. Für mich war es unfassbar und auch nicht nachvollziehbar, wie sehr die Kultur gerade zu Beginn der Pandemie hinten runtergefallen ist. Das ist kein schönes Signal. Ich selbst liebe es, ins Theater zu gehen, deshalb war das für mich schon traurig.

Bei vielen Menschen musste dann eben das Fernsehprogramm herhalten.

Ich selbst schaue wenig TV. Wenn ich unter der Woche drehe, muss ich abends noch Text lernen und bin dann meistens zu müde und falle ins Bett. Ich gucke aber ganz gerne mal Shows wie „Kitchen Impossible“. Auf Netflix hat mich „The Crown“ total begeistert. Wenn mich etwas fesselt, fange ich aber um 19 Uhr an und höre erst um 4 Uhr morgens wieder auf (lacht). Ansonsten lese ich eher und gehe auch wahnsinnig gerne ins Kino oder eben ins Theater.

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„Eigentlich sollte das eine Zeit sein, in der man auch mal zur Ruhe kommen kann“

Wie lange dauert ein Drehtag als Frau Stockl?

Um 5.30 Uhr stehe ich auf, gedreht wird in etwa bis 19 Uhr. Ich bin also von morgens bis abends beschäftigt. Das sind lange Tage.

Das klingt ganz schön anstrengend. Was tun Sie, um runterzukommen?

Ich bin jemand, der vor allem durch Sport Ausgleich findet. Außerdem habe ich Meditation für mich entdeckt. Ich bin ein sehr quirliger Mensch, und das hilft mir, auch mal den Kopf auszuschalten und mir Zeit für mich zu nehmen. Auch wenn es mir oft nicht ganz leicht fällt, so lange still zu halten wie es die Profis in den Meditations- oder Yogavideos auf YouTube schaffen. Umso mehr freue ich mich dann, wenn ich es trotzdem durchhalte.

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Gerade zu Weihnachten geraten viele Menschen in Stress. Wie gelingt es Ihnen, nicht in Hektik zu verfallen?

Mir hilft es, gut organisiert zu sein. Eigentlich sollte das ja eine Zeit sein, in der man auch mal zur Ruhe kommen kann. Leider artet Weihnachten für viele Menschen in totalem Trubel aus. Bei uns ist das nicht so. Ich finde, meine Familie macht das ganz gut. Jeder wird gesehen und jeder hat seinen Platz und seine Aufgaben.

Genießen Sie die Feiertage oder sind Sie eher ein Weihnachtsmuffel?

Ich bin ein Familienmensch, und ich mag es schon ganz gerne, wenn alle zusammenkommen und wir gemeinsam Weihnachten feiern. Das ist mir wichtig und darauf freue ich mich auch jedes Jahr sehr.

„Für mich gehört zu Weihnachten, Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen“

Wie feiern Sie?

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Wir kochen zusammen, sitzen beieinander und plaudern - ganz gemütlich also. Wir sind auch oft in den Bergen und gehen Skifahren. Ich genieße es total, mit meiner Familie an der frischen Luft zu sein und danach zusammen in der Küche zu stehen. Für mich gehört zu Weihnachten, Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen, weil wir eine große Familie sind und das unter dem Jahr oft nicht schaffen. Deshalb will ich mir da auch keinen Stress machen.

Lassen Sie sich denn wirklich nie aus der Ruhe bringen?

Ich lege sehr großen Perfektionismus an den Tag, wenn es zum Beispiel darum geht, dass man gutes Essen zubereitet oder die Wohnung schön dekoriert ist. Ich habe mittlerweile gelernt, dass ich schon rechtzeitig mit den Vorbereitungen anfange. So gerate ich nicht mehr in Hektik, wenn es dann so weit ist. Außerdem habe ich gelernt, Dinge auch mal an andere abzugeben. Das konnte ich nicht immer. Aber wenn alle zusammenhelfen, ist es einfach viel entspannter.

Sie sind also ein Organisationstalent?

Das muss ich sogar sein. Mein Mann lebt in Basel und ich in München. Das ist mit viel Organisation verbunden. Wir müssen meine Drehtage und die Arbeitszeiten meines Mannes koordinieren, um uns sehen zu können. Mittlerweile ist mir das in Fleisch und Blut übergegangen.

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Schaut Ihr Mann die „Rosenheim-Cops“, wenn Sie sich nicht sehen können?

Ja, aber nicht unbedingt wegen mir (lacht). Für ihn ist das einfach entspannend. Da greift wohl auch das Märchen-Prinzip.

RND/Teleschau

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