Schauspielerin feiert „Tatort“-Jubiläum

Maria Furtwängler: „Nach zehn Jahren habe ich übers Aufhören nachgedacht“

Die Schauspielerin Maria Furtwängler.

Die Schauspielerin Maria Furtwängler.

Ihre Rolle der „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm feiert 20-jährigen Geburtstag. Beim Schauen der allerersten Folge war mein Eindruck: Optisch haben Sie sich kaum verändert.

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Hahaha! Das ist wirklich ein sehr guter Einstieg, you made my day! Mir geht es da leider etwas anders, wenn ich die alten Episoden sehe. Ich denke da jedes Mal: Wow, bin ich da noch jung!

Wie hat sich denn die Rolle Lindholm in den 20 Jahren verändert?

Charlotte hat sich auf jeden Fall – wie ich ja auch – als Frau und als Mensch weiter­entwickelt. Aber gleichzeitig hatte ihre Entwicklung auch eine eigene Dynamik. Denn eine Figur entwickelt über so einen langen Zeitraum ja durchaus eine eigene Seele, eine eigene Energie. Ich spiele ihre Anwältin: Ich bin zum Beispiel diejenige, die bei bestimmten Szenen sagt: „Das würde Charlotte nie tun oder nie sagen.“

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Der „Tatort“ hat meine Karriere sicherlich entscheidend gefördert, gar keine Frage.

Maria Furtwängler

Ähneln sich Figur und Schauspieler nach so einem langen, gemeinsamen Zeitraum eigentlich?

Ein wenig schon. Aber es gibt bei Charlotte ein paar Charakter­züge, die sich von meinen stark unterscheiden. Sie ist eine Eigen­brötlerin, die nicht sehr team­fähig und sozial ist. Da bin ich definitiv anders. Aber ihre Akribie, ihre Besessenheit und ihr Hang zum Perfektionismus – das ist mir nicht unbekannt.

Wenn Sie auf die 20 Jahre zurück­blicken, denken Sie manchmal: Wo ist die Zeit eigentlich geblieben?

Ich habe wirklich viel erlebt in den 20 Jahren – und einen nicht unwesentlichen Teil davon auch mit Charlotte. Ich hab mich anlässlich des runden Geburtstags noch mal erinnert, was für ein Gefühl das war, als man mir die Rolle angeboten hat. Ich hatte immer davon geträumt, in einem „Tatort“ mitzuspielen. Als man mich dann gefragt hat, ob ich Kommissarin werden möchte, bin ich fast rückwärts vom Stuhl gefallen. Schon damals hatte ich die Idee, der Figur eine persönliche Note zu geben, und fand, dass Charlotte doch wie Miss Marple immer einen Hut tragen sollte. Wir hatten immer einen am Set, aber am Ende hat jeder Regisseur oder Regisseurin beim Dreh gesagt: „Komm, wir lassen den mal besser weg.“ Dafür hab ich mich mit einer anderen Marotte durch­gesetzt: Charlotte nimmt nun immer ein Kopf­kissen und ihre Bett­wäsche mit, wenn sie woanders übernachtet – das ist mir sehr ähnlich.

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Man kann schon sagen, dass der „Tatort“ Ihre Karriere entscheidend geprägt hat, oder?

Der „Tatort“ hat meine Karriere sicherlich entscheidend gefördert, gar keine Frage. Der „Tatort“ ist einfach eine Marke, die eine große Sichtbarkeit mit sich bringt. Ich bin dem Format sehr dankbar. Die Euphorie hat dann nach vielen Jahren trotzdem etwas nachgelassen, sodass ich nach etwa zehn Jahren sogar übers Aufhören nachgedacht habe. Ich bin ja von Beruf Schauspielerin und nicht Kommissarin.

Haben Sie sich schon eine Frist gesetzt, wann Charlotte Lindholm spätestens in Rente geht?

In Wirklichkeit gehen KommissarInnen ja mit 63 in Rente. Mir hat jemand gesagt, dass Charlotte Lindholm laut Wikipedia 1968 geboren wurde. Demnach hätten sie und ich noch ein paar Jahre. Ich denke aber im Moment nicht ans Aufhören, es gibt noch so viele tolle Pläne.

Im aktuellen „Tatort: Die Rache an der Welt“ – am Sonntag um 20.15 Uhr in der ARD – wird der Täter im Flüchtlings­milieu vermutet. Wird bei so einem Thema im Vorfeld diskutiert, inwiefern man möglicherweise Vorurteile schüren könnte?

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Das ist auf jeden Fall eine Thematik, mit der wir sehr sensibel umgehen müssen. Man darf auf gar keinen Fall den Eindruck entstehen lassen, dass es Femizide in Deutschland erst gibt, seitdem es Flüchtlinge gibt. Das ist wahrlich nicht der Fall. Alle 2,5 Tage wird in Deutschland eine Frau von einem (Ex-)Partner ermordet. Die Realität ist eben nicht, dass es meist der Fremde ist, der aus dem Gebüsch springt und eine Frau vergewaltigt, sondern viel häufiger kommen die Täter aus dem nahen Umfeld. Ich entwickele auch deshalb gerade mit dem NDR eine Geschichte, die das thematisiert.

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