Lisa Eckhart beim „Literarischen Quartett“: Einladung sorgt für Empörung

  • Die Einladung der umstrittenen österreichischen Kabarettistin Lisa Eckhart in die ZDF-Sendung „Das Literarische Quartett“ sorgt für Kritik.
  • Der jüdische Schriftsteller Maxim Biller spricht von einer Beleidigung für das Lebenswerk des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki.
  • Das ZDF verteidigt die Einladung dagegen.
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Mainz. Der jüdische Schriftsteller Maxim Biller hat die Einladung der österreichischen Kabarettistin Lisa Eckhart zum „Literarischen Quartett“ mit scharfen Worten kritisiert. Die Einladung der Künstlerin - der Kritiker vorwerfen, rassistische und antisemitische Klischees zu bedienen - sei eine Beleidigung für das Lebenswerk des jüdischen Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki, schrieb Biller in einem Gastbeitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag). Eckhart ist am Freitag (4. Dezember) um 23.30 Uhr in der Literatursendung zu Gast.

Reich-Ranicki (1920-2013) erlangte als Chefmoderator der Büchersendung große Berühmtheit. Das „Literarische Quartett“ sei „die Krönung seines so großartigen wie aussichtslosen Lebenswerks“ gewesen, so Biller, außerdem „die Quintessenz all dessen, was einmal die gemeinsame deutsche und jüdische Tradition ausgemacht hat“. Das sei mit der Einladung Eckharts „Geschichte“.

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ZDF verteidigt Einladung von Lisa Eckhart

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Eckhart selbst wollte sich am Donnerstag nach Angaben ihres Verlags Zsolnay nicht zu der Kritik äußern. Das ZDF teilte auf Anfrage mit: „Die Redaktion hat Lisa Eckhart in ihrer Rolle als Schriftstellerin und Germanistin in das "Literarische Quartett" eingeladen. Dass die Künstlerin mit ihrem konsequent satirischen Bühnenkonzept bewusst polarisiert und damit auch umstritten ist, steht dem nicht entgegen.“

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Biller (60) war ab 2015 selbst für eine Zeit regelmäßiger Teilnehmer im „Literarischen Quartett“. In der Folge, die am Freitagabend ausgestrahlt werden soll, diskutiert Kritikerin Thea Dorn neben Eckhart mit dem Schauspieler Ulrich Matthes und der Tennisspielerin und Autorin Andrea Petkovic.

Eckhart (28) war im Sommer vom Hamburger Literaturfestival Harbourfront zunächst ausgeladen worden, nachdem der Betreiber des Veranstaltungsortes Sicherheitsbedenken formuliert hatte.

RND/dpa

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