Liefers: Keine Alberich-Witze im „Tatort“ wären Ausgrenzung

  • Witze von Professor Boerne über seine kleinwüchsige Assistentin Silke Haller gehören zum Münster-”Tatort” wie eine ordentliche Leiche.
  • Gäbe es die Sprüche nicht, fühle sich Schauspielerin Christine Urspruch diskriminiert, sagt ihr Kollege Jan Josef Liefers.
  • Nach Ansicht der Schauspielerin sei übertriebene Schonung ebenfalls Ausgrenzung.
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Hamburg. Die Witze über Kleinwüchsigkeit im Münster-„Tatort“ sind nach den Worten von Jan Josef Liefers (56) fein austariert. „Es war uns wichtig zu verstehen, wie Christine Urspruch das sieht“, sagt der „Tatort“-Star in einem „Hörzu“-Interview.

Schonung ist Ausgrenzung

„Sie hat uns erklärt, dass sie sich viel diskriminierter fühlen würde, wenn wir keine Witze über sie rissen. Über lange Dünne, sagt sie, mache man sich schließlich auch lustig, wenn man sie etwa als “Bohnenstange” bezeichne und sich erkundige, wie “die Luft da oben” sei. Laut Christine ist übertriebene Schonung ebenfalls Ausgrenzung.“

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In seiner Rolle als Pathologe Professor Boerne nennt Liefers seine kleinwüchsige Assistentin Silke Haller (gespielt von der 1,32 Meter großen Christine Urspruch) von oben herab „Alberich“ nach dem mythischen Zwergenkönig.

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Liefers erläuterte: „Momentan wird ja in der ganzen Gesellschaft darum gekämpft, wo Humor anfangen darf und wo er endet, wo Satire aufhört und eine Kränkung oder rassistische Beleidigung beginnt. Denn per se ist "politisch inkorrekt" ja überhaupt nicht lustig. Man sollte sich durchaus Mühe geben, Bevölkerungsgruppen, die aus gutem Grund empfindlich geworden sind, nicht böswillig zu kränken.“ Boernes Witze über Kleinwüchsigkeit seien deshalb genau abgestimmt.

RND/dpa

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