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Bei Markus Lanz

Steigende Gaspreise: Lars Klingbeil prophezeit einen „sehr harten Winter“

Der SPD-Bundesvorsitzende Lars Klingbeil.

Der SPD-Bundesvorsitzende Lars Klingbeil.

Schon jetzt geht in vielen deutschen Haushalten die Angst vor der nächsten Gasrechnung um. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind die Preise bereits enorm gestiegen. Eine Besserung ist nicht in Sicht, Experten rufen zum Energiesparen auf, und die Frage, wo bei Gasknappheit der Hahn zugedreht wird, ist in der öffentlichen Diskussion angekommen. „Der nächste Winter kann sehr hart werden“, räumte nun auch SPD-Chef Lars Klingbeil ein. Gleichzeitig betonte er am Mittwochabend bei „Markus Lanz“: „Den Bürgerinnen und Bürgern jetzt zu sagen: ‚Ihr seid jetzt verantwortlich‘, das halte ich für falsch.“

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Jetzt liege die Priorität der Bundesregierung und von Bundeskanzler Olaf Scholz darin, die Gasspeicher bis zum Winter zu füllen. Klingbeil nannte die drohende Energiekrise eine „große gesellschaftliche Aufgabe“ und sprach von einer „wahnsinnigen nationalen Kraftanstrengung“. Dabei zog der Politiker sich und seine Amtskollegen in die Verantwortung: „Wir sind als Politiker gefordert, dass wir Probleme lösen.“

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Klaus Müller: „Dann kommen wir in sehr ungemütliches Wasser“

Wie groß diese Probleme werden könnten, machten Szenarien klar, die Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, skizzierte. „Für einige Menschen wird die Gasrechnung so hoch sein, dass sie Probleme haben werden, sie zu bezahlen“, prophezeite der zugeschaltete Experte. Es könnte etwa zu einer möglichen Notlage führen, wenn der russische Staatskonzern Gazprom die Gaspipeline Nord Stream 1 nach den angeblichen Reparaturarbeiten nicht mehr hochfährt. „Dann kommen wir in sehr, sehr ungemütliches Wasser, und dem kann man nicht erst im Winter begegnen“, warnte Müller.

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Noch sei das aber Schwarzmalerei, denn: „Wenn Scholz sagt, wir haben kein Energieproblem, hat er erstmal recht.“ Doch die abnehmende Geschwindigkeit beim Füllen der Gasreserven in den letzten Wochen machte Klaus Müller Sorgen. Folgerichtig appellierte er: „Wir müssen jetzt sparen.“ Die Bürgerinnen und Bürger könnten etwa in Absprache mit ihren Vermietern die Funktionstüchtigkeit und Effizienz der Heizungen überprüfen. Müllers Forderung ging aber über die Privathaushalte hinaus: „Jeder von uns ist jetzt gefragt: die Industrie, die Wirtschaft, jeder Privathaushalt.“

Sollte das Gas wirklich knapp werden im Winter, müssen sich private Haushalte ebenso wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Kasernen oder Polizeistationen vorerst nicht sorgen. „Da werden wir nicht rangehen“, versprach Müller. In einem derartigen Negativszenario würde man zunächst „industrielle, gewerbliche Abschaltmöglichkeiten“ in Betracht ziehen.

RND/Teleschau

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