Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Nachrichten, Dokus, Reportagen

Krieg gegen die Ukraine: Welche Angebote es für Kinder in den Mediatheken gibt

Die Mediathek-App "Kita-Player". Ab Herbst 2018 soll die App zum Download bereit stehen.

Die Mediathek-App "Kita-Player" des Kinderkanals von ARD und ZDF. (Symbolfoto)

Als am 24. Februar russische Truppen den Angriffskrieg gegen die Ukraine aufnahmen, war dies ein Schock - auch für viele Kinder in Europa: Den Frieden, mit dem sie und in den meisten Fällen auch ihre Eltern selbstverständlich aufgewachsen waren, gab es nicht mehr. Stattdessen herrscht seit über einem Monat Krieg mitten in Europa. Es ist nur natürlich, dass Kinder viele Fragen haben, dass sie sich Sorgen um die eigene Zukunft, aber auch um das Schicksal der vielen ukrainischen Menschen machen. Ebenso klar ist, dass Eltern nicht alle Kinderfragen detailliert beantworten können oder wollen. Die entstandene Lücke versuchen die Kinderredaktionen von ARD und ZDF deshalb mit einem umfangreichen Online-Angebot in den Mediatheken zu schließen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Mit Kindern über Krieg sprechen“: Reportagen und Magazine in der ARDmediathek

In der Themenwelt „Kinder und Familie“ der ARD Mediathek gibt es die Rubrik „Mit Kindern über Krieg sprechen“: Diese sammelt alle Informationsprogramme, die seit Ende Februar von den Dritten Programmen sowie dem ARD-Kinderprogramm „Check Eins“ produziert wurden. Neben allgemeinen, zeitlosen Beiträgen zu Fragen wie „Warum gibt es Krieg?“ oder „Woher kommen die Nachrichten?“ aus der Magazin-Reihe „neuneinhalb“ sind es vor allem zwei Beiträge, die besonders ins Auge stechen.

+++ Alle Entwicklungen im Liveblog +++

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Unter dem Titel „CheX! Ukraine Spezial“ wurden bislang acht kurze Videos veröffentlicht. Pro Folge, die in der Regel zwischen sieben und elf Minuten dauert, knöpft sich Moderator Tobi Krell, auch bekannt als „Checker Tobi“, eine Kinderfrage zum Krieg in der Ukraine vor. Neben den allgemeinen Hintergründen des Konflikts („Was ist in der Ukraine los?“) sind es auch konkrete Handlungsanweisungen („Wie können wir helfen?“), die die Kinder interessieren. Einer der wichtigsten Grundsätze wird dabei zu Beginn einer jeden Folgen wiederholt: „Wenn ihr euch unwohl fühlt mit dem Thema oder merkt, dass es euch das irgendwie Angst macht, dann guckt das Video hier doch vielleicht mit einem Erwachsenen zusammen.“ Dies dürfte vor allem bei der vierten Episode der Fall sein, die sich mit der Frage beschäftigt: „Kommt der Krieg auch zu uns?“

Ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe

Es ist bemerkenswert, wie ruhig und ehrlich Moderator Tobi diese Frage beantwortet. Statt die Komplexität der momentanen Situation herunterzuspielen, geben sowohl der Moderator als auch die von ihm eingeladene Expertin, die junge Politikwissenschaftlerin Julia Friedich, offen zu, wenn sie etwas nicht wissen: „Viele haben Angst, dass der Krieg sich noch ausweitet“, heißt es etwa: „Bloß so richtig wissen tut das halt keiner.“ Natürlich könnte es sein, dass Putin künftig auch andere russischsprachige Länder angreifen könnte, erklärt Julia, aber: „Wir als Deutschland müssen uns darüber weniger Sorgen machen, weil wir Teil der NATO sind.“ Die NATO, so erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer weiter, ist ein Zusammenschluss aus 30 Staaten, die sich im Kriegsfall unterstützen. Deswegen wäre der Angriff eines NATO-Staats für Putin sehr riskant. Gleiches gilt im übrigen auch beim Thema Atomwaffen: Ein Atomkrieg wäre ein sehr großes Risiko für den russischen Präsidenten, erklärt Julia: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das möchte.“

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Dass Erwachsene die Sorgen der Kinder ernst nehmen, eigene Gefühle zeigen und nicht von oben herab kommunizieren, ist eine allgemeine Stärke der vielen Kinderformate. Die konstruktiven Tipps, wie man mit der eigenen Angst umgehen kann, helfen vielleicht sogar den mitschauenden Eltern: „Es ist voll okay, wenn man in diesen Zeiten auch Spaß hat“, sagt Tobi. Wichtig sei, den Fokus auf die schönen Dinge im Leben zu lenken, zum Beispiel „wenn mir jemand ein Eis ausgibt“.

Doku zeigt Leben in der Ukraine

Doch es ist nicht nur der Krieg, der Kinder dieser Tage beschäftigt. Viele sorgen sich auch um das Leben Gleichaltriger aus der Ukraine. Diese Gefühle fängt die zweiteilige Doku „#Ukraine - Wie wir den Krieg erleben“ aus der Reihe „Schau in meine Welt!“ auf. In selbst aufgenommenen Videotagebüchern berichten ukrainische Kinder und Jugendliche darin von ihrem Leben im Kriegsgebiet. Neben ihrer Angst finden dabei auch ganz normale kindliche Bedürfnisse Platz: „Bei meiner Oma haben wir manchmal gelesen“, erzählt etwa die neunjährige Arina, „oder ich habe zusammen mit meinem Bruder Jaroslaw gemalt“. Selbst im Keller hätten sie sich neue Spiele ausgedacht.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Zwischendurch zeigt die Doku aber auch Kinder in anderen europäischen Ländern: Wie sie Basteleien verkaufen, um Spenden für die Ukraine zu sammeln, oder wie sie sich auf die Ankunft ukrainischer Flüchtlinge vorbereiten. Die eigene Ohnmacht mit konkreten Handlungsvorschlägen bekämpfen, ist ein Tipp, der derzeit oft zu lesen und zu hören ist. Vielleicht regt die Doku noch mehr Menschen dazu an.

„logo!“ informiert umfassend

In der ZDFmediathek muss man ein wenig suchen, bis man die relevanten Kindersendungen zum Krieg in der Ukraine entdeckt. Es gibt keinen eigens eingerichteten Themenbereich. Stattdessen liefert die Kindernachrichtensendung „logo!“ (zu finden unter der Rubrik „ZDFtivi für Kinder“) umfangreiche Informationen. Seit 1989 berichtet „logo!“ (samstags bis donnerstags, 19.50 Uhr, sowie freitags, 19.25 Uhr, bei KiKA) zuverlässig über Ereignisse auf der ganzen Welt. Dabei sind es vor allem die leichte Sprache sowie die Nähe zur Lebensrealität der acht- bis zwölfjährigen Zielgruppe, welche sowohl Kinder als auch Eltern schätzen. Die relevanten Inhalte aus den Nachrichtensendungen, aber auch weitere Hintergrundartikel zum Thema sammelt die „logo!“-Redaktion seit über einem Monat auf einer speziellen Themenseite „Krieg in der Ukraine“.

Mithilfe des Leitartikels „So ist die Lage im Moment“ können sich interessierte Kinder einen ersten und groben Überblick über das Thema verschaffen: Neben der aktuellen Situation im Land werden auch das Schicksal der vielen ukrainischen Flüchtlinge sowie die Reaktionen von und Auswirkungen auf andere Länder kurz angerissen: „Schon seit einiger Zeit streiten die Länder Ukraine und Russland miteinander. Dabei ging es in der Vergangenheit vor allem um Gebiete im Osten der Ukraine - und darum, ob diese zur Ukraine gehören oder nicht.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Aus erwachsener Sicht klingt das natürlich sehr vereinfacht. Allerdings versäumt die Redaktion nicht, weitere Links zu detaillierteren Informationsseiten einzubauen, etwa zum Artikel „Russland & Ukraine: Ein jahrelanger Streit“, der die wichtigsten Ereignisse seit den Protesten gegen den ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im November 2013 zusammenfassen. Das gesamte Angebot, zu welchem auch kurze Interviews, etwa mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) oder der Kriegsreporterin Katrin Eigendorf gehören, ist so umfangreich, dass die Lektüre sicher einige Stunden in Anspruch nehmen würde.

Konkrete Fragen erfordern konkrete Antworten

Besonders erwähnenswert ist zudem die Seite „Eure Fragen zum Krieg in der Ukraine“: Hier sammelt die „logo!“-Redaktion die wichtigsten Fragen, die Kinder seit Ausbruch des Krieges an die Redaktion geschickt haben. Die entsprechende Antwort wird als Text, als Video oder als weiterführender Link gleich mitgeliefert: „Wir finden es wichtig, Kinder entsprechend ihrem Recht auf Information ernst zu nehmen und die Fragen, die sie haben, zu beantworten“, erklärte die „logo!“-Redakteurin Romy Geiger auch Nachfrage: „Das ist natürlich nicht so einfach wie bei Erwachsenen, weil Kinder sehr emotional darauf reagieren. Wir versuchen, den Kindern ein Stück weit ihre Angst zu nehmen, indem wir auf ihre konkreten Fragen antworten.“

Um der Angst zusätzlich entgegenzuwirken verweist „logo!“ zudem auf den Artikel „Wenn euch Nachrichten beruhigen“: Darin geben Expertinnen und Experten wie die Psychologin Elisabeth Raffauf konkrete Tipps, wie man mit der momentanen Angst umgehen kann. Externe Links verweisen zudem an das telefonische Beratungsangebot „Nummer gegen Kummer“ und auf die Seite der KiKA-Ratgebersendung „Kummerkasten“, auf der wiederum psychologische Hilfsangebote aufgeführt werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

ZDF reagiert auf Zuschauerkritik

Doch obwohl „logo!“ in den vergangenen Wochen zweifelsohne einen bemerkenswerten Beitrag zur politischen Bildung von Kindern leistete, gefällt das nicht allen Erwachsenen, wie ein Post der ZDF-Zuschauerredaktion auf Facebook zeigte: „Warum müssen Kinder mit diesem Mist behelligt werden?“, zitierte die Redaktion aus einer entsprechenden Anfrage: „Aufklärung hat ja schon mit der Klimahysterie gut geklappt, jetzt muss man auch mit dem Thema Krieg aufhetzen? Und neutral wird euer ‚logo!‘ ganz sicher nicht aufklären.“

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Facebook, Inc., der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Das ZDF antwortete mit einer grundsätzlichen Erklärung: „Der Krieg in der Ukraine beschäftigt und besorgt nicht nur Erwachsene - auch Kinder wollen die täglichen Geschehnisse und Informationen einordnen können und Antworten darauf haben. Mehr als 2.000 Fragen haben die ‚logo!‘-Redaktion in den vergangenen Tagen erreicht.“ Der Sender verwies auf Artikel 17 der UN-Kinderrechtskonvention, der Kindern ein Recht auf Information verspricht: „Dieser Verpflichtung kommt das ZDF-Kinder- und Jugendprogramm mit der Kindernachrichtensendung ‚logo!‘ nach.“ Auch wenn es mitunter schwierig ist, Sachverhalte kindgerecht zu erklären: „Es gibt kein Thema, das nicht auch ‚logo!‘-Thema sein kann; tabu sind lediglich Bilder, die Angst machen, zum Beispiel Naheinstellungen von Toten und Schwerverletzten.“ Dies ist somit einer der größten Unterschiede zu den „erwachsenen“ Nachrichten.

Weitere Angebote

Natürlich sind ARD und ZDF nicht die einzigen Sender, die derzeit für kindgerechte Informationen über den Krieg in der Ukraine und die zahlreichen europäischen Hilfsangebote sorgen: Auch der Kinderkanal KiKA hat in Sondersendungen ausführlich über die Lage berichtet. Eine Übersicht der wichtigsten Inhalte ist unter www.kika.de/erwachsene zu finden. Hier geben Expertinnen und Experten zudem weiterführende Tipps, wie Eltern auf die Sorgen ihrer Kinder reagieren können.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Auch die BR Mediathek für Kinder hat eine eigene Themenseite eingerichtet: Unter dem Titel „Ukraine und der Krieg - Was du jetzt wissen musst“ finden Kinder neben der eingangs erwähnten Sendung „CheX! Die Checker Web-Show“ Links zu externen Kinderinformationsportalen wie „Hanisauland - Politik für Kinder“ (www.hanisauland.de) oder www.kinderweltreise.de. Außerdem lassen sich ausgewählte Folgen des BR-Podcasts „Frag mich! Die Nachrichten und ich“ und der Radiosendung „radioMirko“ von Bayern 2 nachhören. Welches das richtige Angebot für das jeweilige Kind ist, ist vor allem eine Frage des individuellen Alters, des Vorwissens und des Interesses. Informativ, ehrlich und hoffnungsstiftenden sind jedenfalls alle hier erwähnten Angebote.

RND/Teleschau

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.