Kad Merad in „Stiller Verdacht“ – Thriller über Identität im ZDF

  • Steckt hinter dem braven Familienvater Thomas ein Mörder, dem es vor Jahren glückte, unterzutauchen?
  • Eine Polizistin ist im ZDF-Montagskino (7. Juni, 22.15 Uhr) fest davon überzeugt.
  • Kad Merad, Laurence Arné und Géraldine Pailhas spielen die Hauptrollen in dem packenden Thriller „Stiller Verdacht“.
Martin Schwickert
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Kad Merad gehört zu den beliebtesten Schauspielern des französischen Kinos. In Deutschland ist er vor allem durch „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ (2004), „Willkommen bei den Sch’tis“ (2008) und die liebenswerte Verfilmung von René Goscinnys „Der kleine Nick macht Ferien“ (2014) bekannt. Als Komödiant trägt er nie zu dick auf und versteht sich auf eine eher unterschwellige Humorvermittlung.

Vor allem aber ist Merad der geborene Sympathieträger. Sein Teddybär­charme wirkt stets vertrauenerweckend. Die braunen Augen können traurig-melancholisch in die Welt schauen oder zu einem verschmitzten Lächeln beherzt funkeln. Die Halbglatze hat er nie versteckt, sondern zu seinem eigenen Markenzeichen gemacht.

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Hier ist alles super – bis ein Verdacht aufkommt

In Christophe Lamottes TV-Thriller „Stiller Verdacht“ kann Merad nun äußerst gewinnbringend mit seinem Image als Publikumsliebling arbeiten. Beruhend auf wahren Begebenheiten, spielt er hier den liebenden Familienvater Thomas, der mit seiner Frau Alice (Laurence Arné) und dem achtjährigen Sohn Romain (Gaspard Pasquet) in einer kleinen bretonischen Küstengemeinde lebt. Thomas arbeitet als Vorarbeiter in der örtlichen Werft und Alice hat vor einigen Jahren mit einer befreundeten Medizinerin eine Praxis eröffnet. Alles super!

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Das harmonische Familienleben findet ein jähes Ende, als Thomas ins Polizeirevier zu einer Anhörung geladen wird. Sein Auto sei bei einem Einbruch gesehen worden, heißt es zunächst. Aber die Kriminalpolizistin Sophie Lancelle (Géraldine Pailhas), die das Gespräch im Hintergrund aufmerksam verfolgt, glaubt hier auf der Spur eines sehr viel größeren Falles zu sein, der sie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr loslässt. Damals hatte ein Familienvater Frau und Kinder ermordet und konnte spurlos verschwinden.

In Thomas, der sich nach einem Autounfall einer Gesichtsoperation unterzogen hat, glaubt Lancelle nun, ihren Tatverdächtigen gefunden zu haben, der mit einer anderen Identität ein neues Leben angefangen hat. Die Beweislage ist dürftig. Die Profiler erkennen gewisse Ähnlichkeiten in Schädelaufbau und Verhaltensmustern. Aber das reicht für eine Überführung nicht aus.

Aus einer Pressemitteilung wird Rufmord – mit Folgen

Und so lanciert die Beamtin die Geschichte an die Presse – in der Hoffnung, dass der Verdächtige unter dem öffentlichen Druck einen Fehler macht. Mit dem Zeitungsbericht bricht über Thomas und Alice die Hölle herein. Ihre Freunde gehen auf Distanz, der Sohn wird in der Schule gemobbt, Thomas verliert seinen Job, und auch im Wartezimmer von Alice finden sich immer weniger Patientinnen ein.

Schlimmer jedoch als die Hetze von außen ist die zersetzende Kraft, die der Verdacht auf die eigene Ehe hat. Thomas schwört glaubwürdig, nichts mit der Angelegenheit zu tun zu haben. Aber in Alice beginnt der Zweifel zu nagen. Über die Vergangenheit des Ehemannes, der als Achtzehnjähriger nach dem Tod seiner Eltern aus Russland nach Frankreich emigriert ist, weiß sie kaum etwas.

Und dann ist da die Marotte mit dem Gartentor, das Thomas immer zweimal abschließt – genau so, wie es der verschwundene Tatverdächtige getan haben soll.

Eine Ehefrau zwischen Vertrauen und Zweifel

Wie dieser ruft auch Thomas seine Frau jeden Tag in der Mittagspause an. „Stiller Verdacht“ nimmt die Erzählperspektive der Ehefrau ein, die zwischen Vertrauen und Zweifel hin und her geworfen wird. Es ist erstaunlich, wie es Regisseur Lamotte gelingt, die Spannung mit einer Kette aus Verdachtsmomenten und Entkräftungen bis zum Schluss aufrechtzuerhalten.

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Dass dies gelingt, liegt nicht nur an der wasserdichten Plotstruktur, sondern vor allem auch an dem fabelhaften Kad Merad, dem man den treu sorgenden Vater genauso abnimmt wie den potenziellen Familienmörder. Ähnlich vielschichtig agiert Géraldine Pailhas als polizeiliche Gegenspielerin, die sich möglicherweise obsessiv in den Fall verrannt oder vielleicht doch als Ermittlerin einfach die richtigen Instinkte hat.

„Stiller Verdacht“, Montag, 7. Juni, 22.15 Uhr, ZDF, Regie: Christophe Lamotte, mit Kad Merad, Géraldine Pailhas, Laurence Arné

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