Jan Fedders “Großstadtrevier”-Kollegin Maria Ketikidou: “Wir waren wie Geschwister”

  • Am 23. März läuft die letzte “Großstadtrevier”-Folge mit Jan Fedder.
  • Serienkollegin Maria Ketikidou kannte ihn mehr als 30 Jahre.
  • Im RND-Interview spricht sie über den Einschnitt durch den Tod von Fedder und die letzte Folge.
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Schauspieler Jan Fedder ist Ende Dezember gestorben. Er hinterlässt nicht nur eine große Lücke bei Familie und Freunden, sondern auch in der TV-Serie “Großstadtrevier”, in der er seit 1990 den Polizisten Dirk Matthies spielte. Schauspielerin Maria Ketikidou spielte seit 1993 an seiner Seite die Polizistin Hariklia “Harry” Möller – und war damit mehr als 25 Jahre lang Fedders Kollegin, sowohl im echten Leben als auch in der Serie.

Maria Ketikidou, mit wem werden Sie sich die letzte “Großstadtrevier”-Folge mit Jan Fedder am 23. März ansehen?

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Wahrscheinlich allein. In diesen turbulenten, vom Coronavirus überschatteten Zeiten bleibt einem gar nicht viel anderes übrig. Das Gute dabei: “Großstadtrevier” gucken ist doch ein ganz guter Zeitvertreib.

Es gab noch mal einen extra Dreh für eine Abschiedsfolge im Mai. Wie war die Stimmung, als dann noch mal alle anlässlich des Todes von Fedder und dieses Drehs zusammen gekommen sind?

Die Stimmung am Set war verständlicherweise bedrückt. Sie können sich vorstellen, Jans Tod hat das “Großstadtrevier“-Team sehr getroffen. Keiner von uns war darauf vorbereitet. Und vielen von uns erschien es surreal, dass er auf einmal nicht mehr da sein soll. Es fällt niemandem leicht in einer Krisensituation oder in Trauer zur Tagesordnung überzugehen, aber unseren Zuschauern zu Liebe wollten wir noch innerhalb der laufenden Staffel darauf Bezug nehmen, weil so viele Menschen um ihn trauerten. Eine schwierige Aufgabe, denn die Möglichkeiten waren begrenzt: Die Produktion der 33. Staffel war schon beendet, die Folgen fertig geschnitten.

Können Sie schon etwas mehr zu diesen beiden bedeutenden Folgen verraten? Es soll ja ein Abschiedsbrief auftauchen.

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Die letzte Folge mit Jan, “Schlüsselmomente” (23. März), haben wir im Herbst gedreht. Niemand konnte ahnen, dass es Jans letzte werden würde. Er musste wegen einer Verletzung am Sprunggelenk ins Krankenhaus und ist deshalb in den weiteren Folgen der Staffel nicht mehr beim Dreh dabei gewesen. Natürlich hätten wir uns alle einen grandiosen Abschied von Dirk Matthies gewünscht, mit einem Jan im Mittelpunkt, der sich vor seiner Rolle und vor seinem Publikum ein letztes Mal verneigt.

Wie gesagt waren die Möglichkeiten bei diesem Nachdreh begrenzt. Wenn man die drei Szenen um Dirk Matthies’ Abschiedsbrief jedoch als eine Art Metapher versteht, funktioniert es hoffentlich ganz gut. Ich habe die Folge selber noch nicht gesehen. Vom Menschen Jan Fedder konnten wir uns Dank der wunderbar von ihm selbst inszenierten Trauerfeier gebührend verabschieden.

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Wie geht es jetzt aus Ihrer Sicht mit dem “Großstadtrevier” weiter ohne Jan Fedder?

So wie das “Großstadtrevier” im Geiste Jürgen Rolands weitergeführt wurde, so wird es in Zukunft auch im Sinne Jans und ihm zu Ehren weiter produziert werden. Das hätte er sich gewünscht. Dass die Zuschauer seinem “Großstadtrevier” treu bleiben, dass die Legende im Geiste weiterlebt. Dass der Kult um St. Pauli bleibt.

Was fehlt Ihnen am meisten am Set ohne Fedder?

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Mir fehlt am meisten sein Humor. Mit ihm gab’s am Set immer was zu lachen, er hatte immer was zu erzählen, das Drehen war nie bitterernst. Jan hatte zwischen den Takes immer irgendeinen Schabernack im Sinn oder eine Anekdote zum Besten zu geben. Erst wenn Jan seine Geschichte zu Ende erzählt hatte, wurde weitergedreht. Mit ihm geht für mich auch ein Stück Vertrautheit verloren.

Wie behalten Sie Jan Fedder in Erinnerung? Erinnern Sie sich an eine besondere Szene mit ihm zurück?

Jan und ich kannten uns schon Jahre, bevor wir beim “Großstadtrevier” angefangen haben. Beim warming up (Anmerkung: Kennenlernen eines Teams vor Drehbeginn) zum Zweiteiler “Das Traumauto” (1988) hatte er mich schon mit seinem “Na, mien Seuten!” um den kleinen Finger gewickelt. Wir wurden wie Geschwister und haben es uns nie miteinander verscherzt in all den Jahren. Im Gegenteil. Nun fehlt er mir. Immer, wenn ich traurig bin, schaue ich mir einen seiner Filme an. Dann ist er einfach wieder da mit seinem schelmischen Lächeln.

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Gibt es etwas, das Sie Fedder noch gern gesagt hätten?

Das Schöne war: Wir haben uns immer ohne viele Worte verstanden. Aber ich hatte noch einmal die Gelegenheit, mich bei der privaten Beisetzung im engsten Familienkreis an seinem Grab von ihm zu verabschieden. Mir war, als hörte ich ihn sagen: “Na, denn man tau...“

RND

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