Böhmermann sorgt immer wieder für politischen Wirbel

  • Jan Böhmermann überrascht mit seinem Vorhaben, SPD-Chef zu werden.
  • In den letzten Jahren mischt der ZDF-Satiriker des Öfteren in der Politik mit, auch über Ländergrenzen hinaus.
  • Zu seinen größten Coups gehören der #Varoufake und das Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Erdogan.
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Mit seinem neuesten Plan, SPD-Chef zu werden, überraschte Jan Böhmermann (38) nicht nur die Partei selbst. "Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschland werden", sagte der 38-Jährige. Es ist nicht das erste Mal, dass Böhmermann den politischen Alltag durcheinanderwirbelt.

Bereits im Jahre 2015 gelang es dem ZDF-Satiriker, das ganz große Medienrad zu drehen - mit dem "#Varoufake", bei dem er vorgaukelte, ein umstrittenes Video mit dem damaligen griechischen Finanzminister Gianis Varoufakis gefälscht zu haben.

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Jan Böhmermann: Es hagelte Kritik für sein "Schmähgedicht"

Für noch mehr Aufsehen sorgt Jan Böhmermann durch sein am 31. März 2016 gesendetes "Schmähgedicht" auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Mit diesem Gedicht wollte Böhmermann den Unterschied zwischen erlaubter Satire und verbotener Schmähkritik verdeutlichen - nicht ohne Konsequenzen. Die Türkei verlangte von der Bundesrepublik rechtliche Schritte.

Auch Kanzlerin Angela Merkel äußerte sich zu dem Vorfall und meinte, dass das "Schmähgedicht" auf den türkischen Präsidenten "bewusst verletztend" sei. Böhmermann ging gegen die Aussage gerichtlich vor - die Äußerung der Bundeskanzlerin stelle eine "nicht zunehmende staatliche Vorverurteilung" dar. Diesen Rechtsstreit verlor Böhmermann jedoch: Merkel darf das "Schmähgedicht" weiterhin kritisieren.

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Jan Böhmermann: Ich möchte Vorsitzender der SPD werden
1:20 min
Satiriker Jan Böhmermann will nach eigenen Worten SPD-Chef werden. Willy Brandt sei ihm im Traum erschienen. Alles nur ein Witz?
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Jan Böhmermann: ORF distanziert sich

Anfang Mai geriet erneut ein Politiker ins Visier des 38-jährigen. Bei seinem Besuch beim ORF wetterte Böhmermann gegen den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz, der damals in einer Koalitionsregierung mit der rechtspopulistischen Partei FPÖ regierte. Böhmermann sagte, es sei "nicht normal, dass das Land von einem 32-jährigen Versicherungsvertreter geführt wird". Weiterhin meinte er, dass der Vizekanzler bei Facebook "volksverhetzende Scheiße" veröffentlichen würde. Der ORF distanzierte sich "von den provokanten und politischen Aussagen Böhmermanns. Aber wie Sie wissen, darf Satire alles und der öffentliche Rundfunk künstlerische Meinung wiedergeben."

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Als Mitte Mai der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" das Video von Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache veröffentlichten, fiel auch der Name Jan Böhmermann. Verschwörungstheoretiker vermuteten, dass der Satiriker sogar der Urheber des Videos sei. Schließlich spielte er schon im April in einem aufgenommenen Video für die Verleihung des österreichischen TV-Preises Romy auf den Fall an. Er hänge "gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchen-Villa auf Ibiza rum", hatte er damals gesagt. Gegenüber der "dpa" bestätigte sein Manager Peter Burtz, dass Böhmermann die heiklen Aufnahmen schon Wochen vorher kannte.

Mitte Juni war es Rezo (27), der sich nach seinem 55-Minuten-Video "Die Zerstörung der CDU" erstmals ausführlich bei Jan Böhermann in der Sendung "Neo Magazine Royale" äußerte. Böhmermann versprach "kritische Fragen", am Ende jedoch war es ein "zahmes Gipfeltreffen zweier Entertainment-Influencer".

RND/cwo

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