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#Klimamedienkrise: Bekommt das Klima zu wenig Sendezeit?

Bis zu 110 Klimaaktivistinnen und -aktivisten versammelten sich am Ende Oktober in München, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Laut der Studie von „Klima vor acht" sorgten gerade die internationalen Klimastreiks für mediale Aufmerksamkeit.

Bis zu 110 Klimaaktivistinnen und -aktivisten versammelten sich am Ende Oktober in München, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Laut der Studie von „Klima vor acht" sorgten gerade die internationalen Klimastreiks für mediale Aufmerksamkeit.

Berlin. Wenn es nach der Initiative „Klima vor acht“ geht, gibt es nicht nur eine Klimakrise – sondern auch eine Klimamedienkrise. In einer Programmauswertung untersuchte die Gruppe, wie häufig die Öffentlich-Rechtlichen Sendungen zum Thema Klima im Programm haben.

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Ihr Ergebnis: Obwohl die Klimakrise gesellschaftlich als hochrelevant gilt, bilden die Programmdaten der öffentlich-rechtlichen Sender dies nicht ab. „Es wird zu wenig und zu unbeständig über Klimathemen in den Öffentlich-Rechtlichen berichtet“, sagte Friederike Mayer von „Klima vor acht“ dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Gerade der Vergleich mit Corona zeige ihr zufolge, dass Sender durchaus in der Lage seien, schnell und gut auf Krisen reagieren zu können. „Beim Thema Klima ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht willens oder in der Lage, entsprechende Sendungen zur besten Sendezeit zu etablieren.“

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Die ARD kritisiert auf Anfrage des RND indes den Aufbau der Studie, weil diese nur Sendungen mit dem Wort Klima im Titel oder Untertitel berücksichtige. Dabei würden Beiträge in Magazinen oder Nachrichtensendungen wie der „Tagesschau“ übersehen.

Auch die Tatsache, dass fiktionale Formate keinen Eingang in die Studie finden, bewertet der Sender kritisch. „Dass Sendeplatz und Sendelänge keine relevanten Kriterien sind, macht die Auswertung zudem unausgewogen und wenig tauglich zur Beantwortung der Forschungsfrage“, so der Sender weiter.

Viele Sendungen zum globalen Klimastreik 2019

Die ARD verweist auf verschiedene Sendungen mit dem Schwerpunkt Klima, wie etwa die ARD-Themenwoche 2020 „Wie wollen wir leben“. Diese zeigt aber auch in der Studie von „Klima vor acht“ Auswirkungen: Die Themenwoche sorgt für einen der wenigen Ausreißer. Für das größte Sendungsaufgebot war jedoch der globale Klimastreik 2019 verantwortlich.

Das Projekt kritisiert zudem, dass insbesondere in Talkshows der ARD und des ZDF nach wie vor ein falscher Fokus gesetzt werde - anstatt Maßnahmen zu debattieren, stehe immer noch die Frage „Wie schlimm ist es wirklich?“ im Vordergrund.

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„Dabei werden grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse zur Diskussion gestellt“, sagt Mayer. „Viel wichtiger wäre, in Talkshows zum Thema die Fragen zu diskutieren, wie wir als Gesellschaft mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen umgehen, wie wir jetzt handeln wollen und können.“

Initiative forderte Klimasendung in der ARD

Der Studie vorangegangen waren Gespräche zwischen „Klima vor acht“ und der ARD über eine mögliche Zusammenarbeit. Die Initiative fordert eine Klimasendung zur besten Sendezeit. Mehrere Gespräche mit dem Sender blieben aber ergebnislos.

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„Ein Argument, das wir vonseiten der ARD in diesen Gesprächen zu hören bekamen, war sinngemäß: Wir machen doch schon so viele Sendungen zu Klimathemen in unserem Programm“, sagt Mayer. „Da sich das absolut nicht mit unserer Wahrnehmung deckt, haben wir das Programm quantitativ ausgewertet – und die Ergebnisse bestätigen unsere Forderung.“

Die ARD bleibt bei ihrer Haltung, die Sendung „aus Gründen der journalistischen Unabhängigkeit“ nicht ins Programm aufzunehmen. In den Gesprächen mit „Klima vor acht“ habe der Sender aber deutlich gemacht, dass die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Sendung „Wissen vor acht“ regelmäßig aufgegriffen werden sollen.

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