Nach schweren Vorwürfen von Ikke Hüftgold: Sat.1 gibt Statement ab

  • Partysänger Ikke Hüftgold wirft Sat.1 die „gewissenlose Quotenjagd auf dem Rücken missbrauchter Kinder“ vor.
  • Nun hat sich der Sender zu den schweren Anschuldigungen geäußert.
  • Diese Konsequenzen hat Sat.1 jetzt angekündigt.
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Man kennt ihn als Partysänger Ikke Hüftgold und auch aus Realityshows wie „Promi Big Brother“. Matthias Distel, wie der langjährige Ballermann-Star bürgerlich heißt, kennt aber auch Grenzen, was Unterhaltungsfernsehen angeht. In der Sat.1-Doku „Plötzlich arm, plötzlich reich“ sollte Hüftgold in den Alltag einer prekär lebenden Familie eintauchen. Seine Begeisterung für das Experiment fand jedoch bereits am ersten Drehtag ein jähes Ende, wie der 44-Jährige am Montag in einem rund 18-minütigen Instagram-Video berichtete. Nun hat sich Sat.1 zu den schweren Anschuldigungen des Sängers geäußert.

Distel hatte Sat.1 vorgeworfen, schwere Traumata der teilnehmenden Kinder bewusst ignoriert zu haben. Diese sollen sich in psychologischer Behandlung befunden und beim Dreh auffällige Verhaltensmuster gezeigt haben, wie der Stimmungssänger schildert. So hätten sich die vier Kinder der Tauschfamilie laut Distel während der Produktion mehrfach gegenseitig und selbst verletzt. Das Fernsehteam habe nicht eingegriffen.

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Als Distel schließlich „vor laufender Kamera erfuhr, dass die Kinder in der Vergangenheit durch ihren eigentlichen Vater schwerste Misshandlungen erlitten haben sollen“, brach er die Dreharbeiten ab. Die Show sei eine „gewissenlose Quotenjagd auf dem Rücken missbrauchter Kinder“, wütete der Sänger.

Sat.1 reagiert: Folge wird nicht ausgestrahlt

Mittlerweile hat der Instagram-Clip 1,6 Millionen Aufrufe, bei Facebook wurde er 36.000-mal geteilt. Nun reagierte auch Sat.1 auf die Vorwürfe. In einem Statement des Senders dankt man Distel dafür, über die Umstände beim Dreh informiert zu haben.

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Weiter heißt es: „Unmittelbar nachdem wir seine Mail erhalten haben, haben wir begonnen, mit der Produktionsfirma und der Familienhilfe zu reden, um der Familie zu helfen und um die Zusammenhänge aufzuarbeiten. Diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen.“ Es stehe fest, „dass Sat.1 keine Sekunde dieser Folge zeigt“. Dies hätte der Sender Matthias Distel „vergangenen Donnerstag schon mitgeteilt“.

Produktionsfirma sichert lückenlose Aufklärung zu

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Die Produktionsfirma Imago TV widerspricht einem Teil der Vorwürfe. Dass sich ein Kind habe selbst verletzten wollen, sei nicht korrekt, erklärte Andrea Schönhuber, Geschäftsführerin des Unternehmens, gegenüber „DWDL.de“. „Herr Distel bezieht sich hier auf Aussagen unseres Aufnahmeleiters vor Ort, der diese Aussagen bestreitet.“

Die Missbrauchs-Vorwürfe seien dem Sender erst während des Drehs unter anderem durch die Aussagen der Freundin der Mutter bekannt geworden. Vorher habe man nichts davon gewusst, so die Geschäftsführerin. „Ich kann die Empörung von Herrn Distel, ob der Zustände in der Familie und dem damit verbundenen Dreh nachvollziehen. Deshalb haben wir auch sofort den Drehabbruch mitgetragen. Ich habe Herrn Distel nach Drehabbruch eine lückenlose Aufklärung schriftlich zugesichert und unser Team hat bereits die entsprechenden Stellen informiert“, heißt es weiter in dem Statement von Schönhuber gegenüber „DWDL.de“.

In dem TV-Experiment tauschen eine wohlhabende und eine geringverdienende Familie für eine Woche die Rollen. Wie schon in der vierten lädt der Sender auch in der fünften Staffel im „Promi-Spezial“ (Reality-)Stars zum Tauschexperiment - eine neue Folge mit Mirja du Mont wird am Mittwoch (16. Juni, 20.15 Uhr) ausgestrahlt. Wie es darüber hinaus allerdings mit dem Format weitergeht, bleibt abzuwarten.

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Für Sat.1 häufen sich derweil die Unannehmlichkeiten dieser Art. Die Reality-Show „Promis unter Palmen“ stand zuletzt wegen einer homophoben Tirade eines Teilnehmers in der Kritik. Nachdem sich auch in Folge zwei Mobbing-Szenen zugetragen haben sollen, wurde die Episode kurzfristig neu geschnitten. Nach dem überraschenden Tod des Teilnehmers Willi Herren entschied man sich schließlich dazu, die weiteren Folgen aus Gründen der Pietät gar nicht mehr zu zeigen.

RND/Teleschau/nis

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