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Klimawandel und Wahlkampf: So berichtet die internationale Presse über die Hochwasserkatastrophe

  • Die Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands ist auch bei Medien im Ausland Thema.
  • Viele greifen in ihren Artikeln die politische Lage und den Wahlkampf auf.
  • Andere erklären die Zusammenhänge der Katastrophe mit dem Klimawandel.
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Hannover. Die Lage ist dramatisch: Dutzende Tote, zahlreiche Vermisste und immer neue Schreckensmeldungen aus dem Westen des Landes. Die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bewegt nicht nur die Menschen vor Ort, sondern auch im Ausland – zahlreiche Medien berichten. Ein Überblick.

Bereits am Donnerstag veröffentlicht die „New York Times“ einen Text über die Hochwasserkatastrophe. Anlass für die Berichterstattung ist die erstaunlich hohe Zahl von 1300 Vermissten. Grund ist das durch die Überflutungen lahmgelegte Mobilfunknetz. Dadurch seien laut der Behörden zahlreiche Menschen nicht erreichbar.

Die „New York Times“ berichtet auch über die Überschwemmungen in den Nachbarländern – auch Belgien, die Niederlande, die Schweiz und Luxemburg wurden vom Hochwasser heimgesucht. Dann macht die Zeitung einen Schwenk zur politischen Lage: „Die durch das Unwetter verursachten Verwüstungen ereigneten sich nur wenige Tage, nachdem die Europäische Union einen ehrgeizigen Plan zur Abkehr von fossilen Brennstoffen in den nächsten neun Jahren angekündigt hatte, um die EU bis 2050 klimaneutral zu machen.“

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Klimawandel und Wahlkampf sind Thema

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Europäische Politikerinnen und Politiker hätten schon früh Parallelen zwischen den Überschwemmungen und den Auswirkungen des Klimawandels gezogen, berichtet die Zeitung. „Die Auswirkungen des Klimawandels sind eines der Themen, die in Deutschland vor den Wahlen im September, bei denen die Grünen hinter den konservativen Christdemokraten von Laschet um den zweiten Platz kandidieren, heftig debattiert werden.“

Der britische „Guardian“ berichtet ebenfalls über die Toten und Vermissten im Westen Deutschlands, zitiert deutsche Politikerinnen und Politiker und spricht mit Anwohnerinnen und Anwohnern im zerstörten Eifel-Dorf Schuld.

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Auch einen Schwenk zu Claus Kleber macht die britische Zeitung. Der Anchorman des ZDF „Heute Journals“ hatte in seiner Sendung am Mittwochabend kurz und knapp erklärt, wie die Hochwasserereignisse mit dem Klimawandel zusammenhängen und dafür viel Applaus in den sozialen Netzwerken geerntet.

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Niederländische Medien berichten groß

In einem Beitrag vom Freitag lässt die Zeitung Klimaforscherinnen und -forscher zu Wort kommen. „Klimawissenschaftler haben lange vorhergesagt, dass menschliche Emissionen mehr Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren, Stürme und andere extreme Wetterbedingungen verursachen würden, aber die jüngsten Spitzen haben viele Erwartungen übertroffen“, schreibt die Zeitung. Auch andere britische Medien berichten, etwa die BBC.

Auch die französische Nachrichtenagentur Associated Press (AP) macht einen Schwenk zur politischen Lage in Deutschland. „Armin Laschet, ein Konservativer, der bei der Bundestagswahl im Herbst als Nachfolger von Merkel kandidiert, sagte, die ungewöhnlich schweren Stürme und die vorhergehende Hitzewelle könnten mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden. Politische Gegner haben Laschet, den Sohn eines Bergmanns, dafür kritisiert, dass er während seiner Amtszeit den Kohlebergbau der Region unterstützt und den Ausbau von Windkraftanlagen behindert.“

Bei der größten niederländischen Tageszeitung „De Telegraaf“ ist die Hochwasserkatastrophe am Freitag Aufmacher auf der Website – auch die Niederlande sind zum Teil von Überschwemmungen betroffen. Aber auch über die Lage in Deutschland berichtet die Zeitung ausführlich. In gleich mehreren Artikeln und einem Liveticker informiert „De Telegraaf“ über Tote und Vermisstenzahlen, liefert Bilder und Hintergründe aus dem Nachbarland.

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„Wie nach einem Tsunami“

Auch spanische Medien, etwa die Tageszeitung „El País“ berichten groß über die Lage in Deutschland. Die Tageszeitung „Dagsavisen“ in Norwegen bezeichnet das Hochwasser in Deutschland als „eine der schlimmsten Wetterkatastrophen in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg“.

Die französische Tageszeitung „Le Monde“ beschreibt die Lage in Deutschland so: Die Stadt Ahrweiler vermittele das Gefühl, einem Tsunami zum Opfer gefallen zu sein. „Euskirchen, etwas weiter nördlich, ist mit mindestens 20 Toten wohl eine der am stärksten betroffenen Städte. Die Innenstadt sieht aus wie ein Trümmerfeld, die Häuserfassaden sind vom Hochwasser buchstäblich zerrissen.“

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Das Hochwasser als Wahlkampfthema

Und auch die französische Zeitung bemerkt: „Dieses schlechte Wetter hat das Thema Erderwärmung in den Mittelpunkt des Wahlkampfs gerückt, der in Deutschland angesichts der Parlamentswahlen vom 26. September, an deren Ende Angela Merkel ausscheiden wird, in vollem Gange ist.“ In einem eigenen Text analysiert die Zeitung die Bedeutung des Hochwassers für den Wahlkampf in Deutschland.

Der französische Nachrichtensender Euronews erklärt derweil in einem Stück, was die Hochwasserkatastrophe in Deutschland und die Hitzewelle in den USA mit der Erderwärmung zu tun haben und zeigt Lösungen auf, um solche Katastrophen zu verhindern oder zumindest abzuschwächen – etwa Gründächer oder durchlässige Gehwege.

RND/msc

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