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“His Dark Materials” – Wie diese HBO-Serie die “GoT”-Lücke füllt

Überzeugend: Dafne Keen spielt in der TV-Verfilmung von Philip Pullmans “His Dark Mateials”-Romanen die kindliche Heldin Lyra Belacqua alias Lyra Listenreich.

Überzeugend: Dafne Keen spielt in der TV-Verfilmung von Philip Pullmans “His Dark Mateials”-Romanen die kindliche Heldin Lyra Belacqua alias Lyra Listenreich.

Lyra Belacqua – was für ein schöner Name – ist ein zwölfjähriges Waisenkind, das im Jordan College von Oxford lebt. Sie ist eines von den Mädchen, über die man früher sagte, an ihnen sei “ein Junge verloren gegangen”. Sie turnt am liebsten auf den Dächern und Mauern der Universitätsstadt herum und steckt ihre Nase in Angelegenheiten, die sie nichts angehen. Eines Tages verschwindet ihr bester Freund Roger, und nichts anderes will Lyra, als ihn schleunigst wiederfinden.

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Auf dieser Reise erfährt sie mehr über sich und ihre Herkunft, als ihr lieb ist. Mehr noch: Ihre Suche wird zu einer Flucht, denn dunkle Kräfte hegen unstillbares Interesse an ihr, dem “besonderen Kind”. Mithilfe der Gypter, eines fahrenden Bootsvolks, deren Kinder zuhauf von den rätselhaften Gobblern entführt wurden, zieht Lyra in den Norden. Je weiter sie vordringt, desto mehr verdichten sich die Gerüchte von etwas Furchtbarem, das im ewigen Eis mit den Kindern geschieht.

“His Dark Materials” – “Staub” ist das größte Rätsel der Serie

Und desto näher kommt sie weiteren Mysterien: Dem einer prächtigen Stadt, die im Nordlicht aus einer anderen Welt herüberzuschimmern scheint. Und dem einer “Staub” genannten Materie, die – anders als der gemeine Hausstaub – für den Fortbestand allen Lebens nötig scheint, dessen Konzentration jedoch offenbar immer schwächer wird.

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Wir befinden uns in der neuen HBO/BBC-Serie “His Dark Materials” nach den Büchern des britischen Schriftstellers Philip Pullman, in einer Parallelwelt, die sich von der unseren auf den ersten Blick nicht allzu sehr unterscheidet. Oxford ist oxfordesk, viele Designs wirken nostalgisch, es hängen Zeppeline in den Wolken statt Flugzeuge und die (katholische) Kirche hat als “Magisterium” noch politische Macht, unterdrückt noch Wissen, diskriminiert noch Minderheiten, verfolgt noch Andersdenkende.

Der erste Roman wurde schon fürs Kino verfilmt

Am reizvollsten ist die Sache mit den Dæmonen (die Schreibweise dient ihrer Unterscheidung von Satans Unteroffizieren): Lyra hat stets Pantalaimon an ihrer Seite, ihre in Tiergestalten wechselnde Seele, der am liebsten als Wiesel oder Hermelin auftritt. Jeder Mensch in ihrer Welt besitzt einen Dæmon, der normalerweise das gegenläufige Geschlecht seines Trägers hat, der denkt und spricht. In Lyras Fall ist Pantalaimon vornehmlich ein Mahner, Warner, die Stimme der Vernunft. Nicht, dass Lyra auf eine solche Stimme hören würde.

Die Geschichte kommt Ihnen bekannt vor? Dann haben Sie vermutlich den 2007 gedrehten Kinofilm “Der Goldene Kompass” mit Dakota Blue Richards, Daniel Craig und Nicole Kidman gesehen. Dieser zumindest optisch eindrucksvollste Fantasyfilm nach Peter Jacksons “Herr der Ringe”-Trilogie wurde nie auserzählt. Die in ihm eher dezent verhandelte Kirchenkritik führte in den USA zu einem Boykottaufruf von katholischer Seite. Am Ende war das US-Einspielergebnis mau (anders als im Rest der Welt) und man ließ Pullmans Story – die es gut mit Tolkiens Hobbit-Sagas aufnehmen kann – im erzählerischen Nichts versickern.

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Der große Schatz der neuen “HDM”-Serie ist Dafne Keen, die die ernste, entschlossene Lyra, die sich ihren Schneid nicht einmal im Angesicht eines furchterregenden Panzerbären abkaufen lässt, charismatisch auf den Bildschirm bringt. Gleiches gilt für Ruth Wilson (“Luther”), die ihre Mrs Coulter – einzige hochrangige Frau im Magisterium – allzeit mit Frost erfüllt. Überhaupt ist allein die Besetzung das Zuschauen wert: Lin-Manuel Miranda erinnert als verwegener texanischer Aeronaut Lee Scoresby an den Indiana Jones der Spielberg-Filme. Und mit James Cosmo und Lucian Msamati führen gleich zwei der markanten Gesichter aus “Game of Thrones” die Gypter an.

Weit mehr als eine schlichte Märchenstunde

Die zweite Staffel ist schon bestellt, man kann sich diesmal also getrost auf “His Dark Materials” einlassen. Und wer meint, nur weil ein Kind im Mittelpunkt steht, würde hier eine schlichte Märchenstunde aus den Hänsel-und-Gretel-Wäldern abgespult, der irrt gewaltig. Wie immer gilt: HBO macht Teenies froh – und Erwachs’ne ebenso. Der US-Sender und BBC haben beträchtliches Geld nicht nur in die Spezialeffekte investiert, sondern auch in elaborierte Drehbücher.

Diese Serie hat durchaus das Zeug, in die Lücke zu springen, die “Game of Thrones” hinterließ. Gegenüber der “besten Serie aller Zeiten”, deren Ende übers Knie gebrochen wurde, besteht ein Vorteil: Die Buchvorlage ist vollendet, die Serienmacher müssen nicht das Finale selbst übernehmen wie im Fall des plötzlich schreibgelähmten “GoT”-Autors George R. R. Martin, dessen “Lied von Eis und Feuer” bis heute in seiner letzten Strophe harrt.

Ist Gott wirklich lieb und unsterblich?

In dieser Serie geht es um alles oder nichts – den Fortbestand des Multiversums, der sich im Kampf zwischen Wissen und Glauben entscheidet. Alle, die sich schon immer fragten, ob der liebe Gott wirklich lieb und unsterblich ist, müssen sich entweder ein Alethiometer besorgen, den goldenen Wahrheitskompass, über den Lyra verfügt. Oder sie müssen mit Pullmans Heldin im Fernsehen auf Odyssee gehen.

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PS: Zu sehen ist “His Dark Materials” seit 25. November bei Sky. HBO Home Entertainment stellt seit dem 26. November jede Episode wöchentlich zum digitalen Download zur Verfügung. Damit kann man die Serie auch ohne Sky-Account bei allen üblichen Streaming-Anbietern (Amazon Prime Video, iTunes, Google Play, Maxdome Store, Videoload, PlayStation Store, Microsoft Store und CHILI) verfolgen. Die Preise: 2.49 Euro (2.99 in HD) pro Folge, 18.99 Euro für die gesamte Staffel (22.99 in HD).

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