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Oliver Welke in „heute-show“ über Impfverweigerer: „Leider irgendwie asozial“

  • Angesichts des drastischen Corona-Comebacks gab es in der „heute-show“ (ZDF) Erkenntnisse voll auf die Zwölf.
  • Die Thesen von Oliver Welke und seinem Team: Wir Deutschen sind schlicht zu doof und zu asozial, um die Krise zu bewältigen.
  • Es sei doch klar gewesen, „wie sich die gewaltige Impflücke auswirken würde“, so Welke.
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„heute-show“-Moderator Oliver Welke wähnt sich schon in einer Zeitschleife. „Fühlen Sie sich auch wie Herbst 2020?“, fragte er angesichts des Corona-Comebacks mit Allzeithoch bei den Neuinfektionen und sich stetig wieder füllenden Intensivstationen. „Hat er uns doch wieder überrascht, dieser verdammte Herbst“, meinte Welke sarkastisch und haderte damit, dass die meisten Impfstationen zum 1. Oktober ihre Pforten geschlossen haben. „Dabei war doch klar“, so Welke, „wie sich die gewaltige Impflücke auswirken würde.“

„Wie nennt man das, wenn ein Land immer wieder dieselben Fehler macht? Richtig: doof. Wir sind eindeutig zu doof!“ Das sagte Welke auch im Hinblick auf 3,2 Millionen Ungeimpfte über 60 Jahren und die immerwährende „Kakofonie zwischen Stiko und Bund und Ländern“ in Sachen Boostern: „Bei der dritten Impfung blickt keine Sau mehr durch.“ Die widersprüchlichen Aussagen ließen sich nur noch so zusammenfassen: „Geboostert werden alle erwachsenen Minderjährigen über 70.“

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Dilemma-Szenario für Nazis: „Hitler lebt. Aber er ist geimpft!“

Dabei lohne ein Blick über den Tellerrand beziehungsweise die Landesgrenzen hinaus. „Israel hat mit dem Boostern die vierte Welle gebrochen“, stellte Welke fest. Österreicher und Italiener ergriffen bessere Maßnahmen („3G am Arbeitsplatz kontrollieren“) und hätten bessere Impfquoten. Auch wenn gerade in Italien vielleicht nicht jeder Impfausweis korrekt sei, wie das Beispiel zeige, bei dem ein auf „Adolf Hitler“ ausgestellter Impf-QR-Code als korrekt gecheckt wurde. „Er lebt?“, ulkte Welke. „Das stürzt Nazis natürlich ins Dilemma. Einerseits: Wie schön, der Führer lebt. Andererseits: Er ist geimpft!“

Hierzulande werde zu viel gestritten, zu wenig getan und zu viel gequatscht. „Ich kann‘s nicht mehr hören“, schimpfte Welke, „von wegen Impfen ist Privatsache.“ Er klärte auf: „Ein Hodenpiercing ist Privatsache. Wahrscheinlich dumm und schmerzhaft, wenn es sich entzündet, aber ich schade niemandem anderen.“ Das sei bei vielen Impfverweigerern anders. Welke im Klartext-Modus: „Wenn ich mich aber nicht impfen lasse und dazu beitrage, dass wieder OPs verschoben werden müssen, dann ist das nicht Privatsache, sondern leider irgendwie asozial!“

Merkel und „Azubi Olaf“

Später in der Sendung ging es dann auch um Angela Merkel, die auf ihrer emotionalen Abschiedstournee zuletzt sogar ihren „Azubi Olaf“ (O-Ton Welke) mitnahm. „Wie süß!“, auch wenn Scholz beim „Gespräch der Großen“ teilweise am Katzentisch sitzen musste.

Und aus dem Halbabseits lauschen durfte, wie Angela Merkel beim Klimagipfel in Glasgow zu einer „Dekade des Handelns“ aufrief. Ausgerechnet sie, die klimatechnisch viel versäumt habe, so Welke, und deren „Klimapaket vom Bundesverfassungsgericht zerrissen“ worden sei.

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Tempo 30 in Städten? „Das verhindert die Autolobby“

Weltweit steuere man auf 2,7 Grad Erderwärmung zu, stellte der „heute-show“-Moderator frustriert fest. China und Indien wollten erst 2060 beziehungsweise 2070 klimaneutral werden. Doch auch mit dem Erreichen der eigenen Ziele werde es eng, wenn die Deutschen weiterhin ihre Autos zu sehr liebten und darüber alles andere vernachlässigten, zum Beispiel ÖPNV und Bahn. In Deutschland seien im letzten Jahr nur 88 Euro pro Bürger in die Schiene investiert worden, in der Schweiz hingegen der Spitzenbetrag von 444 Euro und in Österreich immerhin noch 228.

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Aber deutsche Städteplaner, so Welke, orientierten sich eben seit Jahrzehnten an den Interessen der Autofahrer. Entlastungen wie in Paris, wo geplante Autoparkplätze radikal gestrichen wurden, oder London und Stockholm, wo die City-Maut Autofahrer aus dem Zentrum vertreibe, seien in Deutschland „nicht machbar“. Ebenso Tempo 30 wie in Brüssel (wo es hinterher 40 Prozent weniger Unfalltote gab): „Das verhindert die Autolobby. Opas, die mitten in der Stadt ohne Todesangst Kaffee trinken können - das kann doch keiner wollen!“

SUVs, die Nachfahren der deutschen Spähpanzer

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Der Deutsche liebe eben sein Auto. Und ganz besonders unsterblich sei die Liebe zum SUV, diesem, so Welke, „direkten Nachfahren des Spähpanzers, mit dem unsere Großväter einst durch Europa cruisten.“ Forscher erklärten die Popularität der „rollenden Festung“ (Welke) mit einem Gefühl der Sicherheit und der Loskopplung von der Umelt. Welke: „Stimmt, wenn Sie mit ‚nem SUV über einen mittelgroßen Hund drübermöllern, gibt‘s nur ein kaum wahrnehmbares Ruckeln.“

Liedermacher Friedemann Weise sang dann mit dem Publikum eine neu komponierte Hymne auf die Großgeschosse: „Komm wir gehen an die Ampel und lachen SUV-Fahrer aus.“ Ob‘s hilft?

RND/Teleschau

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