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Deutliche Worte in SWR-Sendung

Hannes Jaenicke nennt SUVs „Identitätsprothese“ für „rückengeschädigte Bürohengste“

Hannes Jaenicke fährt seit acht Jahren ein Elektroauto, sagt aber auch: „Die Ladeinfrastruktur ist nach wie vor eine Katastrophe auf der Langstrecke.“

Hannes Jaenicke fährt seit acht Jahren ein Elektroauto, sagt aber auch: „Die Ladeinfrastruktur ist nach wie vor eine Katastrophe auf der Langstrecke.“

Pierre M. Krause ist zurück: Zum Auftakt seiner neuen SWR-Sendung „Gute Unterhaltung“ begrüßte der Moderator die Gäste Hannes Jaenicke, Torsten Sträter und die Astronautin Dr. Insa Thiele-Eich. Besonders Ersterer hatte zum Thema „Panta rhei – Alles fließt, außer der Verkehr“ erwartungsgemäß einiges zu sagen. Nach seiner Anreise befragt, entgegnete der bekennende Elektroautofahrer Jaenicke, er sei mit dem Mietauto gekommen. „Die Ladeinfrastruktur ist nach wie vor eine solche Katastrophe auf der Langstrecke, dass ich mich nicht traue, mit einem Stromer von Berlin nach Baden-Baden zu fahren“, klagte er.

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Anknüpfend daran wollte Gastgeber Pierre M. Krause von seinem Gast wissen, ob er an die Energiewende glaube. Sie sei Anfang der 2000er-Jahre eingeleitet worden, erinnerte sich Jaenicke. „Dann gab es eine Regierung, die haben die Energiewende einmal kurz eingestampft, die Solarförderung gestrichen und dann gab‘s plötzlich Abstandsregeln, dass ein Windrotor faktisch im All stehen muss, um niemanden zu stören“, führte der 62-Jährige aus.

Zur ersten Ausgabe seiner neuen Ausgabe „Gute Unterhaltung" begrüßte Moderator Pierre M. Krause (dritter von links) die Gäste Hannes Jaenicke (links), Torsten Sträter und Insa Thiele-Eich.

Zur ersten Ausgabe seiner neuen Ausgabe „Gute Unterhaltung" begrüßte Moderator Pierre M. Krause (dritter von links) die Gäste Hannes Jaenicke (links), Torsten Sträter und Insa Thiele-Eich.

Hannes Jaenicke: „... dann ist „Elektromobilität eine Quatschidee“

Auch in puncto Elektromobilität vertrat der Schauspieler und Aktivist eine klare Meinung: „Wenn wir den Strom für Elektromobilität sauber produzieren, großartige Sache! Wenn er aus der Kohle kommt, aus dem Gas von Herrn Putin oder aus der Atomkraft, ist Elektromobilität eine Quatschidee.“

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Angesichts des viel diskutierten Themas Tempolimit macht sich Hannes Jaenicke hingegen keine Illusionen. „Wir sollten uns als Grüne nicht allzu viel Hoffnung machen, dass im Tierschutz oder im Verkehrswesen sehr viel passiert“, befürchtete er angesichts des Verkehrsministeriums in Händen der FDP.

Die weiterhin steigenden Verkaufszahlen von SUVs quittierte er gar mit dem sarkastischen Fazit: „Es gibt sehr viele Förster, die Offroad fahren. Die deutschen Straßen sind eine Katastrophe, du musst ständig durchs wilde Gelände. Ich kann das schon verstehen, dass man in Berlin einen SUV braucht.“ Und Jaenicke polterte weiter. Für „rückengeschädigte Bürohengste“ seien derlei Autos „super, du fühlst dich ein bisschen überlegen“. Ein SUV würde in diesem Falle wie eine „Identitätsprothese“ wirken, urteilte der Schauspieler.

„Ich bin jetzt auch ganz inkonsequent in meinem grünen Gelaber“

Insa Thiele-Eich, womöglich bald erste deutsche Astronautin im All, warb derweil für ein „neues Verständnis von Mobilität“. Der Fokus müsse weggehen von dem „Auto, das uns weggenommen wird“. Vielmehr müsse man den „Zugewinn“ schätzen, „dass wir uns ganz anders und freier bewegen können“. Jaenicke stimmte zu, bemerkte aber verbittert: „Städte waren mal für Menschen gebaut, jetzt nur noch für Autos.“

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Gleichzeitig berichtete der 62-Jährige von seinem Hobby Motorradfahren: „Ich finde es toll, dass mein Motorrad kein ABS hat und knattert.“ Offenbar wurde ihm der Kontrast zu seinen eben getätigten Aussagen klar, schob Jaenicke doch nach: „Ich bin jetzt auch ganz inkonsequent in meinem grünen Gelaber.“ Auch über ein anderes Laster gab er Auskunft: „Ich trinke schon jeden Abend mein Weinchen.“ Er stellte fast: „Wenn man anonyme Alkoholiker streng auslegt, wäre ich Alkoholiker. Aber jeder Italiener ist dann Alkoholiker, jeder Franzose, jeder Spanier.“

RND/Teleschau

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