Tiktok löscht nach Angriff der Hamas eine halbe Million Videos - neue Maßnahmen gegen illegale Inhalte angekündigt

Seit dem Angriff der Hamas kursieren unzählige illegale Inhalte auf den Social-Media-Plattformen.
Quelle: Marijan Murat/dpa
Die Social-Media-Plattform Tiktok hat seit den Terrorangriffen der radikalislamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober mehr als 500.000 Videos gelöscht, weil sie den Richtlinien des Netzwerks widersprachen. Das gab die Kurzvideoplattform im Rahmen von neuen Maßnahmen an, die ihre Community im Konflikt zwischen Israel und der Hamas schützen sollen.
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Unter anderem will Tiktok eine Leitstelle einrichten, die die Arbeit von internationalen Mitarbeitern koordinieren soll, die nach verbotenen Inhalten suchen. Software, die illegale Inhalte sowie manipulierte Videos und Fotos erkennt, soll verbessert werden. Mitarbeiter mit arabischen oder hebräischen Sprachkenntnissen sollen die Community auf der Plattform moderieren.
„Tiktok stellt sich gegen Terrorismus“, teilte das Netzwerk mit rund 120 Millionen Nutzern mit. „Wir haben umgehend Ressourcen und Personal aufgestockt, um die Sicherheit unserer Community und die Integrität unserer Plattform zu gewährleisten.“ Tiktok unterstütze die Redefreiheit, fühle sich aber „gleichzeitig auch den Menschenrechten verpflichtet und schütze die Plattform im Krieg zwischen Israel und der Hamas“.
„Wir tolerieren keine Versuche, gewaltvolle und hasserfüllte Ideologien zu verbreiten“, so die Plattform. „Wir haben eine Null-Toleranz-Strategie gegen Inhalte, die gewaltvollen Organisationen oder Individuen huldigen.“ Die Plattform gibt an, seit dem Hamas-Angriff auch 8000 Livestreamvideos aus der betroffenen Region entfernt zu haben.
Seit Beginn der Auseinandersetzungen haben Millionen Nutzerinnen und Nutzer ihre Informationen und Gedanken in den sozialen Medien geteilt. Illegale Inhalte, Desinformation und Fake News wie gefälschte Videos und Fotos verbreiten sich seitdem wie ein Lauffeuer.
In der vergangenen Woche hatte die EU-Kommission mehrere Onlineplattformen vor dem Missbrauch ihrer Dienste seit der Eskalation des Nahostkonflikts gewarnt. EU-Kommissar Thierry Breton rief zudem dazu auf, „Kinder und Teenager vor gewaltvollen Inhalten und Terrorpropaganda“ zu schützen.
Breton verwarnte Tiktok in einem Brief wegen der Verbreitung von Falschinformationen im Kontext des Krieges. Die Plattform werde missbraucht, „um illegale Inhalte und Falschinformationen zu verbreiten“, kritisierte er. Ähnliche Schreiben hatte der EU-Kommissar für Digitales an die Onlineplattformen von X, Google und Meta, Mutterkonzern von Instagram und Facebook, versendet.
Facebook, X, Google und viele andere müssen mit dem Digitale-Dienste-Gesetz künftig schärfer gegen illegale Inhalte wie zum Beispiel Hass und Hetze im Netz vorgehen, sonst drohen ihnen saftige Geldbußen.
RND/lhen














