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Denkwürdiger TV-Koch-Abend

Vier Sterne gegen Steffen: Das gab’s noch nie bei „Grill den Henssler“

So muss es sein: Ehrgeiz und Freundschaft schließen sich nicht aus. Ali Güngörmüs, Ralf Zacherl, Christian Lohse und Steffen Henssler verstanden sich bei „Grill den Henssler“ prächtig.

Das gab’s noch nie bei „Grill den Henssler“: Erstmals in der Geschichte der Vox-Show traten gegen den Gastgeber und „amtierenden Koch-Champion“ (so Moderatorin Laura Wontorra) gelernte Profiköche an. Ali Güngörmüs, Christian Lohse und Ralf Zacherl, die in der langlebigen Sendung bislang zusammen auf 40 Einsätze als Promicoaches kommen, verließen ihre Komfortzone und stellten sich dem direkten Duell: „Bisher konnten wir die Schuld immer auf die Promis schieben, wenn’s nicht geklappt hat. Jetzt gibt’s keine Ausreden mehr.“

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Um den einmaligen Abend noch einzigartiger zu machen, wurde maximale Chancengleichheit hergestellt. Normalerweise kennt der Kochcoach die Speisenfolge, kann mit den geladenen Promis sogar probekochen. Diesmal waren alle vier Küchenkombattanten gleichermaßen ahnungslos. Die drei Juroren Christian Rach, Reiner „Calli“ Calmund und Mirja Boes suchten nämlich die Speisen für die einzelnen Gänge aus und wählten auch pro Gang den Duellpartner für Henssler aus.

Vier Meisterköche grillen sich - nicht nur am Herd

„Vier Meisterköche, die sich batteln, die Erwartungen sind hoch.“ Das sah nicht nur Juror Christian Rach so, sondern auch die vier Köche. „Heute geht’s um Fine Dining und die Wurst“, signalisierte Henssler Ehrgeiz und Nervosität zugleich. Mit diesem Gefühlsmix war er aber nicht allein. Dem Trio in der gegenüberliegenden Küchenzeile ging ebenfalls die Düse.

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„Die haben vier Michelin-Sterne, ich hab’ meine Kreativität“, fasste Henssler das ungleiche Duell zusammen. Und so besonders die Ausgangslage und die Herausforderung waren, so außergewöhnlich war auch die Stimmung. Der Mix aus fachlichem Ehrgeiz und persönlicher Freundschaft bescherte den Zuschauern im Saal und am Bildschirm einen herausragenden Abend. Es wurde gefrotzelt und gewitzelt, es herrschte charmantes Beleidigen. „He, du schwitzender, dicker Mann“, höhnte Henssler etwa über Lohse. Der gab Kontra, mit maritimem Flair: „Du nach Fisch riechender Pöbel.“

Nur einmal platzte Henssler die Kochmützenschnur, als sich die drei Gegner absprachen, obwohl nur einer am Herd stehen durfte: „Ja“, höhnte Henssler, „helft ihm ruhig, googelt doch! Und fasst euch doch gegenseitig noch ein bisschen an. Unglaublich, so ’ne Sackbande, null Ehre!“

Christian Rach mahnt: „Sind die Erwartungen hoch, kann man tief fallen“

Es war ein Spitzenmenü, das da dem TV-Publikum serviert wurde. Gewitzte Kandidaten, eine gut gelaunte Moderatorin und eine vortrefflich gestimmte Jury. Das ging alles runter wie Öl. Ein Sternemenü der TV-Unterhaltung sozusagen.

Hinzu kam, dass rein handwerklich auch Spitzenklasse geboten wurde. Es wurde ein Abend der zelebrierten Kochkünste. Das begann schon mit einer dreifachen Traumnote für Henssler beim Impro-Gang. Aber auch die Kochcoaches kamen mit Rotbarbe, Schwertmuscheln, Chicorée, Kaviar, Artischocken und Chips auf tolle 28 Punkte. „Das kann man nicht viel besser machen“, lobte Christian Rach. Angesichts der Stimmung traute sich sogar „Juror Gnadenlos“ an einen gespielten Witz. Der begann seine Traumbenotung nämlich ganz finster mit der Bemerkung „Wenn die Erwartungen so hoch sind, kann man tief fallen“ und freute sich dann diebisch über die (kurzzeitig) ungläubig-ängstlichen Blicke der Köche.

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Henssler genervt: Ralf Zacherl versalzt ihm die Vorspeise

Das Battle der Kochgiganten entwickelte sich zum echten Drama. Die Impro-Gang-Führung gab Henssler wegen der ersten vergeigten Küchencompetition gleich wieder ab, dann vergällte ihm Ralf Zacherl die Vorspeise. Rach hatte „Saarländische gefüllte Kartoffelklöße mit Lauch und Speck“ geordnet. Mithin Hausmannskost, denn, so Rach: „Hummer kann jeder. Die wahre Kunst liegt in der gutbürgerlichen Küche.“ Und da schlug sich Zacherl besser. Am Ende gaben die „fluffigeren Klöße“ (Mirja Boes) den Ausschlag zum 26:24 für Zacherl. Henssler genervt: „Jetzt macht der die Riesenwelle, weil er gewonnen hat.“

Mit der nächsten Küchencompetition zogen die Kochcoaches weiter davon, Henssler drohten die kulinarischen Felle wegzuschwimmen. Aber er schlug bei der von Mirja Boes angeordneten Hauptspeise (Rinderfilet mit Roter Bete und Fenchel) zurück. Er siegte 25:22 und verkürzte auf 79:82. Beim Rinderfilet gab es auch die einzige Verwerfung am Jurypult. Rach empfand Hensslers Rote-Bete-Sauce als „versalzen“. Boes wiederum fühlte sich gerade mit der Sauce von Henssler „total verstanden“ und traf die „emotionale, subjektive“ Entscheidung von zehn Punkten. Rach konnte es nicht glauben, Henssler seine vierte Traumnote kaum fassen.

Showdown der Spitzenköche: Henssler grillt Lohse

Weil Henssler das letzte Küchenintermezzo gewann, stand es 82:82. Ein „Dessertdrama“, der Showdown zwischen dem „Feinschmecker-Aufsteiger des Jahres 2006“ (Henssler) und dem ehemaligen Privatkoch des Sultans von Brunei (Lohse) musste die Entscheidung bringen. Natürlich stellte „Dessertpapst“ Reiner Calmund die Aufgabe und bestellte „Mangosoufflé mit Ananassalsa und Kokoszabagliona“.

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Die Nachspeisen der beiden Kochgiganten zergingen den Juroren beinahe so lecker-leicht auf der Zunge wie die Sendung dem Publikum. Das erhob sich zwischendurch (inklusive Jury!) sogar zu Standing Ovations. Am Ende triumphierte dann doch Steffen Henssler. 24:20 gewann er das Dessert gegen Christian Lohse und somit das Menü insgesamt mit 106:102. „Ein denkwürdiges Ergebnis“, wie Laura Wontorra zu Recht meinte. Das Kochereignis mundete allen Beteiligten so gut, dass ein Nachschlag nicht überraschen würde.

RND/Teleschau

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