„Grill den Henssler“: Tim Mälzer crasht Jubiläumsshow

  • Die 100. „Grill den Henssler“-Sendung (VOX) hatte es in sich.
  • Hohe Kochkunst, bestgelaunte Verbalscharmützel und ein Überraschungsgast.
  • Alle Beteiligten machten Appetit auf die nächsten 100 Folgen.
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Was für eine Jubiläumssendung! Erst gab’s Pyrofeuerwerk im menschenleeren Studio, dann ein multiples Feuerwerk in der Küche und am Jurytisch – gleich dreimal wurde die Traumnote 10 vergeben. Die hat auch die Sendung verdient. Das lag nicht nur an Mâitre Steffen Henssler, laut Moderatorin Laura Wontorra „die coolste Sau im deutschen Kochgeschäft“, sondern vor allem an seinen Gästen.

So waren Moderatorin Panagiota Petridou, die schon in der ersten Sendung am 26. September 2013 gegen Henssler antrat (und verlor), Komiker Mario Barth und Detlef Steves, der zum 15. Mal in der Sendung antrat, zu Gast. Noch häufiger war nur Ali Güngörmüş am Start. Er versuchte diesmal, in seinem 16. Einsatz als Kochcoach, seinen vierten Sieg zu holen.

Juryurgestein Calmund hat für 15.926,80 Euro Speisen verputzt

Henssler feierte die 100. Sendung nicht alleine. Von Beginn an dabei: Reiner „Calli“ Calmund am Jurytisch. Das Urgestein, so rechnete Wontorra vor, hat in 99 Sendungen bislang 799 Teller verkostet. Wontorra machte die Rechnung auf: „Hättest du alle Gerichte, die du hier getestet hast, regulär im Restaurant bezahlen müssen, wärst du jetzt bei 15.926,80 Euro. Zahlst du bar oder mit Karte?“ Ja, auch Wontorra trug das ihre zum Feste bei – auch wenn sie zwischen den Küchen etwas hektisch wirkte. Und dann gab es auch noch einige personelle Überraschungen, die die Show spannender machten.

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Es begann schmerzhaft: Beim Improgang aus den zur Gala passenden Nobelzutaten „Trüffel, Hummer und Champagner“ verletzte sich Henssler an der rechten Hand – beim Versuch, die Schampusflasche auf Wontorras Wunsch mit dem Messer aufzuschlagen. „Schei..., geschnitten, weil die Wontorra saufen will“, fluchte er.

Steffen Henssler von eigenem Küchendirektor verraten

Schon bei der Vorspeise erwischte es Henssler dann kalt. Detlef Steves forderte Henssler zu dessen Signature Dish aus dessen eigener Gastroküche heraus: „Sashimi vom norwegischen Fjordlachs mit Nussbutter und Ponzu-Sauce“. Und – noch verblüffender für Henssler: Steves hatte sich hinter Hensslers Rücken die bestmögliche Verstärkung geholt: Tobias Frerks, Hensslers langjährigen Freund und amtierenden Küchendirektor. Tagelang hatten die beiden heimlich trainiert. „Tobi, wenn Detlef das gewinnt, würde ich schon mal einen Jobaufruf starten“, war Henssler not amused.

Frerks, seit 20 Jahren mit Henssler in Freundschaft am Herd verbunden, muss sich keinen neuen Job suchen: Die Vorspeise endete 28:28. Boes gab Steves eine 10, die Calli mit einer Bestnote für Henssler konterte, Rach wollte kein Spielverderber sein und wertete 9:9. Henssler war latent unzufrieden: „Remis gegen Detlef – das ist nah an einer Niederlage.“

Gastjuror Mälzer entsetzt Henssler

Die noch größere Überraschung erlebte Henssler nach der Hauptspeise (Wiener Schnitzel mit Rösti à la Kartoffelsalat). Während des Kochens gab es von Mario Barth Gestichel („Stumpfe Reibe bei Henssler? Kenn‘ wa ja: Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld.“) und ein Geständnis von Wontorra: Die hatte sich ausgerechnet bei Hensslers Lieblingsfeind Tim Mälzer über Schnitzel schlau gemacht.

Henssler gewohnt herablassend: „Dessen fiese Tricks braucht der Profi nicht.“ Wontorra: „Uiuiui, gut, dass Tim Mälzer nicht zuguckt.“ Henssler: „Der guckt immer, der muss ja was lernen.“ Wie wahr. Denn plötzlich stand Mälzer im Studio. Und nahm auf Christian Rachs Jurystuhl Platz.

Richtig mulmig wurde es Henssler, als Mälzers Wertung plötzlich wichtig wurde, weil es nach Boes (8:8) und Calli (9:9) Unentschieden stand. Doch Mälzer wertete Hensslers Teller als „Gaumenplaisir“ und emotional „wie von einer wallenden Küchenmama mit wogendem Busen“ - und zwei Punkte besser als Barths Gericht.

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Christian Rach entscheidet den Kochkampf bis aufs Blut

Panagiota Petridou knallte Henssler die Nachspeisenaufgabe „Veganer Milchreis mit Mastix, Pistazienzigarre, Feigen und veganem Schaum“ förmlich vor den Latz („Nimm das!“). Henssler war ratlos. Beide traten bandagiert an – sie schnitt sich in den Finger, Henssler trug da bereits zwei Heftpflaster.

Kochsportlich stand es vor der Nachspeise 83:83. Da suchte Henssler sogar Rat bei Mälzer, was aber schnell in Stress ausartete. „Hau doch ab, wenn de nix weißt.“ Mälzer gab zurück: „100 Sendungen. Hätt‘ ich nie gedacht, als ich damals dein Gesicht sah. Und dann kam ja auch noch die Kochperformance dazu. Der Beweis, dass man auch mit Inkompetenz Geld verdienen kann.“

Der Küchenkampf bis aufs Blut wurde dann knapp entschieden. Von Christian Rach. Nach Calllis 7:7 und Mirjas 7:6 für Rot lag Petridou auf Siegkurs. Aber Rach hatte eine „Geschmacksexplosion“ bei Blau erlebt und wertete 8:6 für Henssler, was den 21:20-Nachspeisensieg und den 104:103-Gesamttriumph perfekt machte.

Mälzer, der außer Konkurrenz mitfutterte und -wertete, sah Petridou (8:4) klar vorne. Bei ihr erkannte er „filigrane Aromatik, wie eine Cabriofahrt übers Land“. Bei Henssler konstatierte er: „Geschmacklich wie eine Massenkarambolage.“ Aber, sagte er: „Ich bin froh, dass ich hier nix zu sagen habe.“ Steffen Henssler antwortete erleichtert: „Ich auch, ich auch!“ Herzlichen Glückwunsch, auf die nächsten 100!

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