Gender-Sternchen: Bei Spotify gibt es jetzt Künstler*innen

  • Der Streamingdienst Spotify hat auf seiner Plattform das Gendersternchen eingeführt.
  • Wer nach Künstlern sucht, findet dort ab sofort „Künstler*innen“.
  • Die Schreibweise wird von Genderforschern empfohlen, da sie alle Geschlechter miteinbezieht.
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Stockholm. Nutzern des Streamingdienstes Spotify dürfte mit dem aktuellen Update der App etwas aufgefallen sein: Ab sofort gibt es auf Artist-Profilen keine „Künstler“ mehr – sondern „Künstler*innen“.

Der Streamingdienst hat in Deutschland ohne große Ankündigung die Gendersternchen eingeführt. Wer etwa auf das Profil von Lena Meyer-Landrut klickt, findet dort jetzt „Künstler*innen-Playlists“ – zuvor hieß es dort schlicht „Künstler-Playlists“.

Auch an anderen Stellen in der App wird ab sofort gegendert – etwa im Reiter „Bibliothek“. Hier können Nutzer ab sofort zwischen Playlists, Alben und Künstler*innen wählen. Auch hier wurde zuvor die männliche Form des Wortes gewählt.

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Konsequent durchgezogen werden die Änderungen jedoch noch nicht. Auf den Artist-Profilen ist zum Beispiel weiterhin von „verifizierten Künstlern“ die Rede.

Was bedeutet das Sternchen?

Die Schreibweise mit dem Sternchen wird von Gender-Forschern seit vielen Jahren empfohlen. Anders als bei der doppelten Anrede (Künstlerinnen und Künstler) schließt das Sternchen auch alle anderen Geschlechteridentitäten mit ein. Das typografische Zeichen stammt aus der Computersprache, wo es als Platzhalter für eine beliebige Zahl von Buchstaben fungiert. Eine andere Form gendergerechter Sprache ist die sogenannte Gendergap – etwa bei dem Wort „Sänger_in“.

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Gänzlich durchsetzen konnte sich die Form des Schreibens bislang jedoch nicht. Gerade in konservativen Kreisen gilt das Sternchen als „Sprachverhunzung“. Aber auch einige Feministinnen, wie etwa Alice Schwarzer, hatten sich in der Vergangenheit gegen das Sternchen ausgesprochen. Sie empfinden es für die Sache der Frau als sprachlichen Rückschritt.

RND/msc