„Geh aufs Ganze!“ bei Sat.1

„Hab ich echt gewonnen?“ Rentner erzockt sich gegen Jörg Draeger ein Sommerhaus

Vor Hans (links) zog auch Jörg Draeger den Hut: Der Rentner aus Kerpen zockte sich bei „Geh aufs Ganze!" (Sat.1) zu einem Sommergartenhaus im Wert von 40.000 Euro.

Vor Hans (links) zog auch Jörg Draeger den Hut: Der Rentner aus Kerpen zockte sich bei „Geh aufs Ganze!“ (Sat.1) zu einem Sommergartenhaus im Wert von 40.000 Euro.

Der lebensgroße Zonk mimt auf dem Keyboard die Eröffnungsmelodie, Moderator Daniel Boschmann ruft ins prallgefüllte Rund „Wir sind wieder da!“ und bringt die Fans zum Rasen. „Wollt ihr zocken?“, stimmt er an und Hunderte Kehlen kreischen zurück „Jaaaa!“. Es ist wieder „Geh aufs Ganze!“-Zeit, der Retrowelle sei Dank. Und natürlich ist auch der „Zockstar“, der „Endgegner“ (jeweils O-Ton Boschmann) am Start: Jörg Draeger, geföhnt und geschnauzbartet wie vor 30 Jahren, als die Gameshow, adaptiert vom US-Original „Let’s Make A Deal“, erstmals ihren Weg ins deutsche Privatfernsehen (auch damals: Sat.1) fand.

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Selten war Dauerwerbefernsehen so unterhaltsam und spannend. Und wer sich immer noch oder wieder über das Product Placement als System wundert: Irgendwoher müssen die Preise bei „Geh aufs Ganze!“ ja kommen. In der ersten Show der neuen Staffel (zwei weitere Sendeeinheiten folgen) belief sich der Gesamtwert der Preise auf 371.000 Euro. Kein Wunder, dass den Leuten im Saal, alles aus 10.000 Interessentinnen und Interessenten ausgeloste potenzielle Jörg-Draeger-Gegnerinnen und -gegner, da schon der Mund wässrig wurde.

Die Gier am Würfeltisch: Matti verzockt seine Grillstation

„Lasst mich von der Leine“, bat Draeger. Der brannte, das merkte man, auch wenn er nicht mehr ganz so behände durch die Zockerarena tänzelte. Der Mann ist immerhin 72 Jahre alt, dafür aber top in Form. Das attestierte ihm sogar einer der Zockergegner – selbst schon im Rentenalter.

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Im Vergleich zu damals hat sich natürlich vieles verändert. Einiges aber nicht: Wenn der Moderator sagt „Du hast toll gezockt“, dann bedeutet das meistens, dass es der Kandidat verkackt hat und um einen Plüsch-Zonk reicher die Show verlässt. So erging es dem am Würfeltisch zu gierigen Matti, der partout nicht auf Draegers Warnung „Wir kriegen das nicht gebacken: Hören se auf!“ hören wollte.

Matti hatte schon einen Gutschein für einen Meerjungfrauenschwimmkurs (500 Euro) und eine Grillstation (2300 Euro) gewonnen. Aber wenn’s dem Zocker zu wohl wird, dann ist er sich sicher, dass er mit nur zwei Würfeln zehn Augen erwürfeln wird. Das ist per Wahrscheinlichkeit unwahrscheinlich, aber da hatte Matti keine Augen und Ohren für: Also warf er fünf Augen und verlor alles.

Ein Zonk-Chip zu viel: Anja verliert das Gartenhaus

Ganz anders erging es Rentner Hans aus Kerpen. Der stand im Duell mit Anja am grünen Zockertisch und sollte aus 20 Spieljetons fünf Chips mit Drager-Konterfei sammeln. Eine Fünferserie mit Zonk-Chips galt es zu vermeiden. Aber als beide Kontrahenten jeweils vier Chips mit Zonk und Jörg vor sich hatten, machte Anja den entscheidenden, unglücklichen Zug. Zonk gefunden, verloren. Damit gewann Hans automatisch – und zwar ein Sommerhaus für den heimischen Garten im Wert von 40.000 Euro. Holla, die Gartenfee! Aber so ganz geheuer war’s dem Hans im Glück nicht: „Hab isch jetzt echt dat Haus jewonnen?“

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Ja, hatta! Er könnte sich mit Vera zusammentun, die auch was für den Garten abräumte: einen Whirlpool in Teetassendesign im Wert von 6000 Euro. Stephan erkurbelte am Glücksrad 1500 Euro und war weise und bescheiden genug, um der Versuchung einer weiteren Drehung zu widerstehen. Das war Ronny nicht: Der schlug das Draeger’sche Angebot von insgesamt 2400 Euro „Cash inne Däsch!“ aus und wollte unbedingt wissen, was hinter Tor zwei war. Natürlich ein Zonk!

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Boschmann verschenkt Eros: „Wieder Menschen glücklich gemacht“

So gewinnt man (Achim und Trixi einen Reisegutschein im Wert von 2000 Euro, Patrick und Jule 3000 Euro beim Sparschweinzerdeppern) und verliert man (Sarah, weil sie mit 300 Euro nicht zufrieden war). Und ab und zu verliert man – so wie Markus und Nicole beim Geldscheibendrehen – und gewinnt dann doch, weil Moderator Boschmann das Pech der Kandidaten barmt. „Das tut mir in der Seele weh“, fühlte er mit und spendierte zum Trost einfach so zwei Tickets für ein Eros-Ramazzotti-Konzert. Da waren Markus und Nicole happy und Boschmann war es auch: „Mal eben wieder zwei Menschen glücklich gemacht.“

Als wär’s geplant gewesen, gab es dann noch gelebte Nostalgie. Kandidat Philip wurde zum Zocken ermittelt und berichtete Schönes: Vor 17 Jahren stand an gleicher Stelle sein Vater und erzockte sich – Aug in Aug mit Jörg Draeger – ein Set Plastikweihnachtsengel! Philip: „Das war nich so dolle, aber die gibt’s immer noch.“ Der Filius trat beherzt in die Fußstapfen und rettete die Familienehre. Erst sahnte er ein Gamer-Set mit PC, Monitor, Soundanlage und Schreibtischstuhl (Wert: 5000 Euro) ab. Und trat dann noch zum „Big Deal“ an!

Der Wagen ist futsch, aber der E-Roller rollt an

„Wir eröffnen das Spiel als Freunde“, meinte Jorg Draeger eindringlich und tat dann sein Bestes, Philip von seiner Wahl („Tor drei!“) abzubringen. Philip aber blieb standhaft bei Tor drei. Tor eins wurde geöffnet – ein Zonk! Tor zwei wurde geöffnet – ein Auto im Wert von 40.000 Euro. Und dann bot Draeger 1000 Euro als Sofortzahlung gegen Tor drei. Philip dachte aber nicht daran und machte dem Showtitel alle Ehre: „Tor drei!“

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Und dahinter verbarg sich kein Zonk, sondern ein E-Roller im Wert von 9000 Euro. Mit dem ließ es sich dann sicher gelassen nach Hause rollen. Zu Papa und seinen Plastikweihnachtsengeln.

RND/Teleschau

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