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„Freizeit Magazin Royale“: Auflage von Böhmermann-Heft war deutlich kleiner

  • Mit seinem „Freizeit Magazin Royale“ foppte Jan Böhmermann im April die deutsche Klatschpresse.
  • 500.000 Exemplare seien gedruckt worden, so der Satiriker damals.
  • Tatsächlich war die Auflage des Heftes deutlich kleiner – aber schnell ausverkauft.
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Köln. Mit seinem „Freizeit Magazin Royale“ hat der Satiriker Jan Böhmermann im April die deutsche Regenbogenpresse geärgert. In dem Heft geht es um Verlegerinnen und Verleger großer Medienhäuser, die hinter den zahlreichen Klatschblättern am Kiosk stecken. Zuvor hatte Böhmermann deren Praktiken in einem Beitrag seiner Sendung „ZDF Magazin Royale“ kritisiert.

Wie sich jetzt herausstellt, war die Auflage des „Freizeit Magazin Royale“ deutlich kleiner als zunächst von Böhmermann behauptet. Statt der angegebenen 500.000 Exemplare bestand die Erstauflage lediglich aus 30.000 Exemplaren, wie der Branchendienst Kress auf Anfrage bei Böhmermanns Arbeitgeber, dem ZDF, erfuhr.

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Bestellt worden seien aber deutlich mehr Exemplare. Die Erstauflage sei schnell ausverkauft gewesen, erklärt das ZDF. Über die eigens eingerichtete Website seien rund 100.000 Hefte bestellt worden. Daher sei eine zweite Auflage von 120.000 Heften nachgedruckt worden.

Die mit dem „Freizeit Magazin Royale“ erzielten Erlöse wolle das ZDF an ein „gemeinnütziges Projekt zur Stärkung von Medienkompetenz in Print und Internet“ spenden.

„An der Grenze des Justiziablen“

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Böhmermann hatte die Verlage deutscher Klatschzeitschriften in seiner Sendung hart in die Mangel genommen. Die bunten Blätter hätten eine „richtig fette Reichweite“, aber nichts mit Journalismus zu tun. „Ein Fitzelchen Wahrheit“ werde „zur größtmöglichen Skandalschlagzeile aufgeblasen, sodass es gerade eben noch juristisch erlaubt ist, das ist der Kern des Geschäftsmodells“, kritisierte Böhmermann die Praktiken.

Das „Freizeit Magazin Royale“ lag kurz nach Ausstrahlung der Sendung am Kiosk aus. Darin schreibt Böhmermann auch das Editorial: „Sie sind schön, sie sind reich, sie sind mächtig – doch warum scheuen sie das Licht der Öffentlichkeit? Welche süßen Geheimnisse verstecken Deutschlands Verlegerinnen und Verleger?“

In seiner Sendung hatte Böhmermann seinerzeit angekündigt: „Erstauflage 500.000 Stück – und dann mal gucken, wie sich das verkauft.“

RND/msc

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